Vogelbeobachtung am Hohen Berg

Futtersuche statt Gesang

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Mit dem Fernglas machten sich die Teilnehmer auf dem Hohen Berg auf die Suche nach verschiedenen Vogelarten.

Syke - Von Heiner Büntemeyer. „Der Hohe Berg ist eigentlich Zilpzalp-Gebiet“, erklärt Sven Voß bei der Vogelbeobachtung, als die Beobachtungsgruppe in einem Holunderbusch einen kleinen Vogel entdeckt. Es könnte aber auch ein Fitis sein. Beide Vögel sehen sich sehr ähnlich, mögen sich jedoch überhaupt nicht. „Wo die eine Art lebt, vertreibt sie die andere.“ Klarheit bringe nur der Gesang. Aber der kleine Vogel schweigt.

Andere Vögel dagegen zwitscherten, trillerten und flöteten an diesem Abend, so dass Protokollantin Anni Wöhler-Pajenkamp fast 30 Vogelarten notierte. Nicht alle leben in dem Biotop. Einige, wie die Lachmöwen, der Turmfalke und die Mauersegler, überquerten den Berg nur, wurden aber auch in die Liste der beobachteten Vögel aufgenommen.

Für Ungeübte war es zunächst schwierig, die Wahrnehmungen der Vogel-Experten zu verfolgen. Beim Hausrotschwanz war das noch einfach: Dieser Vogel war auf Futtersuche für seine Brut und ständig vor dem Nabu-Stand unterwegs. Seinen knarrenden Warnruf und die Bettelrufe der Jungen waren nicht zu überhören. Aber um die Gesänge von Goldammer, Hänfling oder Stieglitz zu hören, dauerte es eine Weile. Erst als es gelang, die Nebengeräusche herauszufiltern und sich ganz auf die Vogelstimmen zu konzentrieren, hörte man deutlich den Gesang von Bachstelze, Schwalbe, Zilpzalp und Distelfink.

Allerdings bestätigte Silke Kreusel, dass das Vogelgezwitscher im Juli geringer wird, weil die Vögel ständig auf Futtersuche für ihre Brut sind. „Da bleibt ihnen kaum Zeit zum Singen. Außerdem haben sie ja auch ständig den Schnabel voll Futter“, lachte sie.

Diese Vogelzählungen sind nur ein Teil eines Projekts am Hohen Berg, das vom Nabu in diesem Jahr veranstaltet und von der Bingo-Umweltstiftung finanziert wird. Dabei werden bis Dezember alle Vögel, die bei monatlichen Beobachtungen entdeckt werden, notiert und gezählt.

Ein zweiter Teil dieses Projektes, eine Revierkartierung mit der Erfassung von Brutvögeln auf dem Hohen Berg, ist jetzt nach acht Projekttagen beendet. Die Auswertung wird im August veröffentlicht.

Neben wissenschaftlichen Erkenntnissen erhoffen sich die Veranstalter von den Projekten auch, dass sie in der Bevölkerung Interesse an der Vogelkunde wecken. Insgesamt beteiligten sich bisher etwa 20 Personen an den Führungen. Einige, darunter auch Jannika (10) aus Bramstedt, waren fast immer dabei. Sie hat bei diesen „Vogelstimmenkurs“ gelernt, welche Vogelarten in ihrem großen Garten leben, hat sich auch über die Lebensgewohnheiten dieser Vögel informiert und kann inzwischen am Flugbild sogar Mauersegler von Schwalben unterscheiden.

Die nächste Vogelzählung wird in den Sommerferien am 19. August um 19 Uhr veranstaltet.

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