Einstimmiges Votum

Politik legt Preise für neue Gewerbeflächen fest

Syke - Von Michael Walter. Was ist der beste Weg, die neuen Gewerbeflächen zu vermarkten, die gerade bei der Erweiterung des Gewerbegebiets am Bahnhof entstehen? Mit dieser Frage beschäftigten sich am Mittwoch Abend der Ausschuss für Finanzen, Wirtschaft und Ordnung sowie der Syker Ortsrat.

Vor allem ging es den Teilnehmern dieser gemeinsamen Sitzung darum, einen alten Fehler nicht zu wiederholen: Die Grundstückspreise in Stein zu meißeln.

Genau das sei vor Jahrzehnten bei der Schaffung des Gewerbegebiets passiert. Die Folge: „Wir haben 30 Jahre lang Gewerbeflächen verkauft zu Bedingungen, wie sie vor 30 Jahren gegolten haben“, so Peter Jahnke (SPD).

Die Preise für das alte Gewerbegebiet seien noch zu D-Mark-Zeiten festgelegt, aber nie angepasst worden, führte sein Fraktionskollege Karsten Bödeker aus. Daher sei es sinnvoll, bei der Festlegung der Grundstückspreise für die neuen Gewerbeflächen quasi einen Mechanismus einzubauen, der über die Jahre eine Anpassung an die Marktentwicklung ermöglicht. „Ob wir das mit einer jährlichen Anpassung machen oder den Preis auf vier Jahre festlegen und dann eine Summe X draufschlagen, ist uns im Grunde egal.“

Mögliche Käufer könnten verschreckt werden

Das sahen im Grunde auch die Vertreter der anderen Parteien so. Lediglich Manuel Schulenberg (CDU) warnte davor, mögliche Käufer nicht durch Preissteigerungen zu verschrecken. Kontinuierliche Einnahmen aus der Gewerbesteuer seien höher zu bewerten als einmalige Erlöse aus dem Grundstücksverkauf.

„Es geht nicht ums Geldmachen“, hielt Bödeker entgegen. Es gehe darum, „eine Verbindlichkeit herzustellen“, ohne die Preisentwicklung zu vernachlässigen.

„Es geht auch darum, kalkulierbare Größen zu nennen“, ergänzte Heinz-Jürgen Michel (Grüne). „Jetzt kostet der Quadratmeter 11,50 Euro, nächstes Jahr 12 Euro,... Das regt ja vielleicht auch zum frühzeitigen Kauf an.“

Preise ohne Erschließungskosten

Wobei die von Michel genannte Größenordnung lediglich den reinen Bodenpreis ohne Erschließungskosten betrifft. Die Endpreise liegen deutlich höher.

Ausschuss und Ortsrat verständigten sich schließlich einstimmig daauf: Die Grundstückspreise werden für fünf Jahre festgeschrieben. Je nachdem, wer wo was bauen möchte, kostet der voll erschlossene Quadratmeter zwischen 35 und 49 Euro.

Erster Stadtrat Thomas Kuchem warf noch ein: „Wir müssen unbedingt verhindern, dass es dort zu reiner Wohnnutzung kommt, wie es sie im alten Gewerbegebiet zum Teil gibt.“ Wohnen im Gewerbegebiet ist nur eingeschränkt erlaubt.

Rubriklistenbild: © dpa

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