Vier Verträge bei der Telekom – und trotzdem kein Anschluss

„Keine Sorge, das läuft!“

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Ärgert sich mächtig über die Telekom: Der Ristedter Tischlermeister Stefan Klinker.

Ristedt - Von Michael Walter. Das hatte sich Tischlermeister Stefan Klinker ganz anders vorgestellt, als er Anfang des Jahres beschlossen hatte, von seinem alten Mobilfunkanbieter zur Telekom zu wechseln. Doch nach endlosen Telefonaten, Mails und diversen Besuchen bei Telekom-Shops ist dabei nichts weiter herausgekommen als Frust und jede Menge Ärger.

Was für den selbstständigen Handwerker aber noch weit schwerer wiegt: Seit Anfang April ist er per Handy gar nicht mehr zu erreichen. Das bedeutet: Es gibt weder Kontakt zu Mitarbeitern und Kollegen, wenn Klinker unterwegs ist – und das ist er täglich – noch zu Lieferanten und Kunden. „Ich kann noch nicht mal Bescheid sagen, wenn ich im Stau stecke und mich verspäte.“

Was ist passiert? – Am 3. Januar hat Stefan Klinker den Vertrag bei seinem alten Mobilfunkanbieter mit Wirkung zum 1. April gekündigt und bei der Telekom einen neuen abgeschlossen. Für ihn entscheidend: Seine alte Nummer wollte er behalten.

„Machen sie sich keine Sorgen. Das läuft, hat der Berater im Telekom-Shop noch zu uns gesagt“, erzählt Klinker. Doch es kam anders. Am 1. April war Klinkers Handy tot. Ein Anruf bei der Telekom-Hotline brachte dann die erste Überraschung: „Dort hat man uns gesagt, unser Vertrag existiert gar nicht“, so Klinker. „Da half es auch nicht, dass wir unser Exemplar nochmal rübergefaxt haben. Der Vertrag war in der EDV angeblich nicht vorhanden.“ Kein Problem, lautete die Antwort der Telekom. Machen wir einfach einen neuen. Und so schloss Stefan Klinker am 1. April über die Hotline zum zweiten Mal einen Vertrag bei der Telekom ab. Der sollte zum 13.April wirksam werden. Doch kurz zuvor stellte sich heraus, dass auch dieser zweite Vertrag nicht zustande gekommen war.

„Keiner kriegt

es auf die Reihe“

Klinker: „Die Telekom sagte auf unsere Nachfrage, da sei ein Fehler im Vertrag. Mein Handelsregistereintrag würde fehlen. Ich bin Handwerker – ich habe überhaupt keinen Eintrag im Handelsregister. Dann habe der Computer angeblich die Berufsbezeichnung nicht akzeptiert. Auf jeden Fall hätten diese Fehlermeldungen dazu geführt, dass die Telekom die Portierung meiner Rufnummer nicht bei meinem alten Anbieter beantragen konnte.“

Klinker schloss am 10.April also einen dritten Vertrag ab – der ebenfalls wegen angeblich fehlerhafter Einträge abgelehnt wurde. Das erfuhr Klinker erst auf eigene Nachfrage am 17. April – und ließ sich überreden noch einen vierten Versuch zu unternehmen. Doch auch da meldete die Telekom-EDV wieder fehlerhafte Einträge.

Aber warum hat er sich nicht einfach eine neue Nummer geben lassen? „Wenn das mein Privatanschluss wäre, hätte ich damit überhaupt kein Problem“, sagt Klinker. „Aber das ist die Nummer, unter der man unseren Betrieb kennt. Die kann ich nicht so einfach wechseln. Da müsste ich ja hunderten Bescheid sagen. Kollegen, Kunden, Lieferanten… Und dann die ganze Werbung: Visitenkarten, Zollstöcke, Kugelschreiber. Überall steht diese Nummer drauf!“

Was ist da eigentlich schief gelaufen? Wie kann sich derselbe Fehler viermal nacheinander wiederholen, ohne dass die bearbeitende Stelle darauf aufmerksam wird? Und wieso informiert die Telekom ihren Kunden nicht darüber?

Trotz wiederholter telefonischer und schriftlicher Nachfragen unserer Redaktion war die Telekom nicht in der Lage, diese Fragen innerhalb von vier Arbeitstagen zu beantworten, sondern reagierte lediglich mit einer Beschreibung des Sachverhalts. Erst habe ein Buchungsfehler die Portierung der alten Rufnummer verhindert, dann war der zweite Vertrag angeblich nicht unterschrieben (Klinker: „Das stimmt nicht!“). Zu den Versuchen drei und vier äußert sich die Telekom nicht. Und Kontakt zum Kunden habe man doch sofort aufgenommen – gleich einen Tag nach der Anfrage der Kreiszeitung.

Klinker wundert das nicht. Denn er hat über Wochen genau dasselbe erlebt. „Ich hab mich so aufgeregt! Egal, mit wem man spricht, ob Laden oder Hotline: Keiner kriegt es auf die Reihe. Die Telekom verspricht dir alles – aber niemand kümmert sich darum.“

Übrigens: Telekom-Wettbewerber Debitel hat jetzt Klinkers Nummer binnen zweier Tage portiert bekommen. Am 29. April soll sie freigeschaltet werden…

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