Vielseitig: Sibylle Kynast in der Wassermühle

Zwischen Heulen und Lachen

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Sibylle Kynast und Gitarrist Horst Memmen bei ihrem Konzert in der Barrier Wassermühle.

Von Angelika Kratz. Zum zweiten Mal in diesem Jahr machte Sibylle Kynast Station in Syke. Nachdem sie Anfang des Jahres einen begeisternden Auftritt im Westflügel mit relativ großer musikalischer Begleitung hatte, ging es nun, den Örtlichkeiten in der Barrier Wassermühle angepasst, etwas abgespeckter zu. Mitgebracht hatte die sympathisch und natürlich wirkende Sängerin Gitarrist Horst Memmen und Paul Rudolf am Kontrabass.

Nicht nur Mühlenbesitzerin Christiane Palm-Hofmeister freute sich auf einen Abend mit traditionellen und überlieferten Liedern. Weltumspannende Verbundenheit mit unterschiedlichsten Kulturen und gesellschaftlichen Entwicklungen liegt Kynast tief im Herzen. Bestens passte diese Einstellung zu der aktuellen politischen Lage voller Terrornachrichten.

Die Welt draußen verschwand nach nur wenigen Minuten, denn die wunderschöne Stimme fand mit Kontrabass und Gitarre genau den richtigen Weg in die Seele des Zuhörers.

Da tanzte der Rabbiner, bis es im Himmel zitterte, und in Mexiko wurde anschließend mit „La Llorona“ geweint. „Those Were the Days“, der Ohrwurm von Mary Hopkin aus dem Jahr 1968 ging auf Jiddisch genauso zu Herzen. Das Publikum spendete begeistert Applaus und lauschte fasziniert beim spanischen Liebeslied einer Frau „Adio mein Liebling“.

Sibylle Kynast sprang von Jiddisch zu Ladinisch oder Spanisch, verband Tieftrauriges mit unbändiger Lebensfreude. Die Musik steckte an: Trotz aller Melancholie war sie wunderbar fröhlich und bildete genau das richtige Gleichgewicht zwischen Heulen und Lachen.

So manche Füße tanzten mit, aber zu mehr Körpereinsatz bot die Wassermühle kaum eine Möglichkeit. „Jetzt dürft ihr auch mal mitsingen“, musste eigentlich das Publikum nicht animiert werden. So erfüllte ein „Donna, donna“, der Aufschrei der Juden im Dritten Reich in Richtung Gott, etwas zu tun, die Wassermühle leise, aber fast fühlbar inbrünstig. Mit einem „Daridari“ ging es in einem russischen Zigeunerlied weiter durch die Kulturkreise und landete schließlich zu einem temperamentvollen „Olé“ bei einer spanischen Hochzeit.

Das Barrier Publikum hat das Trio aus Sängerin Sibylle Kynast und den versierten Musikern Memmen und Rudolf absolut überzeugt. Ohne Zugabe ging nichts hinsichtlich eines verdienten Feierabends. Über ein Wiedersehen und Wiederhören würde sich die neue Fangemeinde sehr freuen.

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