Museums-Bilanz 2015

Volles Haus an Aktionstagen, weniger Gruppen zu Gast

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Besondere Aktionstage – wie im Bild das Spectaculum der Bronzezeit – waren auch 2015 die Publikumsmagneten im Kreismuseum. Insgesamt fanden erneut mehr als 40 000 Besucher den Weg ins Museum an der Herrlichkeit.

Syke - Von Tobias Kortas. Für das Kreismuseum Syke hat Leiter Dr. Ralf Vogeding eine klare Richtlinie: „Wir wollen ein niederschwelliges Museum sein“, erzählt der Volkskundler. Das bedeutet, dass die Landkreis-Einrichtung für alle Menschen attraktiv sein möchte. Vor allem zahlreiche Veranstaltungen und Aktionstage im Museum sollen unterschiedliche Zielgruppen ansprechen und auf die Ausstellungen aufmerksam machen. Das Kreismuseum zieht in einem Jahresbericht nun für 2015 Bilanz. Für Ralf Vogeding steht fest: „Das war ein gutes Jahr.“

Die nackten Zahlen lesen sich so, dass das Kreismuseum im vergangenen Jahr 40 955 Besucher hatte. 2014 waren es noch 41 706 Besucher. Der leichte Rückgang ist für Ralf Vogeding aber alles andere als alarmierend. „Alles, was über 40 000 Gästen liegt, ist für unser relativ kleines Haus super“, meint er.

Der leichte Besucherrückgang sei da eine normale Schwankung. „Wir haben 2015 ein paar Mal in den Schlecht-Wetter-Topf gegriffen. Das macht bei einem Aktionssonntag dann mal schnell ein paar Hundert Besucher aus.“ Umso bemerkenswerter ist es, dass das Kreismuseum im vergangenen Jahr die Zahl der Einzelbesucher sogar gesteigert hat. Ralf Vogeding führt das auf die „vielen Aktivitäten“ des Hauses zurück. Nur bei den Gruppenbesuchen haperte es. Während 32 686 Einzelbesucher im vergangenen Jahr ins Kreismuseum kamen, waren es 8 269 Einzelbesucher.

„Die Gruppenbesuche leiden bei uns seit Jahren etwas“, weiß der Museumsdirektor. Das liege vor allem daran, dass die Schulklassen einerseits immer weniger und kleiner würden und die Einrichtung andererseits seltener besuchten. Doch auch Erwachsenengruppen kommen seltener in das Kreismuseum. „Es ist schon seit den 90er-Jahren zu beobachten, dass speziell an Sonntagen immer mehr los ist. Diese Entwicklung geht weiter und wir bekommen das zu spüren.“ So kämen allgemein Menschen auch seltener in das Museum, um sich nur die Ausstellungen anzuschauen.

Das Rezept dagegen sind die Aktionstage und Veranstaltungen wie der textile Markt, der Frühlingsmarkt oder das Museumsfest sowie Konzerte, Vorträge, Lesungen und Führungen im Museum. Ralf Vogeding bringt das auf einen einfachen Nenner: „Alles ist bei uns belebt. Das Drumherum bildet einen Magneten.“ In diesem Zusammenhang beobachtet er einen interessanten Effekt. So seien zum Beispiel an Aktionssonntagen plötzlich auch die Sonderausstellungen stark frequentiert und die Besucher würden diese häufig loben. Für Ralf Vogeding steht fest: „Ein Großteil der Besucher der Ausstellungen kommt ohne die Aktionen nicht.“

Wichtig sei, dass es im Museum ständig etwas Neues gebe, auch wenn es nur Kleinigkeiten seien. Im vergangenen Jahr war das zum Beispiel ein Porzellanschuh im Textilladen, der an die Schicksale der jüdischen Familien erinnern soll, die bis Ende der 1930er-Jahre in der Region zahlreiche Textilgeschäfte betrieben hatten. Ein anderes Beispiel ist ein 100-jähriges auseinandernehmbares Kuhmodell, das in der Hauswirtschaftsabteilung an die Bedeutung der Milchwirtschaft erinnern soll.

In diesem Jahr gibt es im Museum tiefgreifendere Veränderungen. „Die Handwerksabteilung wird umgebaut. Zurzeit steht sie leer. Das Konzept für die Neugestaltung der Abteilung ist bereits ausgearbeitet. „Im Herbst sollen dann die neuen zeitgemäßeren Vitrinen dort stehen.“ Für Ralf Vogeding ist klar: „Lebendigkeit bedeutet, dass an der einen oder anderen Stellen auch mal was fehlt, damit Chancen für Neues da sind.“

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