Unterhaltsamer Vortrag von Dr. Julian Eberhardt zum Syker Business-Lunch

Vom Mitarbeiter zum Konkurrenten

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Beim fünften Business-Lunch von Stadt und IHK beschäftigte sich Jurist Julian Eberhardt (stehend) bei seinem Kurzreferat mit dem Thema „Wie kann man sein Know-how schützen?“.

Von Frank Jaursch. Der große Run auf die Plätze im Business-Lunch ist vorbei, die Resonanz auf das Angebot von Stadt und IHK aber ist weiterhin sehr gut. Mehr als 30 Geschäftsleute fanden sich am Donnerstag zur fünften Essens-Ausgabe im Ristorante da Nino ein.

Für Konstantin von Kuczkowski, den Leiter der Syker IHK-Niederlassung, ist diese Größe genau richtig. Den Austausch untereinander, erklärtes Ziel der Veranstaltungen, „kriegt man in so einer überschaubaren Gruppe besser hin“.

Bunt gemischt vom Neuling bis zum Stammbesucher war auch diesmal das Publikum. Das bekam, wie gewohnt, nicht nur ein leckeres Essen serviert, sondern auch noch jede Menge Infos in Form eines kurzen Vortrags.

Die Macher hatten den Bremer Juristen Dr. Julian Eberhardt gewonnen, über eine Grundangst vieler Selbstständiger zu sprechen: Was, wenn aus dem besten Mitarbeiter plötzlich der härteste Konkurrent wird? Wie kann man sein Know-how schützen?

Auf unterhaltsame Weise umriss Eberhardt den rechtlichen Rahmen für diese Fragestellung. Was der scheidende Mitarbeiter im Kopf habe, dürfe er verwenden. Kopien von Unterlagen oder Daten aber seien tabu, so der Jurist.

Klauseln in Anstellungsverträgen, gewonnene Erkenntnisse nicht für eigene Zwecke zu verwenden, seien eine Möglichkeit, um Komplikationen zu vermeiden. Ein Abschlussgespräch wäre eine andere. Den potenziellen künftigen Konkurrenten könne man um eine Erklärung bitten, dass er keine Firmenunterlagen mehr habe. „Natürlich kann da jemand lügen“, räumte der Referent ein, „aber es hat manchmal schon einen Effekt.“

Ob nachvertragliches Wettbewerbsverbot oder Protokollieren aller Dateiaufrufe an den Firmencomputern, ob Strafanzeige oder Privatdetektive: Es gibt mehr mögliche Mechanismen, als man auf den ersten Blick vermuten würde.

In seiner Tätigkeit für eine große Bremer Kanzlei sei es schon mal zu slapstick-artigen Erlebnissen gekommen, berichtete Eberhardt: Etwa, als bei der Einsichtnahme der neu gegründeten Firma auf dem Rücken eines Aktenordners noch der Name des ehemaligen Arbeitgebers prangte…

Bürgermeisterin Suse Laue dankte Julian Eberhardt für eine spritzige, kurzweilige Präsentation der Thematik, die sicher auch sehr trocken vorgetragen werden könnte. Antwort Eberhardt: „Ach, wenn Sie wollen – ich kann auch trocken.“

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