Rund 20 Aussteller in Syke

Mittelaltermarkt am Kreismuseum: „Viele nennen das verrückt“

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Monty Born (v.l.), Christian, Fabian und Miriam Wulff probieren ihr Geschick. Der Ring muss mit einer gekonnten Bewegung ums Stöckchen herum: leichter gesagt, als getan.

Syke - Von Robin Grulke. „Viele nennen das verrückt“, sagt Walter Schwarze. An diesem Wochenende schläft er wie rund 20 weitere gleichgesinnte Mittelalterfreunde am Kreismuseum in einem Wikingerzelt und gibt tagsüber all das Wissen preis, das er zum Thema Bogenbauen in den vergangenen 25 Jahren gesammelt hat. „Dann bin ich gerne verrückt!“

Beim Mittelaltermarkt auf dem Gelände des Kreismuseums drehte sich Sonntag alles um die Zeit vor knapp 1 000 Jahren – damals, als die Wikinger ihr Unwesen trieben. Aus der Zeit stammen auch die Techniken, die Schwarze nutzt, um seine Bögen aus Ästen zu formen.

Mit Beil, Zieheisen und ganz viel Ruhe geht er dem Gehölz an den Kragen, bis er einen wettkampffähigen Holzbogen sein Eigen nennt. „Damals haben die das so gemacht, und so will ich das auch machen“, erzählt er.

Den Hang zum Vergangenen brauchen wohl alle, die sich in ihrer Freizeit in dem Maße dem Thema Mittelalter zuwenden. Monty Born hat ihn definitiv: „Das ist mein Hobby“, sagt er. „Mir geht’s darum zu zeigen, was die damals gespielt haben könnten.“ Und spielen wollten Erwachsene genau wie Kinder.

Dafür hat Born unterschiedliche, im Aufbau simple Spielzeuge mitgebracht. Wer das nötige Quäntchen Geschick mitbrachte, schaffte es, einen Ring mit dem passenden Stock zu fangen. Griffkraft – hier zeigte sich die Überlegenheit eines Steinsetzers – brauchte man, um gegen Born beim Pflock-Halten zu gewinnen. Zwei Kontrahenten stehen sich gegenüber und halten mit je einer Hand einen eingefetteten Holzpflock fest. Ziehen und Ruckeln ist erlaubt, und wer zuerst abrutscht, ist geschlagen.

Asa bastelt mit Heiko ein Armband aus Leder.

„Ich möchte den Besuchern die Geschichte nahebringen. Sie sollen sie anfassen und begreifen können“, sagt Born. Der Ergotherapeut fährt regelmäßig nach Dänemark, wo er neue Anregungen sammelt, wie er das Vergangene erlebbar machen kann. Dafür gibt er sich auch so authentisch wie möglich. Von Freitag bis Sonntag nächtigte er in einem sogenannten Sachsenzelt, das ihn lediglich mit fünf Ästen und einem großen Leinentuch vor den Regenschauern schützt, die sich am Wochenende wieder einmal häuften. Wird ihm dabei kalt, helfen allein Tierfelle.

Die anderen Aussteller hatten selbstverständlich auch etwas zu bieten. Wikingermode, Speckstein bearbeiten für Kinder und mehrere Stände mit Schmuck lockten einige Syker hinter dem Ofen hervor. Das Wetter zwang Gäste wie Aussteller immer wieder in die Zelte. So kamen aber auch Gespräche zustande, die andernfalls auf der Strecke geblieben wären. Am Ende geht es darum, gemeinsam etwas über die Vergangenheit zu lernen.

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