Weihnachts-Special „Motown goes Christmas“ erweist sich als guter Griff

Vergnüglicher Musikzauber

Hervorragende Sänger und erstklassige Instrumentalisten boten bei „Motown goes Christmas“ eine beeindruckende Bühnenshow im Syker Theater. Foto: Heinfried Huamann

Syke - Von Detlef Voges. Diana Ross and the Supremes, Marvin Gaye, Stevie Wonder, The Temptations, The Jackson Five… das ist natürlich Motown-Musikgeschichte. Aber der Spirit dieser R&B-, Soul- und Pop-Musik, die in den 1960er- und 70er Jahre ihre Höhepunkte hatte, scheint neue Früchte zu tragen. Dabei waren es am Sonntag weniger die Label-Standards, die im Syker Theater die Zuhörer begeisterten, als vielmehr die saisonalen Ableger.

„Motown goes Christmas“ hieß das Weihnachts-Special von Ute Rickert. Mit Andrew Hunt hatte sie auch die Konzeption entwickelt. Die Aufführungsrechte liegen bei der Konzertdirektion Landgraf.

Offenkundig ein guter Griff. Das Theater war nur halb besetzt, das Publikum aber merklich angetan vom Schwung des Ensembles: vier farbigen Sängern und fünf weißen Instrumentalisten.

Als der Songschreiber Berry Gordy jr. 1959 das Motown-Label unter dem Namen Tamla Record Company in Detroit (Michigan) gründete, schuf er eine neue Musikmarke, die den Geist der Stadt atmete.

Das Kofferwort Motown aus Motor und Town war eine Anspielung auf die Autostadt Detroit. Es stand für stampfende Beats und mehrstimmigem Gesang, interpretiert von farbigen Musikern.

Motown setzte bewusst auf die Entwicklung junger Musiker. Die Künstler waren gut gekleidet, gepflegt und beeindruckten mit anspruchsvollen Choreographien. Die Handschrift von Berry Gordy, um in den von Weißen dominierten Charts Erfolg zu haben. Der Motown-Sound eroberte die Welt und verband Weiß und Schwarz – zumindest musikalisch.

Am Sonntag eroberten die Motown-Jünger nur das Syker Theater, aber das mit Nachdruck. Ähnlich wie ihre erfolgreichen Vorgänger gesanglich. Mit Wilson D. Michaels aus Miami, Marshall Titus aus Chicago, Julius P. Williams III. (Boston) und Ashley Washing (Kapstadt) präsentierte sich ein stimmlich starkes und variantenreiches Quartett. Für die wohltemperierte Begleitung sorgten Stephan Kraus (Keyboard), Martin Werner (Gitarre), Joscha Glass (Bass), Maximilian Semrau (Saxofon) und Richy Denis (Percussion).

Ganz in der Label-Philosophie und der der Weihnachtsgeschichte zelebrierten die vier Sänger nicht nur Christmas-Music, sondern auch den Gedanken daran durch Toleranz, Miteinander und Respekt. Etwas Selbstverständliches, das aber aus der Mode gefallen zu sein scheint.

Dass das Ganze keine kitschigen Anleihen nahm, lag an dem Quartett, dessen gesangliche Qualitäten besonders im zweiten Teil des Programms zum Tragen kamen. Da entwickelten die Sänger weitgehend ohne instrumentale Begleitung – nur der Keyboarder durfte leise, leise bleiben – starke Momente. Ob beim „Little Drummer Boy“, „Angels among us“ oder „Please come home for Christmas“.

Da punkteten die Vier mit ihrem individuellen Können, Titus mit seiner souligen Stimme, Michaels mit seinem Bariton, Williams und Washing mit ihren hellen Stimmen. Beim Abschluss-Song „Joy to the world“ durften die Musiker dann doch noch mal den Deckel lüften und Christmas rocken. Sehr zur Freude der Zuhörer, die sich längst von ihren Stühlen erhoben hatten und sich zum Motown-Sound bewegten.

Eine regionale Hommage erlaubte such das Motown-Team mit „Stille Nacht, heilige Nacht“. Bei diesem Besinnlich-Klassiker lauschten die Zuhörer wieder sitzend.

Ein unterhaltsamer und vergnüglicher vorweihnachtlicher Musikzauber.

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