„Von Zeit zu Zeit“ – KSK und Wassermühle zeigen Werke von Beate Kortkamp

Spieglein, Spieglein an der Wand

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Beate Kortkamp zeigt in der Barrier Sparkasse und in der Wassermühle ihre Werke.

Barrien - Von Dagmar Voss. Spiegelungen in vielen Varianten, auf Glasflächen, die ein genaueres Hinsehen verhindern oder herausfordern, sind Hauptmotive der Bilder von Beate Kortkamp. Einblicke und scheinbare Perspektiven, Raumillusionen, die durch markante Fenster- und Türrahmen umfangen werden, lenken den Blick auf eine vermeintliche Ferne. Die Gemälde fangen den Betrachter ein, leiten in Räume, die dann unscharf werden.

Zur Vernissage der Ausstellung „Von Zeit zu Zeit“ hatte der Kulturverein Rüttelschuh gemeinsam mit der Barrier Kreissparkasse für Donnerstagabend eingeladen. Für Hausherrn Ulrich Meyer hatte der Titel Bezug zur Kooperation mit der Kulturinitiative, denn schließlich gebe es auch da von Zeit zu Zeit Berührungspunkte über die gemeinsamen Ausstellungen – und das seit fast 25 Jahren. Dieses Mal sind mehr als 20 Gemälde jeweils im Bankgebäude und in der Mühle zu sehen.

Ihre Motive entdeckt Beate Kortkamp, Jahrgang 1960, überwiegend innerhalb des eigenen Altbremer Hauses. Wenn sie mit der Kamera Spiegelungen fotografiert, um sie später mit Acrylfarben in Malerei umzusetzen. Interieurs, die zunächst eher fotorealistisch daherkommen, aber dann irritieren und nicht gerade leicht zu durchschauen sind. Glas, Licht und Spieglein, Spieglein an der Wand sind ursächlich dafür, wie Innen und Außen auf spannende Weise verschwimmen. Zu erkennen beispielsweise bei den beiden „Große Spiegelungen“, die dem Betrachter beim Eintreten in die Kassenhalle ins Auge fallen.

Ausnahmen vom roten Faden durchs eigene Haus gibt es ebenfalls, so das Bild „Lild Strand“, wo der Blick von einem Tisch im Vordergrund durch Fensterscheiben auf die blaue See bis zum Horizont gleitet. Für Laudator Dieter Begemann, der von der Seite des Kunstschaffenden und des Kunstwissenschaftlers auf die Arbeiten blickte, gab es neben dem realistisch Dargestellten eine weitere Dimension, die noch anders sei. „Die Spiegelung, ein Phänomen, das schon in der Antike faszinierte, hat auch ein bisschen mit Zauberei zu tun – man kann ganz viele Dinge gleichzeitig sehen, es geht um mehrere Ebenen.“

Der Martfelder beschwor ein Staunen über die Welt in verschränkenden und indirekten Blicken. „Die Künstlerin entwickelt eine eigene Tonlage“, so Begemann. „Und man muss sich immer wieder fragen, ob man hinaus- oder hineinschaut. Aus einem Fenster oder in ein Zimmer – oder gar beides gleichzeitig. Was bleibt ist eine gefühlte Sicht der Dinge.

Sogar in den Stillleben, die vorwiegend zubereitete Speisen zeigen, sah er zwar einerseits einfach Dinge, aber durch die starke Farbverarbeitung auch eine Reflektion darüber.

Zu sehen sind die Werke in der Barrier Kreissparkasse und Wassermühle noch bis zum 6. November. Dazu öffnet die Wassermühle ihre Pforten immer mittwochs und freitags von 15 bis 18 Uhr.

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