Fische, Frauen und Fangquoten

Nagelritz entführt Zuschauer im Gleis 1 in seine eigene skurrile Welt

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Nagelritz in seinem Element – im Gleis 1.

Syke - Von Angelika Kratz. Seemannsgarn unter der Marke „Nagelritz“ bot sich schon des öfteren im Gleis 1 an. Nun gab es eine wiederum sehr gut besuchte musikalische Fortsetzung mit der Erweiterung „Nagelritz und die Fischforscher“.

Dass damit nicht ein wirkliches Forschungsschiff wie die „Polarstern“ und ein wissenschaftlicher Vortrag gemeint war, konnte sich die Fangemeinde von „Nagelritz“ nur allzu gut vorstellen.

Künstler fühlen sich wohl im Gleis 1

Die gute Laune schwappte in Erwartung des Abends weit weg vom Angebot der Glotze daheim mit Dirk Langer alias Nagelritz und seinen Forschern Gabriel Lonquich am Schlagzeug und Uli Sobotta an Euphonium und Bass nur so an den Gleis-1-Bahnsteig. Fast wie hohe Wellen rauschten draußen die gelegentlichen ICEs vorbei, oder die Regionalbahn legte sanft an.

Das Gleis 1 ist die Geräuschkulisse gewohnt, und Nagelritz und die Fischforscher fühlten sich mit ihren Versprechungen rund um Fische, Frauen und Fangquoten offensichtlich in der ungewöhnlichen Lokalität sehr wohl.

„Zum Klo geht es heute in die andere Richtung“ gab es gleich den Hinweis nicht wie gewohnt an der mit Absperrband gesicherten Bühne im Notfall vorbei zu rennen. Dort leuchteten im Scheinwerferlicht große Plakate mit Meerjungfrau, Säbelzahnfisch und mit Glühbirnen ausstaffierten Tintenfischen.

Erster Teil des Abends leidet unter technischen Problemen

Wie stets saßen die mutigsten Zuschauer in der ersten Reihe und wussten um ihren Part des Mitspielens. Das Gleis 1 lebt durch die Freiwilligen. So hatte Nagelritz leichtes Spiel, weitere Gäste mit an Bord zu bekommen.

„Wenn Schwimmen schlank macht, warum sieht man das einem Pottwal nicht an?“ So oder ähnlich wurden Fragen, die die Menschheit beschäftigen, angesprochen – und tatsächlich auch beantwortet. Neben dem Laichverhalten von Seegurken lenkte sich der Blick auf Socken, ein Ersaufen ohne Genuss und die täglich neuen Herausforderungen von Spermien in der Tiefsee. Und mitgenommen hat sicherlich jeder die Aussage des Abends: „Fische haben kein Burn-out.“

Der Abend voller skurriler Vertonungen eines Joachim Ringelnatz litt leider im ersten Teil unter Problemen mit der Technik. Der zweite Programmteil versöhnte alle Besucher mit viel besserer Technik und dem damit verbundenen Verständnis der Texte.

„Alles ist tiefer, als es scheint“

Zunehmend machte es Spaß, mit den Fischforschern Netze voller Witzfische aus dem imaginären Meer zu ziehen. „Ein seichtes Wort so tief gemeint, alles ist tiefer, als es scheint“, kam Ringelnatz auch hörbar ins Spiel.

Mit einem Flaschensolo brachte sich die erste Reihe noch einmal ganz nach vorne, und mit Fischfüßen kontra Nordic Walking durfte Nagelritz mit seiner tollen schrägen Stimme und den musikalischen Fischforschern an seiner Seite nicht so einfach wegsegeln. Längst war dem Publikum klar: „Wer Fische versteht, versteht das Leben“.

Und dass Freundschaft wie eine ständig anders gemachte Leberwurst ist, gab es schließlich noch als Zugabe mit auf den Heimweg.

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