Verabschiedung von Klaus Richter als Leiter des DRK-Seniorenheims Barrien

Der Menschenfreund

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Viele Geschenke gab es am Freitag für Klaus Richter (M.). Worte des Dankes erhielt er unter anderem von (v.l.) DRK-Geschäftsführerin Ulrike Hirth-Schiller, seinem Nachfolger in der Heimleitung, Thorsten Kerth, die ehrenamtliche stellvertretende Bürgermeisterin Edith Heckmann und dem DRK-Justiziar Harald Schindler.

Syke - Von Frank Jaursch. Man kennt das: Zur Verabschiedung eines langjährigen Mitarbeiters kommen Weggefährten und Funktionsträger zusammen, um pflichtschuldigst einige freundliche Worte über die Tätigkeit des aus dem Berufsleben scheidenden Menschen zu verlieren. Am Freitag war das anders.

Klaus Richter feierte seinen Ausstand als Leiter des Barrier DRK-Seniorenheims. Und jene, die ans Mikrofon traten, taten das, weil sie etwas über einen besonderen Menschen zu sagen hatten.

25 Jahre lang war Richter in leitender Position in der Einrichtung tätig – ab 1990 für ein Jahr als Pflegedienstleiter, dann als Heimleiter. Dass ein Mensch in so langer Zeit Spuren hinterlässt, liegt nahe. Doch die Herzlichkeit und Wärme, mit der die Laudatoren des Vormittags über Klaus Richter sprachen, legt den Schluss nahe, dass der Syker in seiner Amtszeit außergewöhnlich viel außergewöhnlich gut gemacht haben muss.

„Ein Menschenfreund“ sei er, anderen gegenüber offen und unvoreingenommen: So brachte es DRKGeschäftsführerin Ulrike Hirth-Schiller auf den Punkt. Sie umriss Richters Tätigkeit der vergangenen 25 Jahre – und fand das Bauen als „roten Faden“. Von der Sanierung der „Villa Brandt“ und dem Haupthaus-Bau Mitte der 90er-Jahre bis zum nerven- und zeitraubenden Neubau vor fünf Jahren war die stete Veränderung eine Konstante im DRK-Heim.

„Wir haben all das nur gemeinsam geschafft“

Parallel gingen viele Veränderungen in der Pflegekonzeption vonstatten. Mitten drin: Klaus Richter, koordinierend und rund um die Uhr im Einsatz. Sein „Baby“, die ambulante Pflege in Barrien, wurde 2006 gegründet und „steht jetzt auf eigenen Beinen“.

Als Richter 1991 die Leitung übernahm, hatte das Heim 60 Mitarbeiter. Heute sind es mehr als doppelt so viele – und viele halten dem Heim seit Jahrzehnten die Treue. „Das ist auch Ihr Verdienst“, so Hirth-Schiller.

Harald Schindler sprach nicht nur als DRK-Vorstandsmitglied, sondern auch als Angehöriger, der seine Eltern in der Barrier Einrichtung stets gut betreut wusste. „Beide möchte ich nicht woanders unterbringen als bei Ihnen im Hause.“ Schindler war nicht der einzige mit „familiärem Hintergrund“: Das Steinkühler-Streichtrio, das mit drei famosen Intermezzi für musikalische Auflockerung sorgte, spielte gern für Klaus Richter. „Mein Vater hat hier zehn Jahre im Hause gelebt“, sagte Stephan Steinkühler und lobte die hohe Professionalität.

Auch die ehrenamtliche stellvertretende Bürgermeisterin Edith Heckmann wusste aus familiärer Erfahrung von dem Miteinander, das im DRK-Heim gelebt werde. Richter vermittle auch neuen Bewohnern das Gefühl, ein Teil einer Gemeinschaft zu sein.

Die Barrier DRK-Vorsitzende Waltraut Lütke würdigte Richters Wirken, das gemeinsam mit dem Personal das Barrier Heim zu einem „Vorzeigehaus“ gemacht hätte. Pastorin Susanne Heinemeyer lobte, wie sehr Klaus Richter die Verbundenheit des Heimes zur Barrier Kirchengemeinde pflegte und förderte. Und Richters Kollege Detlev Seliger, selbst Leiter eines DRK-Heims, sagte unter dem Applaus der rund 50 Gäste: „Wenn alle Einrichtungsleiter so arbeiten würden wie Klaus Richter, hätten wir deutlich weniger Probleme in den Pflegeeinrichtungen.“

Der so Geehrte kämpfte mit den Tränen. „Ich war immer gerne hier“, blickte Richter zurück auf eine „bewegende, schöne Zeit“. Ein Dank ging an seine Mitarbeiter: „Wir haben all das nur gemeinsam geschafft.“ Auch seiner Frau Dagmar dankte er für ihr Verständnis, „wenn ich mal wieder um halb neun noch hier rumgehampelt bin und kein Ende gefunden hab“.

Richter zeigte sich erleichtert darüber, dass auch die Nachfolge geregelt ist: Sein Nachfolger Thorsten Kerth ist seit einigen Wochen im Hause und hat offenbar ganz ähnliche Vorstellungen von der Einrichtungsleitung wie sein Vorgänger. „Ich lege das Haus in gute Hände“, ist Richter sicher.

Seine eigenen Hände kann er ab Ende August etwas häufiger in den Schoß legen – bevorzugt in dem neuen Strandkorb, den er vom DRK zum Abschied geschenkt bekam.

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