Die Zahlencodes der Rechtsextremisten: Ausstellung klärt auf – auch über Musik

Vorsicht vor der 198

Mode und Musik – auch daran lassen sich Rechtsextreme entlarven. Wie, das erläutert (v.l.) Thomas Gronau den Gästen der Ausstellungseröffnung „Gemeinsam Gegen Rechts Extremismus“ in der BBS Europaschule Syke. Rund 800 Schüler soll sie erreichen. - Foto: Seidel

Syke - Von Anke Seidel. Die 18 steht für Adolf Hitler, die 198 für Sieg Heil: Zahlencodes wie diese prangen an den 20 Stellwänden, die der niedersächsische Verfassungsschutz in der Mehrzweckhalle der BBS Europaschule in Syke präsentiert. „Gemeinsam Gegen Rechts Extremismus“ lautet der Titel der Ausstellung, die Mechanismen und Codes des Rechtsextremismus entlarvt.

Die Ausstellungsstücke beweisen: Längst haben Rechtsextreme die Bereiche Musik und Mode für sich besetzt. Genau deshalb klärt die Ausstellung darüber auf, welche Motive auf T-Shirts und welche Songs dieser Szene zuzuordnen sind. Filmsequenzen und Liedertexte beweisen, wie menschenverachtend Rechtsextreme denken und handeln: Sie sprechen Menschen mit Behinderungen das Recht zu leben ab.

Horst Lahmann erläuterte als Leiter des Fachbereichs Prävention im Verfassungsschutz die Hintergründe der gefährlichen Subkultur – und stellte mit Blick auf den IS-Terror und die Angst der Menschen vor Überfremdung fest: Gegenwärtig seien die Voraussetzungen, die Rechtsextremismus und Rechtspopulismus schaffen könnten, „so gut wie lange nicht mehr“.

Rund 800 Schüler können von dieser Präsentation profitieren und erhalten 90-minütige Führungen. BBS-Direktor Horst Burghardt zeigte sich gestern sichtlich stolz, den jungen Menschen dieses Angebot machen zu können – wie auch Christiane Aepfler als Fachgruppenleiterin für den Politik-Unterricht. Zwei Führungstermine, am 1. und am 6. Juni, können noch an andere Schulen vergeben werden (Infos unter Telefon 04242/9571212).

„Das ist genau das, was der Landkreis will“, blickte Vize-Landrat Ulf Schmidt als Vertreter des Schulträgers auf außerschulische, hochaktuelle Präsentationen wie die Ausstellung des Verfassungsschutzes. Ihre Aktualität belegte Ulf Schmidt mit besorgniserregenden Zahlen: Um acht Prozent war die Zahl der politisch motivierten Straftaten in Niedersachsen angestiegen – in nur einem Jahr. Schmidt wünschte sich, über die Ausstellung insbesondere „nicht-politik-affine“ Schüler zu erreichen. „Informieren, sensibilisieren und positionieren“ formulierte Carsten Bödeker als stellvertretender Syker Bürgermeister die Strategie gegen den Rechtextremismus, gegen den Syke schon ein deutliches Zeichen gesetzt habe. Wie auch die SPD-Fraktionsvorsitzende Astrid Schlegel hatte Bödeker auf Einladung des Bundespräsidenten an der Feier zum 67. Jahrestag des Grundgesetzes teilgenommen.

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