A-Cappella-Band begeistert

Basta im Syker Theater: Voller Lebensfreude und Depression

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Manpower auf der Bühne: Basta bei ihrem Auftritt im Syker Theater.

Syke - Von Jan Dirk Wiewelhove. Fünf begnadete Stimmen und ein Publikum, das mitgeht - mehr ist nicht nötig für einen mitreißenden Abend mit der A-Cappella-Band Basta. Das Konzert im Syker Theater taumelte zwischen großer Lebensfreude und tiefer Depression und traf damit den Nerv der rund 320 Zuhörer.

Ein lautstarkes Intro oder grelle Lichteffekte braucht das Quintett nicht, um durchzustarten. Rene, Hannes, Werner, William und Arndt legen plötzlich los und zeigen bereits im ersten Lied „New York, Rio, Gütersloh“, wie Stimmen eine große Bandbreite an Emotionen transportieren können. Die Themen der Songs des neuen Albums „In Farbe“ stellen einen Balanceakt zwischen großer Lebensfreude und tiefer Depression dar. Dabei liefert die Band immer die richtige Prise Humor mit, die dem Publikum einen launigen Abend bereitet.

Extra für die neue Tour haben sie eine neue Choreografie einstudiert, erklärt William Wahl, der seit der Gründung im Jahr 2000 in der Band mitwirkt. Hierbei steht fast immer ein Sänger im Mittelpunkt, der den Song singt und den Takt vorgibt. Der Rest des Quintetts liefert die Hintergrundmusik für ein rundes Klangerlebnis. Dabei singt Basta immer wieder über Erfahrungen aus dem Leben. Die Nummer „Zu spät“ erzählt von den typischen Begebenheiten im Alltag, wenn jemand vor einem gerade geschlossenen Geschäft oder einem ausverkauften Regal steht. So mancher Zuhörer fühlt sich bei solchen Momenten ertappt.

Abbildung des Zeitgeists

Das neue Album ist auch ein Versuch, den Zeitgeist in unserer Gesellschaft abzubilden. Wenn die Truppe davon singt, dass soziale Medien wie Snapchat, Facebook, Twitter oder Instagram einige Leute überfordern, ist bei dem ein oder anderen Besucher ein sanftes Nicken erkennbar. Beeindruckend ist, mit welcher Geschwindigkeit und Ausdrucksstärke der Text von Hannes in die Weite des Saals gezimmert wird. Da sind eben Profis am Werk.

„Aber keine Angst, es wird nicht trauriger“, kündigt William vollmundig an und knüpft mit dem Song „Schlager“ nahtlos an. Der Titel handelt von einem brutalen Schläger und Geldeintreiber, der insgeheim Schlager à la Andreas Gabalier hört. Werner, klein und drahtig, wechselt von einem Beat auf den anderen von düster, brutal auf gut gelaunt. Solche Überraschungsmomente sind Teil des Erfolgsrezepts der Show der fünf Sänger, die auf der Bühne absolute Authentizität ausstrahlen.

Grandios mit eigenwilliger Interpretation

Dass die Crew auch mit Instrument harmoniert, zeigt sie bei „Mi casa su casa“. René holt die Ukulele hervor und begleitet das Stück über einem Mann, der von seiner Freundin verlassen wird und Zuflucht bei einem guten Kumpel sucht. Dieser nimmt ihn auch zuerst auf, so mache man das ja unter Freunden. Doch als es ihm zuviel wird, schubst er den Hilfesuchenden einfach aus dem offenen Fenster. Was eher nach kaltblütigem Mord klingt, kommt witzig und unverfänglich rüber.

Grandios beschließt Basta den Abend mit der eigenwilligen Interpretation von Marianne Rosenbergs Klassiker „Er gehört zu mir“ im Stile von Herbert Grönemeyer, gespielt von René - zum Weglachen. Für alle, die nach zwei Stunden a cappella noch nicht genug haben, kommt das Quintett noch ins Foyer, um Autogramme zu schreiben und weiter zu singen. Die Nähe zu ihren Besuchern ist den Kölner Jungs schließlich wichtig.

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