Frustrierte Fleischerei-Kunden

Unterschriftensammlung gegen Verkehrsführung in der Syker Hauptstraße

Mehr als 270 Unterschriften gegen die aktuelle Einbahnstraßenregelung auf der Hauptstraße sind bei der Fleischerei Behrens in nicht mal anderthalb Wochen eingegangen. Hier zeigt Filialleiterin Heike Hübner die Listen.
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Mehr als 270 Unterschriften gegen die aktuelle Einbahnstraßenregelung auf der Hauptstraße sind bei der Fleischerei Behrens in nicht mal anderthalb Wochen eingegangen. Hier zeigt Filialleiterin Heike Hübner die Listen.

Treffen sich zwei Einbahnstraßen... – was nach einem Witz klingt, ist in der Syker Innenstadt seit acht Wochen Realität. Mitte Februar hatte die Stadtverwaltung die Verkehrsführung geändert, um den Durchgangsverkehr aus der Hauptstraße rauszubekommen. Zunächst nur probeweise bis zum 15. Oktober. Aber schon jetzt haben viele Syker genug davon, und über die sich an der Gesseler Straße begegnenden Einbahnstraßen lachen sie höchstens aus Verzweiflung.

Syke – Ihren Frust lassen die Menschen in den Geschäften raus. Allein bei Fleischer Behrens sind in nicht mal anderthalb Wochen mehr als 270 Unterschriften zusammengekommen. Von Kunden, die sich die Wiederherstellung der alten Verkehrsführung wünschen.

Kunden haben der Fleischerei die Unterschriftensammlung vorgeschlagen

Die Listen dafür hatte Filialleiterin Heike Hübner ausgelegt. „Die Anregung dazu kam von den Kunden selbst“, betont sie. „Ich persönlich habe überhaupt keine Verbindung zur Hauptstraße. Ich komme morgens zur Arbeit hierher und fahre nach Feierabend wieder weg.“ Aber die Kunden beschweren sich, dass der Einkauf in der Hauptstraße allgemein nun schwieriger sei. Das reicht von allgemeinen Äußerungen wie „totaler Mist“ und „nervt mich“ bis zu „dann komme ich nicht mehr her“. Und letzteres nimmt Heike Hübners Chef sehr ernst.

„Uns schadet das“, sagt Volker Behrens. Und er meint: Nicht nur potenziell irgendwann mal, sondern schon jetzt. „Wir haben rund 100 Kunden weniger in der Woche.“ Und das will er nicht auf Corona und Kontaktvermeidung zurückführen. „Die Einbahnstraße wird geändert, und ab dem Moment haben wir weniger Kunden im Laden. Da brauche ich kein Gutachten, um den Zusammenhang zu erkennen.“

Änderung der Verkehrsführung führt zu 100 Kunden weniger pro Woche

Was auf den ersten Blick ein wenig verwundert: Die Behrens-Filiale ist unmittelbar gar nicht von der geänderten Verkehrsführung betroffen. Sie lag vorher nicht im Einbahnstraßenbereich und jetzt auch nicht. „Aber vorher konnte man aus beiden Richtungen zu uns kommen und jetzt nur noch aus einer“, sagt Behrens.

Heike Hübner bestätigt das. „Die Kunden, die vorher aus Richtung Mühlendamm gekommen sind, können jetzt nicht mehr zu uns durchfahren. Und die sagen: Dieses Getüddel über die Nebenstraßen machen sie nicht mehr mit. Das ist für uns echt übel.“ Hübner und ihr Team hoffen, dass die Verkehrsführung nach der Testphase wieder in den alten Zustand zurückversetzt wird.

Das Team zeigt’s: Aus dieser Richtung kann niemand mehr zur Filiale kommen. Und der Umweg über Nebenstraßen ist vielen zu umständlich. Von links: Filialleiterin Heike Hübner, Tanja Sistermann und Sabine Geldmacher.

Ob das so kommt, ist allerdings fraglich. Zum einen hängt das davon ab, was die Auswertung der Testphase ergibt. Zum anderen ist die Hauptstraße nur ein Teil des Mobilitäts- und Verkehrskonzepts, das die Stadt gerade erstellen lässt. Und zum dritten betonen Verwaltung und Politik immer wieder, wie wichtig ihnen die Verbesserung der Aufenthaltsqualität an der Hauptstraße ist.

Filialleiterin Hübner: Wichtig ist, was die Kunden wollen

Das eigentliche Problem sind die vielen gegensätzlichen Interessen der Anlieger und Nutzer der Hauptstraße. „Die einen wollen Begegnungsverkehr und die anderen eine Fußgängerzone“, hat Bürgermeisterin Suse Laue das kürzlich mal zusammengefasst.

„Eine Fußgängerzone wäre für uns noch schlimmer“, meint Heike Hübner. „Die Leute möchten doch am liebsten mit dem Auto direkt vor den Laden fahren. Nach dem Motto: Bloß nicht zu Fuß gehen.“ Ob das jetzt vernünftig ist oder nicht, ist für Heike Hübner dabei gar nicht von Belang. Entscheidend ist für sie: „Man ändert die Leute nicht. Die Kunden machen, was sie wollen. Und wenn sie finden, dass es für sie bequemer ist, zu Famila zu fahren, statt zu uns, dann fahren sie eben da hin.“

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