Grabstelle von Oberamtmann Albrecht

Alter Friedhof an der B6: Vergessene Gräber an der Herrlichkeit

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Die Grabstelle von Amtmann Franz August Heinrich Albrecht und Ehefrau Henriette Wilhelmine Charlotte.

Syke - Von Detlef Voges. Er hat durchaus den Charme eines verlassenen Parks, in dem die Natur wild wächst. Er befindet sich ja auch an der Herrlichkeit, einem alten Syker Straßennamen. Wären da nicht einige wenige Grabsteine, die deutlich machen, dass es sich um keine normale Grünzone handelt, sondern um einen Friedhof. Gelegen mitten in Syke an der Bundesstraße 6 zwischen Kreismuseum und der Straße Hachedamm.

Das gut 6.000 Quadratmeter große Grundstück gehört der evangelischen Kirche, angelegt 1837, dem Gründungsjahr der Syker Kirchengemeinde. Die letzte Beisetzung fand 1915 statt. Der Friedhof war für die wachsende Stadt zu klein geworden. Geblieben sind eine grüne Oase und ihre Historie. Liegen auch nur wenige Syker dort begraben, ihre Agenda ist erzählenswert, weil berühmt und mit der Gegenwart verbunden.

Auf dem alten Friedhof liegt die Grabstätte von Franz August Heinrich Albrecht und seiner dritten Frau Henriette Wilhelmine Charlotte. Albrecht war Oberamtmann in Syke. Er ist der Ururgroßvater von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen.

Franz August Heinrich Albrecht (1766-1848) genoss großes Ansehen. Zu seinem 50-jährigen Dienstjubiläum 1840 gab es eine zweitägige Feier.

Am zweiten Tag, dem 7. Februar, führten die Mitarbeiter sogar ein Festspiel mit „Gesang, Tableaux und Thorheiten“ auf. Albrecht gilt als eigentlicher Gründer der Syker Christuskirchengemeinde. Eine Urkunde weist ihn zudem als Gründer der Colonie Wachendorf aus.

Ein besonderer Einsatz hat ihm auch Anerkennung auf einem ganz anderen Gebiet eingebracht. Einer Wanderdüne in Warwe konnte er dank einer neuen Bepflanzungstechnik mit Eichen Einhalt gebieten. Auch darüber gibt es eine schriftliche Hinterlassenschaft.

Am 28. August 2003 besuchten Ursula von der Leyen und ihr Vater, der ehemalige Niedersächsische Minsterpräsident Ernst Albrecht, das Grab ihrer Vorfahren. Die Einladung hatten der Verkehrs-, Verschönerungs- und Bürgerverein (VVV) und die Kirchengemeinde ausgesprochen. Der Verein hatte sich um die Restaurierung der Grabstelle und die Pflege des Grundstücks gekümmert.

Sichtbar auf dem Friedhof sind noch drei andere Grabstellen. So zwei mit Reliefen verzierte Grabmale für die Brüder Wilhelm und Dietrich Ritterhoff. Die Musiker starben 1884 und 1886 im Alter von 29 und 25 Jahren. Ihre Eltern betrieben eine Krugwirtschaft, das spätere „Gasthaus zur deutschen Eiche“.

Ein schwarzer polierter Stein kennzeichnet die Grabstelle der Familie Hermann Warneke, ein naturbelassener Findling das Grab von Adolf Köster (1887-1912), einem Offizier des Norddeutschen Lloyd.

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