Unten Tagespflege – oben Verwaltung

Awo baut bisheriges Sozialkaufhaus an der Glockenstraße in Barrien um

Die Theke des ehemaligen Restaurants wird das Herzstück der neuen Tagespflege. Kreisvorsitzender Jonathan Kolschen, Architekt Horst Burmester und Geschäftsführerin Luzia Moldenhauer zeigen’s auf dem Plan.
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Die Theke des ehemaligen Restaurants wird das Herzstück der neuen Tagespflege. Kreisvorsitzender Jonathan Kolschen, Architekt Horst Burmester und Geschäftsführerin Luzia Moldenhauer zeigen’s auf dem Plan.

Das Sozialkaufhaus der Awo in Barrien ist umgezogen – auf die gegenüberliegende Straßenseite. Dort, wo es einst stand, entsteht bald eine Tagespflegeeinrichtung mit Verwaltungstrakt.

Barrien – Die Weichen sind gestellt: Das Sozialkaufhaus der Awo an der Glockenstraße existiert in seiner bisherigen Form nicht mehr, sondern besteht jetzt aus zwei kompakteren Verkaufsstellen auf der gegenüberliegenden Straßenseite (wir berichteten). Damit ist der Weg frei – sowohl symbolisch als auch rein räumlich – für den Umbau des Awo-Hauses.

„Das wird ein soziales Dienstleistungszentrum“, erklärt Architekt Horst Burmester. „Unten kommt eine Tagespflege mit 15 bis 20 Plätzen rein. Oben zieht die Verwaltung ein.“ Und eventuell ein Betreuungsverein. Für den wartet der Awo-Kreisverband aber noch auf die nötige Genehmigung.

Sozialkaufhaus weiter als solches zu nutzen, stand nicht zur Debatte

Das ehemalige Gaststättengebäude weiter als Sozialkaufhaus zu nutzen, stand für den Awo-Kreisverband nicht zur Debatte. Zu groß wären die erforderlichen Investitionen in den Brandschutz dafür gewesen, als dass die Awo sie aus eigener Kraft hätte aufbringen können. Und Fördermittel für die Sanierung gab es nicht.

„Wir hatten vorher schon immer mal wieder über eine Tagespflege gesprochen“, sagt Kreisvorsitzender Jonathan Kolschen. „Da ging es aber um das Grundstück nebenan.“ Die Awo hatte über einen Neubau inklusive Wohnungen und Arztpraxis spekuliert. „Das war aber abgehakt, als feststand, der Eigentümer will nicht verkaufen.“

So soll das Erdgeschoss nach dem Umbau zum sozialen Dienstleistungszentrum aussehen. Grafik: Das Syndikat

Geschäftsführerin Luzia Moldenhauer spielt den Ball weiter: „Als feststand, wir müssten mit dem Sozialkaufhaus hier raus, war die Frage, was wir stattdessen mit den Flächen machen. Da sind wir dann wieder auf die Tagespflege gekommen.“ Nach intensiven Prüfungen stand das Ergebnis: Der Bedarf ist da, die Räume eigenen sich grundsätzlich und bei einer Tagespflege gibt es Fördermittel für den Umbau. Der wird massiv, betrifft aber hauptsächlich das Innere des Gebäudes. „Die Fassade bleibt. Die Fenster bleiben“, unterstreicht Architekt Horst Burmester.

Verschwinden wird dagegen der alte Gaststättensaal im Obergeschoss, der zuletzt der Hauptverkaufsraum des Sozialkaufhauses gewesen ist. Diesen Teil betrifft der Umbau am stärksten. Der Saal wird quasi geteilt – aber nicht nach dem Prinzip vorne und hinten oder rechts und links, sondern innen und außen. Der innere Teil wird ein fensterloser Archivraum, den die Awo braucht. Außen herum kommen Büros und ein Besprechungsraum. Unten im Erdgeschoss kommen einige alte Wände raus und dafür woanders neue rein.

Jetzt noch zwei Büros – später der Eingangsbereich der neuen Tagespflege.

Der Thekenbereich des ehemaligen Restaurants war zuletzt das Café Awo-Treff. Dort soll das Herzstück der Tagespflege entstehen, drumherum ein Aufenthaltsbereich und ein offener Küchenbereich, wo die Tagespflegegäste selber mitmachen können, wenn sie wollen. „Aktiv sein ist Teil des Konzepts“, sagt Luzia Moldenhauer. Wo jetzt noch der Pflegedienst sein Büro hat, entstehen ein Bewegungsraum und ein Aufenthaltsbereich, „wo man auch mal Schulungen oder öffentliche Veranstaltungen machen kann“, so Moldenhauer. „Und wir wollen für die Tagespflegepatienten auch Therapiemöglichkeiten anbieten. Oft ist es so, dass die Patienten mit dem Taxi aus der Tagespflege zur Thearpieeinrichtung und wieder zurück gebracht werden müssen. Das würden wir gern anders machen. Ob das so angenommen wird, werden wir sehen.“

Der Haupteingang zur Tagespflege entsteht am Nordgiebel, zur Wassermühle hin. Barrierefrei mit Rollstuhlrampe. Der Eingang an der Glockenstraße wird dann der Verwaltungseingang.

Kosten von rund 350.000 Euro: Ein Drittel trägt die Awo selbst

Rund 350.000 Euro beträgt das Gesamtvolumen. Ein knappes Drittel davon trägt die Awo über Eigenmittel und Eigenleistungen. Der große Rest kommt aus verschiedenen Fördertöpfen. Jonathan Kolschen nennt EU-Fördermittel, das Förderprogramm der Deutschen Fernsehlotterie und die Stiftung Deutsches Hilfswerk.

Die Baugenehmigung liegt seit März vor. „Die Förderbescheide sind auch alle da“, sagt Horst Burmester. „Wir sind jetzt dabei, die Arbeiten auszuschreiben. Komplett frei vergeben dürfen wir sie nicht.“ Ein konkreter Starttermin ist daher noch nicht in Sicht. Allerdings: Bis Ende September 2022 müssen alle Arbeiten abgerechnet sein.

Wegen der gerade explodierenden Baupreise ist die Awo allerdings gar nicht scharf auf einen zügigen Baubeginn. Außerdem: „Im Moment kriegt man auf Ausschreibungen nicht mal Angebote“, sagt der Architekt. „Weil die Firmen keine Kapazitäten haben. Und weil die Firmen nicht sicherstellen können, dass sie das Material kriegen, das sie brauchen.“ Er ist allerdings zuversichtlich. „Grundsätzlich ist das hier eine überschaubare Maßnahme. Deshalb werden wir auch Angebote kriegen. Vieles können wir auch mit örtlichen Gewerken machen. Das soll ja auch so sein, dann auch die Firmen aus der Region dann was davon haben.“

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