Mosaik-AG gestaltet Waschräume um

Unterwasserwelt auf der Grundschul-Toilette

Die Waschräume in der Grundschule am Lindhof werden mit Mosaiken verschönert.
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Die Waschräume in der Grundschule am Lindhof werden mit Mosaiken verschönert.

Syke - Von Frank Jaursch. Vom Gymnasiasten bis zum Erstklässler genießen alle die Zeugnis-Ferien. Alle? Nicht ganz. Ein Dutzend Viertklässler hält in der Grundschule am Lindhof die Stellung. Was ist das für ein Projekt, das sie so lange beschäftigt? Was ist der Grund, dass Jungs in das Mädchen-Klo gehen dürfen – und die Schulleiterin steht lächelnd daneben?

Chantal (10) aus der 4a gibt die Antwort: „Irgendwann müssen wir ja mal fertig werden.“ Womit? Mit der Verschönerung der Waschräume. Seit mehreren Monaten schon beschäftigt sich die „Mosaik-AG“ aus zwölf Viertklässlern damit, den angestaubten Charme aus den Schultoiletten zu vertreiben.

Mittendrin in den Verschönerungsarbeiten ist Ursula Buchwald-Wachendorf. Die Schulleiterin erinnert sich noch an den Arbeitsauftrag von Seiten des Schülerrats: „Die Toiletten sehen doof aus und stinken“, habe es da geheißen. Was also tun?

Aus den Reihen der Schüler kam die Idee, eine „Unterwasserwelt“ zu gestalten. „Der Schulträger hat mitgezogen“, lobt Buchwald-Wachendorf. In die bestehenden Kachelreihen wurden Wellen hineingeschnitten, neue Bodenfliesen und Schamwände eingebaut.

Den Rest besorgt die Mosaik-AG. Die Rektorin sprach Renate Bühn vom Mädchenkulturhaus „Zebra Orange“ an, schnell einigten sich beide auf das Projekt. „Seit einem halben Jahr arbeiten wir wie verrückt daran“, sagt Buchwald-Wachendorf.

Im Werkraum entstehen in dieser Zeit die wellenartigen Mosaike aus Glasplättchen, Steinen oder Kachelstücken. Die Schüler kleben sie sorgfältig auf engmaschige Netze. Die finden anschließend ihren Platz in den Waschräumen.

Dominik und Brian sind damit beschäftigt, die Zwischenräume mit Fugenmasse zu füllen – eine knifflige Handarbeit, die die beiden aber „toll hinbekommen“, lobt Bühn. Die Sozialpädagogin ist beeindruckt von der Gewissenhaftigkeit, mit der die Viertklässler an ihre Aufgaben herangehen. „Es lief genial, echt toll. Auch wenn die Kinder merken mussten, dass man dranbleiben muss – es ist echt ‘ne harte Arbeit.“

Die Wellen-Mosaike sind an den Wänden angebracht. Jetzt wird das Bild komplettiert: mit bunten Fisch- oder Seestern-Mosaiken, einer Wal-Schwanzflosse, die in den Fluten verschwindet. Schon bald ist das Werk vollbracht. Dann gilt auch wieder das Zutrittsverbot für die Jungs im Mädchenklo – und umgekehrt.

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