Vorstand pocht auf Satzung

Mitglieder im Awo-Ortsverein Syke fordern Neuwahlen

Syke - Von Anke Seidel. Die Arbeiterwohlfahrt (Awo) kommt nicht zur Ruhe: Nachdem es Anfang des Jahres im Kreisverband überschäumend gegärt hatte, stehen sich jetzt im Ortsverein Syke zwei Parteien unversöhnlich gegenüber. Die eine fordert Neuwahlen zum Vorstand, die andere beklagt mangelnde Wertschätzung für ihr ehrenamtliches Engagement.

„Im Ortsverein läuft schon lange nichts mehr“, klagt Rena Ziegler. Sie ist seit sechs Jahren Mitglied bei der Awo in Syke. Gemeinsam mit ihrem Ehemann hat sie zeitweise die Awo-Behindertenfreizeit geleitet – und ist entsetzt darüber, dass seit Monaten 14 Interessierte auf die Aufnahme in den Ortsverein warten. Menschen, die im sozialen Bereich mitarbeiten und ja auch Mitgliedsbeiträge zahlen wollten: „Aber es passiert einfach nichts!“

Bei nicht genehmigtem Kassenbericht handelte es sich um Formfehler

Dabei hatte bereits die Mitgliederversammlung am 31. März Handlungsbedarf entlarvt: Schon damals war die Neuwahl des Vorstands ein Thema gewesen – und der Kassenbericht nicht genehmigt worden. „Das ist geklärt“, betonte die Syker Awo-Ortsvereinsvorsitzende Irma Kraps auf Anfrage dieser Zeitung. „Das war ein Formfehler. Das hat der Bezirksverband bestätigt.“

Rena Ziegler und ihre Mitstreiter drängen seit Monaten auf eine neue Mitgliederversammlung: „Eingeladen hat die Vorsitzende Ende April – für den 5. Oktober um 15 Uhr.“ Den langen Zeitraum beklagt Ziegler ebenso wie die Tatsache, dass Berufstätige keine Chance auf Teilnahme hätten. Deshalb hätten sie und knapp 30 weitere Mitglieder eine Terminänderung beantragt, sagt Ziegler – und legt Kopien dieser Briefe vor.

Irma Kraps erklärt dazu, dass die Mitgliederversammlung nun am 20. Oktober um 18 Uhr in Wessels Hotel stattfinden werde. Die Einladungen dazu habe sie am Montag abgeschickt. „Die Verlegung des Termins wurde auf unserer letzten Vorstandssitzung beschlossen. Hier wird demokratisch abgestimmt, es entscheidet nicht der oder die erste Vorsitzende allein“, betont Kraps. 15 Uhr sei zunächst geplant wesen, „da es viele ältere Mitglieder gibt, die nicht mehr so gerne im Dunkeln unterwegs sind“.

Ortsverein tief gespalten

Dass besagte 14 von 15 Eintrittswilligen noch immer nicht in den Ortsverein aufgenommen worden sind, erklärt Irma Kraps so: „Auf der turbulenten Mitgliederversammlung am 31. März wurde versichert, dass eben diese 15 Personen zu einem Gespräch eingeladen werden. Nur eine Person kam der Einladung nach und wurde dann in den Ortsverein Syke aufgenommen.“ Laut Satzung sei es dem Vorstand vorbehalten, Mitglieder aufzunehmen. „Der Vorstand hat sich absolut satzungskonform verhalten, das wurde auch vom Bezirksverband bestätigt“, so die Vorsitzende, die ihre engagierte Arbeit für die Awo nicht gewürdigt sieht.

Der rund 75 Mitglieder starke Ortsverein ist tief gespalten. Die Gruppe um Rena Ziegler will den „Widerruf der Bestellung des amtierenden Vorstands“ auf der Tagesordnung sehen und umsetzen – und einen neuen Ortsvereinsvorstand wählen. Die andere Gruppe bleibt stumm.

Beobachter vermuten hinter diesen Dissonanzen einen Stellvertreter-Krieg. Denn Rena Ziegler würdigt die Arbeit des Kreisvorsitzenden Peter Cohrsen, während es zwischen Irma Kraps und ihm keinen Konsens mehr gibt.

Ob der Awo-Bezirksverband in dieser verfahrenen Situation helfen kann und an der nächsten Ortsvereinsversammlung teilnimmt, ist unklar. Geschäftsführerin Isa Grossmann war für eine Stellungnahme gestern nicht zu erreichen.

Rubriklistenbild: © Mediengruppe Kreiszeitung / Jantje Ehlers

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