„Verlernt, über das Sterben zu reden“

VHS-Halbjahresprogramm vorgestellt

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Lydia Neumann ist stolz auf das Halbjahresprogramm, das sie für die Syker Außenstelle der VHS erstellen konnte.

Syke - Von Marc Lentvogt. Tod – Lebensfreude. Lydia Neumann, VHS-Außenstellenleiterin in Syke, hat das Programm für das kommende Semester in dieses Spannungsfeld konzipiert. Mit Absicht, denn „wir haben als Gesellschaft verlernt, über das Sterben zu reden“. Aber: Das Sterben ist nur eines der drei Schwerpunktthemen, die Neumann mit Ideen gefüllt hat.

Genau wie der Tod gehören auch die Geburt und damit Kinder zum Leben dazu. Gemeinsam mit dem Familienservice wurde daher ein Weiterbildungsangebot für Eltern in das Programm aufgenommen. Gegen Ende des Halbjahres soll der Blick dann häufiger nach draußen gerichtet werden. „Umwelt und Gärtnern“ heißt es bei der Volkshochschule in Zusammenarbeit mit den Landfrauen.

Ein genauerer Blick auf die Einzelveranstaltungen zeigt, dass Lydia Neumann mit ihrem Programm dazu anregen möchte, sich wieder stärker für das Leben zu öffnen – nicht immer mache es Sinn, verkopft und ausschließlich mit Blick auf Expertenmeinungen vorzugehen.

Ein Loblied auf das Früher

Ein Beispiel: Tod verursacht Trauer, Trauer wünschen Eltern ihren Kindern niemals, doch ist es deshalb korrekt, sie nicht mit dem Thema zu konfrontieren? Einst war das Sterben fester Bestandteil des Familienlebens, heute werden Kinder nur selten auf Beerdigungen mitgenommen. „Viele scheuen sich davor, vom Tod zu sprechen. Da wollen wir helfen“. Gemeinsam mit dem Kinderhospiz Löwenherz will die VHS Eltern Strategien aufzeigen, besser mit dem Thema umzugehen. Zudem gibt es eine Informationsveranstaltung zu Vorsorge und Patientenverfügungen und den Halbjahresauftakt: Annelie Keil und Henning Scherf sprechen am 1. Februar zum Thema „Leben gestalten bis zuletzt“.

Auch im Bereich der Eltern-Weiterbildung gibt es seitens der VHS ein Loblied auf das Früher. „Eltern haben vieles intuitiv richtig gemacht“, erläutert Neumann mit Blick auf Spiele wie „Hoppe-Hoppe-Reiter“. Eine Familien-Ergotherapie und Datenschutz-Schulungen sollen dazu anregen, Herausforderungen als Familie anzugehen.

„Urban Gardening“ von Großstädten inspiriert

Das Gärtnern in Syke könnte hingegen etwas moderner werden und sich Inspiration in den Großstädten holen. „Urban Gardening“ heißt das Stichwort. „Das ist als Gegentrend zur Zubetonierung gedacht.“ Und wer es nicht mehr schafft, einen großen Garten zu bewirtschaften, ist eingeladen, über Gemüse im Hochbeet zu lernen. „Wir wollen den Trend gegen die Wegwerfgesellschaft unterstützen.“ Ganz damit im Einklang steht ein Seminar zum Upcycling von Kleidung.

Highlights hat Lydia Neumann auch außerhalb der drei Schwerpunkte eingeplant. Ganz besonders freut sie sich auf das Herdensingen in der Stadtbibliothek.

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