Viel Applaus für Ninia LaGrande

Peitschen, Kreisel und Problemzonen

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Ninia LaGrande war am Mittwoch für eine Lesung im Rahmen der Syker Literaturwoche im Vorwerk zu Gast.

Syke - Von Dagmar Voss. Amüsant bis urkomisch unterhielt Ninia LaGrande ihr Publikum im Rahmen der vierten Syker Literaturwoche im Vorwerk. Schon ihr Künstlername LaGrande – also „die Große“ – zeugt von Humor angesichts des Eingeständnisses: „Ich bin 32 Jahre alt und 140 Zentimeter lang. Aber immerhin stimmen die Proportionen, und ich versuche, mit diesen Zentimetern geballter Lebensgröße einfach ganz ‚normal’ zu sein.“

Zur kurzweilig erzählten Lebensgeschichte der Moderatorin, Autorin und Slam-Poetin aus Hannover – mit bürgerlichem Namen Ninia Binias – gesellten sich Texte aus ihrem Buch „…und ganz, ganz viele Doofe!“ sowie diverse neuere Prosa.

Zu den eher trockenen Betrachtungen über ihr Fernsehjunkie-Dasein gehörte, dass der Samstag quasi mit Shopping Queen und anderen trivialen Sendungen von RTL und Vox belegt ist. Für die Zuhörer schon Grund genug, zunächst leise zu gniggern. Später ging es dann aber zu lautem Lachen über, als sie über ihren Kontrollzwang beim Verlassen des Hauses berichtete. Gut bekannte immer wiederkehrende Handlungen, wie das Überprüfen, ob der Herd aus ist und die Tür auch wirklich abgeschlossen.

Das Publikum erfuhr alles über Pindopps – die auch als Peitschenkreisel bekannten hölzernen Kinderspielzeuge – und dass es nahe LaGrandes Zuhause in Hannovers Südstadt eine Sportsbar namens Pindopp gab. Über LaGrande als Kind, als Prinzessin auf der Holzburg. Über Gespräche mit Taxifahrern und über fehlende Begeisterung für Sport.

Zur Abwechslung zwischen den komischen Histörchen gab es auch nachdenklichere Töne, so etwa „Ella“: Entstanden, weil die Autorin sich gern Geschichten ausdenkt über das, was wohl in langen Straßen hinter den Fenstern passiert. Hinter einem logieren eine Frau Hohenheimer und ihre Katze Anchovi. Erstere macht sich Gedanken über die Nachbarin Ella, die morgens immer nur mit Kaffee in Pappbechern zu sehen ist. Dem schafft Frau Hohenheimer schließlich Abhilfe mit einer geschenkten Kaffeemaschine.

Den Vogel schoss LaGrande ab mit ihrer Werbespot-Analyse „Problemzone“, bei dem Achseln schöner werden sollen durch ein bestimmtes Deo: „Warum kann nicht mal was von Natur aus schön sein?“, fragte sie sich und das Publikum. Das war begeistert und bekam für seinen langen Applaus noch eine kleine Lese-Zugabe über „Babys für die Gesellschaft“.

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