Winterruhe im „Ostland“

Vielfalt und Geselligkeit im Kleingartenverein

Rolf Helfritsch und Elsbeth Thomas führen als Vorstandsmitglieder des Kleingartenvereins „Ostland“ gern Besucher durch die schmucke Anlage. - Foto: Heiner Büntemeyer

Syke - Von Heiner Büntemeyer. Im Kleingartengelände „Ostland“ ist Winterruhe eingekehrt. Die letzten Früchte sind geerntet, der Boden ist für die nächste Aussaat und neue Anpflanzungen im Frühjahr vorbereitet. Insgesamt umfasst das Gelände 67 Gärten mit einer Grundfläche von jeweils maximal 400 Quadratmetern.

Jeder Pächter kann seinen Garten nach eigenen Vorstellungen bewirtschaften, muss dabei aber Vorgaben berücksichtigen. So dürfen keine Waldbäume und Koniferen gepflanzt, hohe Bäume müssen gestutzt werden und Kleintiere dürfen hier nicht gehalten werden. Etwa ein Drittel der Gartenfläche sollte „Grabeland“ sein, auf dem Gemüse angebaut wird.

Zu viel geerntetes Gemüse und Ableger werden oft an benachbarte Parzellenbesitzer weitergegeben. Elsbeth Thomas berichtet, dass sie Kürbisse aus ihrem Garten, die sie nicht verarbeiten konnte, Besuchern des Geländes geschenkt hat.

Das Kleingartengebiet gilt als öffentliche Grünanlage, die auch Spaziergängern offen steht und oft für einem Bummel auf den Rasenwegen genutzt wird. Natürlich dürfen die Parzellen nur mit Erlaubnis betreten werden.

Sieben Gärten derzeit noch frei

Es sind gepflegte Wege, und es ist interessant, einen Blick in die Gärten zu werfen. Jede Parzelle wird individuell genutzt, jede Laube hat einen eigenen Charakter, jede Anlage ihren eigenen Charme. Einige Pächter lieben Blumen, andere haben unter Obstbäumen eine Rasenfläche angelegt oder Beerenobst am Zaun entlang gepflanzt. Es gibt Hochbeete, Frühbeete und Gewächshäuser, in denen noch im Spätherbst Tomaten und Gurken reiften. Natürlich grüßen aus vielen Gärten auch Gartenzwerge oder andere Figuren herüber.

Individuell sind die Lauben gestaltet, deren überdachte Grundfläche nicht größer als 24 Quadratmeter sein darf. Hier stellen die Kleingärtner ihre Gartengeräte unter, aber sie bieten auch Platz für ein Nickerchen nach getaner Arbeit – oder um im gemütlichen Kreis Kaffee oder nach Feierabend ein Bierchen zu trinken.

„Unsere Mitglieder sollten schon an einer guten Nachbarschaft interessiert und kontaktfreudig sein“, erklärt Rolf Helfritsch, der seit 13 Jahren hier einen Garten bewirtschaftet und seit drei Jahren Vorsitzender des Kleingartenvereins „Ostland“ ist, dem Elsbeth Thomas schon seit mehr als 30 Jahren als Schatzmeisterin angehört.

Dieser Vorstand sorgt zusammen mit dem Festausschuss für das Zusammenleben innerhalb der kleinen Kolonie. Sie erarbeiten einen mit den Pächtern abgestimmten Arbeitsdienstplan: Jeder Pächter ist verpflichtet, im Jahr zwölf Stunden Gemeinschaftsarbeit zu leisten. Dann werden Wege und der Platz am Vereinsheim gemäht, dann wird das Gelände gesäubert oder am und im schmucken Vereinsheim gearbeitet.

Es wird auch gefeiert

„Aber das gemeinsame Feiern wird nicht auf die Gemeinschaftsarbeit angerechnet“, lacht Helfritsch. Und, so versichert er: Es wird gefeiert. Das große Osterfeuer ist die erste gemeinsame Veranstaltung im Jahr. Die Gartensaison wird am 1.  Mai eröffnet, am Sonnabend vor dem Muttertag gibt es ein Muttertagscafé mit großem Kuchenbuffet. Weitere Gemeinschaftsveranstaltungen, die der Festausschuss vorbereitet, sind Vatertag, Sommerfest, Grillfeste, das Erntefest und die Adventsfeier mit Julklapp vor dem ersten Advent.

Ganz nebenbei, aber sehr bewusst, erfolgt im „Ostland“ Integrationsarbeit. Angehörige von elf Nationen haben hier einen Garten. Einigen Gärten sieht man das an, weil die Lauben anders gestaltet sind oder weil besondere Gemüsearten oder Kräuter bevorzugt angebaut werden.

Gegenwärtig werden sieben Gärten nicht bewirtschaftet, aber Rolf Helfritsch ist davon überzeugt, dass diese spätestens im Frühjahr einen neuen Besitzer finden werden.

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