Vier BBS-Schülerinnen untersuchen: Wie barrierefrei ist Syke?

Selbstversuch im Rollstuhl

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In Aktion: Die Schülerinnen (von links) Jana Guthe, Ani Lusinyan, Khadije Bekdach und Perla Ghassan untersuchen die Syker Volksbank auf Barrieren für Rollstuhlfahrer.

Syke - Von Tobias Kortas. „An die Computer kommt man als Rollstuhl-Fahrer nicht ran“, stellen Perla Ghassan (17), Jana Guthe (18), Khadije Bekdach (18) und Ani Lusinyan (17) in der Stadtbibliothek fest. Prompt fragen die Schülerinnen der Berufsbildenden Schulen (BBS) bei einer Bibliotheks-Mitarbeiterin nach. „Es ist bereits eine Rampe in Planung“, beschwichtigt diese.

Die Mädchen gehören der 12. Klasse des Beruflichen Gymnasiums „Gesundheit und Pflege“ der BBS an. Im Rahmen eines knapp viermonatigen Projekts unter der Überschrift „Gesundheit im Spiegel der Gesellschaft“ haben sich die Mädchen zusammengefunden.

Ihr Gruppenname lautet „Care for Wheelchair“ (Sorge für den Rollstuhl). Der Plan: Die Rollstuhltauglichkeit von verschiedenen Schauplätzen in Syke zu überprüfen.

„Die Schülerinnen haben für den 30. April und 5. Mai auch Interviews mit Syker Rollstuhlfahrern geplant“, verrät Karin Senger, Wohnheimleiterin bei der Lebenshilfe. Die Lebenshilfe fungiert als Auftraggeber für das Projekt. „Ich helfe bei der Projektplanung sowie bei der Organisation der Interviews“, so Senger.

Gestern waren die Mädchen in Begleitung von Senger und Dieter Hollwedel vom Behindertenbeirat in der Innenstadt unterwegs. „Die Bewältigung des Alltags kann im Rollstuhl zu einem großen Problem werden“, weiß er. Unter anderem nahm die Gruppe die Volksbank, die Schloss-Apotheke, die Hauptstelle der Kreissparkasse Syke sowie das Rathaus und die Stadtbibliothek unter die Lupe. Abwechselnd waren jeweils zwei der Schülerinnen in einem Rollstuhl unterwegs, um Eindrücke aus erster Hand zu gewinnen.

Das Ergebnis fiel bis auf die fehlende Rampe in der Stadtbibliothek durchweg positiv aus. „Man kommt auch im Rollstuhl an viele Regale an“, stellt die Projektgruppe zum Beispiel in der Schloss-Apotheke fest. Auch eine behindertengerechte Toilette gibt es dort. Genauso wie etwa im Rathaus. Außerdem sammelten die Schülerinnen auch Video-Material. „Wir möchten einen Film über die Begehung zusammenschneiden“, klärt Lusinyan auf.

Bis zum Ende des Projektes Mitte Juni planen die Schülerinnen weitere Selbstversuche im Rollstuhl. „Wir wollen noch in Arztpraxen, zur AOK, ins Kino, ins Georgs-Bad und in verschiedene Schulen“, erklärt die Arbeitsgruppe.

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