Neues Konzept steht

An der GTS 2001 laufen die Vorbereitungen für die Umwandlung zur Oberschule

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Das Miteinander von ganz kleinen und ganz großen Schülern wird nach den Sommerferien den Alltag an der neuen Oberschule prägen. Die Vorbereitungen laufen. Petra Raue, kommissarische Schulleiterin an der (noch) GTS 2001 wirft einen Blick aus dem Fenster eines Spielhäuschens, das auf dem Pausenhof der zukünftigen Grundschüler steht.

Syke - Von Michael Walter. Am Donnerstag endete im Syker Theater eine Ära: Zum letzten Mal verabschiedet die GTS 2001 ihre Schulabsolventen. Im Jahr darauf werden die Abschlussjahrgänge bereits das Logo der neuen Oberschule auf ihren Zeugnissen haben.

Was bis dato eine verpflichtende Ganztagsschule mit Haupt- und Realschulzweig gewesen ist, wird zur Oberschule mit angegliederter Grundschule. Mit der Umwandlung der Schulform verschwindet nach den Sommerferien auch der vertraute Name aus dem Sprachgebrauch. Für die Schule gehen die Veränderungen aber viel tiefer.

Der nach außen am deutlichsten sichtbare Unterschied dürfte das Nebeneinander von ganz kleinen und ganz großen Schülern sein. „Manche haben Sorge, dass das nicht geht“, sagt die aktuelle Schulleiterin Petra Raue. „Diese Sorge wollen wir nehmen.“ 

Etwa, indem man den unterschiedlichen Altersgruppen ihre eigenen Rückzugsbereiche gibt. Die Grundschüler bekommen zum Beispiel ihren eigenen Pausenhof. Altersgerechte Spielgeräte hat die Schule bereits angeschafft und zum Teil sogar schon aufgebaut. 

Ältere Schüler sollen jüngeren als Paten helfen

Und für ein bewusstes Miteinander schwebt Petra Raue eine Art Paten-Projekt vor: Die neunten und zehnten Klassen sollen Paten für die ersten und zweiten werden und zum Beispiel die Kleinen zum Mittagessen in die Mensa begleiten.

„Wir würden das über die Schulsozialarbeit steuern und eine kleine Ausbildung anbieten. Das ließe sich anschließend ausbauen. Theoretisch sogar bis zum Erwerb der Jugendleiter-Karte.“

Auch der pädagogische Ansatz wird sich verändern. War die alte GTS in einen Hauptschul- und einen Realschulzweig getrennt, sollen die Kinder an der Oberschule mindestens bis Klasse sieben gemeinsamen Unterricht erhalten. Vielleicht sogar bis in den neunten Jahrgang, das steht noch nicht endgültig fest. „Wir differenzieren irgendwann zwar in Fachleistungskurse, aber die Klassenverbände bleiben bestehen“, sagt Raue.

Das Prinzip Lernen durch Handeln bildet künftig einen Schwerpunkt. Malte, Natalja Robertus und Amy zeigen, wie das geht.

Um alle Schüler entsprechend ihrer individuellen Leistungsstärke zu unterrichten, sollen sogenannte Lernbüros zum Standard werden. Lehrerin Natalja Robertus erklärt: „In einem Lernbüro haben zwar alle gleichzeitig Unterricht, aber nicht alle machen zur gleichen Zeit dasselbe. Es gibt unterschiedliche Anforderungen für stärkere und schwächere Schüler. Und das ermöglicht auch Kindern mit intensivem Unterstützungsbedarf Lernfortschritte.“

Die Kinder lernen dabei oft spielerisch. Amy und Malte (beide 7. Klasse) würfeln: Der weiße Würfel ergibt positive Zahlen, der gelbe Würfel negative. Bei jedem Wurf müssen die beiden also „Plus-Zahlen“ und „Minus-Zahlen“ miteinander verrechnen und die Summe der Würfe notieren – und lernen auf diese Weise das Rechnen mit negativen Zahlen.

„Lernen durch Handeln“ nennt Natalja Robertus das und greift für ein weiteres Beispiel zu ein paar Murmeln und einem Gitter, auf das sie vier Reihen zu je sechs Murmeln legt. „Die Kinder müssen mir nicht glauben, dass vier mal sechs 24 ist, sie können es sehen und buchstäblich begreifen. Und sie können ebenso sehen, dass vier mal sechs dasselbe ist wie sechs mal vier – ohne, dass man groß erklären müsste.“

Das Team der Stadtbibliothek hat die alte Schulbücherei auf Vordermann gebracht und betreibt sie demnächst als Außenstelle.

Solche Lernbüros mit unterschiedlich differenzierten Aufgaben für die Schüler gibt es bereits, sie waren bisher aber nicht „flächendeckend“ an der Schule eingeführt. Das ändert sich mit Einführung der Oberschule.

Berufsvorbereitung mit starkem Praxis-Anteil war der Schwerpunkt, den einmal die GTS 2001 gesetzt hatte und für den sie ausgezeichnet worden ist. „Leider ist dieser Bereich in den vergangenen Jahren aus unterschiedlichen Gründen stark zurückgefahren worden“, sagt Petra Raue. „Wir müssen und wollen den berufsvorbereitenden Anteil wieder neu aufbauen.“ 

Gleiches gilt für den Bereich Schülerfirmen. Es gab mal eine ganze Reihe davon. Aktuell hat die GTS 2001 keine einzige mehr.

Neu aufbauen möchte Petra Raue auch die Schulbibliothek. „Die ist in den vergangenen Jahren praktisch gar nicht mehr benutzt worden.“ Das soll wieder anders werden. Hilfe hat sie sich dafür bei den Profis geholt: Jutta Behrens und ihr Team von der Stadtbibliothek leisten Schützenhilfe. 

Den völlig veralteten Bücherbestand haben sie durchgeforstet und aufgefrischt, für eine ansprechende Einrichtung hat der Förderverein Geld dazugegeben. Künftig wird die Schulbücherei auch von der Stadtbibliothek betrieben und damit zur dritten Außenstelle nach den Schulbüchereien in Barrien und Heiligenfelde.

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