Fünften VfV-Pionierfahrt des ADAC

100 Jahre alt – und immer noch in Schuss

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Startklar: Werner Ehlers mit seiner mehr als 100 Jahre alten „Laurin“.

Wachendorf - Von Heiner Büntemeyer. „Sollen wir unsere Maschinen überhaupt ausladen?“ fragten am Samstag einige Teilnehmer der fünften VfV-Pionierfahrt des ADAC, als die rund 60 Kilometer lange Tour starten sollte. Der Grund: Die Teilnehmer waren bereits am Freitag angereist und hatten einen herrlichen Sommerabend lang gemütliche Klönschnacks und Benzingespräche geführt. Doch ihre betagten, mehr als 100 Jahre alten Motorräder verlangten nach einer Ausfahrt. So rollte am Vormittag ein Konvoi aus rund 20 Motorrädern los.

VfV steht steht für Veteranen-Fahrzeug-Verband. Die Rundfahrt führte über Schwarme und Kleinenborstel zur „Skypipe-Performance“ nach Haendorf. Von dort aus ging es über Bruchhausen-Vilsen und Süstedt wieder zurück nach Wachendorf.

Überall blieben die Passanten am Straßenrand stehen, wenn die Motorräder schnaufend langsam an ihnen vorbeiratterten. Leider gab es auch einen Unfall mit Materialschaden: Bei einer Maschine war die Vordergabel gebrochen. Was bei einem normalen Motorrad einem Totalschaden gleich gekommen wäre, hat bei diesen Motorrad-Veteranen lediglich zur Folge, dass die Fahrt im Besenwagen weitergeht – dabei handelt es sich um ein Fahrzeug, dass die Teilnehmer aufnimmt, die das Rennen aufgeben müssen.

„Bei Motorrädern dieses Alters gibt es keine Totalschäden mehr. Bei uns wird alles repariert“, teilte Martin Maager aus Nartum (Landkreis Rotenburg) mit. Er war mit einer belgischen „Sarolea“ angereist. Er durfte offiziell nicht an der Tour teilnehmen, weil seine Maschine, Baujahr 1952, zu jung war.

Aber Christa Ganzow-Lehmann war dabei. Sie war mit dem „Ladys model“ einer britischen „Wynn“ angereist, die ein Engländer 1910 für seine Schwester gebaut hatte. Später hatte die Maschine einige Jahre in einem Museum auf der Isle of Man gestanden, wo Christa Ganzow-Lehmanns Ehemann sie erstanden und wieder zum Leben erweckt hatte. Schon zweimal hat sie damit an der klassischen London-Brighton-Tour teilgenommen.

Nach der Rückkehr von jeder Rundfahrt werden die Motorräder aufgebockt und mit einer Pappe unter dem Motor „trockengelegt“. Die Besitzer drehen Benzin- und Ölhahn zu, spannen die Keilriemen nach und schmieren Schmiernippel ab. Oft ergeben sich dabei Fachgespräche mit anderen Fahrern oder interessierten Gästen.

Benzin in den Öltank, Öl in den Benzintank

Werner Ehlers erklärte dabei, dass er in seiner uralten „Laurin“ das Benzin in den Öltank und das Öl in den Benzintank gießt, weil er aus Sicherheitsgründen den ursprünglichen Oberflächen-Vergaser durch einen modernen Vergaser ersetzt hat. Jetzt läuft das Benzin von oben in den Vergaser. Aus dem unten liegenden Öltank muss er mit einer Handpumpe von Zeit zu Zeit einige Tropfen Öl nachpumpen. „Wann der Motor danach lechzt, das hört man schon“, erzählt er.

Veranstalter Kurt Harries und Bernd Tafel sowie Fahrtleiter Hans Göbel freuten sich über positive Resonanz der Oldtimerfreunde, die später zu einer zweiten Ausfahrt aufbrachen, um das Fahrgefühl noch einmal zu erleben.

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