Elke und Wolfgang Kaeding starten mit ihrem privaten Museum in Okel durch

Viel Energie für Nostalgie

Elke und Wolfgang Kaeding sitzen Probe in einem neuen Ausstellungsstück: Einem mintfarbenen Messerschmitt-Kabinenroller.
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Elke und Wolfgang Kaeding sitzen Probe in einem neuen Ausstellungsstück: Einem mintfarbenen Messerschmitt-Kabinenroller.

Okel – Sie sind wieder am Start: Elke und Wolfgang Kaeding haben nach einem knappen Dreivierteljahr Corona-Zwangspause die ersten Gäste im Nostalgie-Museum empfangen, das sie privat und in ihrer Freizeit in der ehemaligen Gaststätte Winkelmann betreiben. Im Gespräch verraten sie: Es war gar nicht so selbstverständlich, dass sie nach acht Monaten im Lockdown überhaupt wieder aufmachen würden.

Elke Kaeding wirkt quirlig bis hektisch. Schier endlos könnte sie ihre Noch-to-do-Liste aufzählen: Dies ist noch nicht fertig, und das muss noch gemacht werden... Sie strahlt Energie und Tatendrang aus. Und das, obwohl hinter ihr drei bis vier Wochen Vorbereitungen auf die Wiedereröffnung liegen, mit täglichen Arbeitszeiten am und im Museum von nachmittags bis in den späten Abend. „Und ich hab ja auch noch einen Beruf.“

Die erste Zeit nach dem Lockdown hatten Kaedings damit überbrückt, ihr Museum im Internet präsenter zu machen. Im Verlauf hatten sie dabei unter anderem einen virtuellen Adventskalender produziert. Mit Musik und plattdeutschen Geschichten an den Sonntagen und unter der Woche einer täglichen Videosequenz aus dem Museum.

„Im Januar waren wir dann psychisch platt“, sagt Wolfgang Kaeding. Große Sorgen hatten die beiden geplagt. Sie sind nicht reich, das Museum ist ihr Herzenskind, aber es hat sich vor Corona schon nicht in jedem Monat selbst getragen. Wie soll das jetzt weitergehen, hatten sie sich gefragt. Wie sollen wir das schaffen? Können wir beide das überhaupt?

Am Ende dieser Phase stand ein Entschluss: Wir machen weiter. Mindestens noch ein Jahr. „2022 gäbe es das Museum fünf Jahre. Das möchten wir auf jeden Fall noch erleben“, sagt Elke Kaeding.

Aktuell bestimmt Corona weiterhin die Spielregeln. „Im Moment ist alles wieder erlaubt“, sagt Elke Kaeding. „Aber alles unter Auflagen. Das heißt, wir werden von uns aus alles ein bisschen kleiner halten.“ Das betrifft in erster Linie Veranstaltungen. Elke Kaeding erklärt den Gedankengang: „22 Plätze dürften wir im Moment belegen. Das heißt, wir müssten die Eintrittspreise ganz enorm erhöhen, damit wir den Künstlern, die bei uns auftreten, die Gage bezahlen könnten. Und ob die Leute das bezahlen würden, weiß ich nicht. Alternativ könnten wir nur Künstler engagieren, die für den Hut spielen.“

Kaedings überlegen noch, wie sie’s machen werden. „Es wird ein paar Veranstaltungen geben. Aber es gibt noch keine Termine. Und ich lasse dieses Jahr auch keine Flyer mehr drucken. Das lohnt sich für 22 Plätze sowieso nicht.“

Die 50er- und 60er-Jahre bilden den inhaltlichen Schwerpunkt der Dauerausstellung.

Im Museum selbst gibt es ein paar neue Ausstellungsstücke. Unter anderem einen mintfarbenen Messerschmitt Kabinenroller. Eine kleine Modelleisenbahn aus den 60er-Jahren ist noch im Werden. Und einen Flur hat Elke Kaeding als „Kristalldiele“ eingerichtet. Mit Leuchtern, Gläsern, Porzellan – und Ölgemälden. „Das stammt alles aus der Privatsammlung meiner Schwiegermutter“, sagt Elke Kaeding. „Die Gemälde hat sie selbstgemacht, nach Motiven Worpsweder Maler.“ Wolfgang Kaeding hakt ein: „Meine Mutter hatte um die 30 eine schwere Krebsoperation und konnte danach den rechten Arm nicht mehr richtig bewegen. Sie hat damals mit Malen angefangen, um ihre Motorik wiederzuerlangen. Die Bilder hat sie fast alle verschenkt. Diese Ausstellung ist eine Hommage an sie.“

Infos und Öffnungszeiten

Nostalgie-Museum Okel

Von Michael Walter

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