Barrier TC / TV Syke

Vorstände erleichtert: Tennisvereine können trotz Corona weiterspielen

Spielen sich nicht nur im übertragenen Sinn gegenseitig die Bälle zu: Wolfgang Held (Barrier TC, links) und Lutz Frauenheim (TV Syke) haben sich über den Umgang mit den Corona-Verordnungen eng abgestimmt.
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Spielen sich nicht nur im übertragenen Sinn gegenseitig die Bälle zu: Wolfgang Held (Barrier TC, links) und Lutz Frauenheim (TV Syke) haben sich über den Umgang mit den Corona-Verordnungen eng abgestimmt.

Das war eine ganz schön turbulente Woche für Wolfgang Held und Lutz Frauenheim. Vorigen Mittwoch rutschte Niedersachsen in die Corona-Warnstufe 2 – und damit galt in weiten Lebensbereichen automatisch 2Gplus, wo bis dahin noch 3G gegolten hatte. Das betraf auch die beiden Syker Tennsiclubs, denen Held und Frauenheim vorstehen. Heldt beim Barrier TC und Frauenheim beim TV Syke. Beide standen vor der Entscheidung, den Spiel- und Trainingsbetrieb einzustellen.

Syke – „Ab Samstag sind wir raus“, sagt Held jetzt erleichtert. Dann greift die neue Coronaverordnung, die in einigen Bereichen wieder ein Stück zurückrudert. In der Gastronomie gilt dann zum Beispiel wieder 2G (ohne Plus, also ohne zusätzlichen Test). Und auch bei bestimmten Sportarten werden die Tests dann wieder verzichtbar.

Auch Profis müssen stundenlang Corona-Verordnungen studieren

Auch Lutz Frauenheim freut sich darüber. Er ärgert sich auch nicht über die ständig wechselnden Voraussetzungen. „Das Prinzip kann ich ja verstehen: Man haut eine möglichst scharfe Verordnung raus und steuert dann an den Stellen nach, wo sie an der Lebensrealität vorbei geht. Es sieht bloß keiner, was das für Stress bedeutet für die Ehrenamtlichen.“

Jede neue Verordnung bedeute zuerst mal stundenlanges Aktenstudium: Was steht da jetzt genau drin? Was bedeutet es für die eigenen Belange? Was sind die Folgen daraus? Und wie gehen wir damit um? „Wobei die so fürchterlich geschrieben sind, dass sie ein Normalsterblicher überhaupt nicht versteht“, sagt Frauenheim. Wolfgang Held springt ehrenrettend bei: „In Niedersachsen geht das sogar noch. Da steht zumindest konkret in den Verordnungen drin, was sich jetzt geändert hat. In anderen Bundesländern steht dann da bloß ein Verweis: Paragraf sowieso, Absatz sowieso entfällt. Und dann muss man sich noch zusätzlich die alte Verordnung ziehen und nachschlagen, was in Paragraf sowieso, Absatz sowieso überhaupt steht.“ Held weiß, wovon er spricht: Er ist beruflich in leitender Funktion für ein bundesweit operierendes Unternehmen tätig und muss die Coronaverordnungen mehrerer Bundesländer umsetzen.

Unverständnis für unverhältnismäßige Regelungen

Wirklich ärgerlich werde es erst bei Vorgaben, die objektiv nicht mehr nachvollziehbar sind, sagen die beiden Vorsitzenden übereinstimmend. Lutz Frauenheim gibt ein Beispiel aus den aktuell noch gültigen Bestimmungen: „Für Besprechungen und Sitzungen besteht kein 2Gplus. Für bis zu 15 Menschen gilt da 3G mit einem Meter Abstand. Aber in einer Dreifeld-Tennishalle, wo auf 1500 Quadratmetern Fläche maximal zwölf Personen gleichzeitig spielen, brauche ich 2G und zusätzlich einen Test.“

Die Möglichkeit zum Selbsttest unter Aufsicht gab es von Anfang an. Die beiden Vereine stellte 2Gplus trotzdem vor große Probleme. Entscheidende Frage: Wer soll diese Tests beaufsichtigen? „Die erste Antwort aus dem Gesundheitsamt lautete: Das müssen die Vorstände persönlich machen“, sagt Lutz Frauenheim. In der Praxis weder für Syke noch für Barrien umsetzbar. Bei beiden Vereinen können die Spieler theoretisch rund um die Uhr in die Halle. Die Vorstände haben zwischendurch aber auch anderes zu tun. Arbeiten zum Beispiel. Wolfgang Held: „Wir waren deshalb kurz davor, Training und Spielbetrieb bis auf Weiteres einzustellen.“

Mitglieder zeigen große Dankbarkeit für aufmerksame Vorstände

Verhindert hat das letztlich der Landtagsabgeordnete des örtlichen Wahlkreises Volker Meyer. „Von ihm kam die Antwort, dass wir die Testaufsicht an Trainer und Mannschaftsführer delegieren können“, sagt Lutz Frauenheim.

Ab Samstag gilt dann 2G für Hallensport, wenn die Aktiven mindestens zehn Quadratmeter Platz pro Person haben. Für Tennis reicht das locker aus. Wolfgang Held, Lutz Frauenheim und ihre Vorstandskollegen haben dann trotzdem wieder jede Menge zu tun: Verordnung studieren, Verordnung verstehen, die Vorgaben umsetzen und die Mitglieder informieren. Kurz: wieder mehrere Stunden Arbeit.

Corona verbessert Zusammenarbeit von Barrier TC und TV Syke

„Die Mitglieder finden es gut“, sagt Wolfgang Held. „Dank Corona haben wir einen viel intensiveren Austausch, weil ständig neue Infos weitergereicht werden müssen. Das Echo darauf ist durch die Bank positiv: Toll, dass ihr euch so kümmert.“

Und noch einen positiven Nebeneffekt hat das Ganze: Die beiden Clubs sind viel enger zusammengerückt. Die Vorstände haben sich eng abgestimmt, um möglichst gleichlautende Lösungen für beide Vereine zu finden. Held und Frauenheim finden das toll. „Das hat auch gegenseitig befruchtet.“

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