Neujahrsempfang im Rathaus bietet einige Überraschungen / Kurt Wilhelm Bürger des Jahres

Unerwartete Momente

Viel Applaus gab es für den Syker Bürger des Jahres (Bild links): Kurt Wilhelm nahm die Auszeichnung, umringt von den drei Syker Bürgermeisterinnen Suse Laue (v.r.), Edith Heckmann und Gabriele Beständig, entgegen. Beifall gab es aber auch für das Rahmenprogramm: So überzeugten die Realschul-Band (Bild rechts) und die Hip-Hop-Formation Exploding Dreams des TuS Syke. Fotos: Jantje Ehlers

Syke - Von Detlef Voges. Der Bürger des Jahres bewegt, die Hip-Hop-Formation Exploding Dreams des TuS Syke tänzerisch, die Realschulband musikalisch – der Neujahrsempfang 2020 der Stadt Syke am Sonnabend im Rathaus hatte unerwartete Momente.

Das war im gut besuchten Ratssaal schnell spürbar, als die Gäste nach dem Auftakt mit den schwungvollen Hip-Hoppern eine Zugabe wünschten. Bürgermeisterin Suse Laue, das Protokoll im Kopf, vertröstete sie lächelnd auf später, zeigte sich aber beeindruckt vom tänzerischen Vermögen der Gruppe.

Lob gab es im gleichen Maße auch für die Realschulband, die gesanglich mit „Hallelujah“ von Leonard Cohen, „Wicked Game“ von Chris Isaak und „Don’t dream it’s over“ von Crowded House der Bürgermeisterin ein „das war fantastisch“ entlockte.

Der Neujahrsempfang begann traditionell. Die drei ersten Damen der Stadt, neben der Bürgermeisterin auch ihre beiden ehrenamtlichen Stellvertreterinnen Gabriele Beständig und Edith Heckmann, begrüßten die Gäste im Foyer persönlich und überreichten Süßes. Bei Sekt und Orangensaft folgte im Ratssaal die sprachliche Ouvertüre mit Smalltalk. Grußworte sprachen der Bundestagsabgeordnete Axel Knoerig und der Landtagsabgeordnete Volker Meyer.

Knoerig spannte den großen Rahmen, sprach von Herausforderungen (Digitalisierung, Fachkräftemangel), schwächelnder Konjunktur, aber entwickelten Strategien dagegen. Er lobte im Zusammenhang mit der beruflichen Bildung in der digitalen Arbeitswelt die Anstrengungen der Berufsbildenden Schulen in Syke.

Volker Meyer gab sich zuversichtlich. Zukunft könne man bauen, aber nur in einem offenen Dialog. Die Gesellschaft benötige den Diskurs in ihren Reihen.

Bürgermeisterin Suse Laue nahm Anleihen bei Theodor Fontane und äußerte sich nicht ohne Stolz über die Entwicklung der mittlerweile 26 000 Einwohner zählenden Stadt. Sie erinnerte an geplante Investitionen von über sieben Millionen Euro, nannte beispielhaft Schulen, Kitas und Hallenbad. Sie hob aber auch lokale Events wie den Hachelauf, die Festa Italiana oder den Dorfmarkt hervor.

Den Mangel sparte Suse Laue nicht aus: bezahlbaren Wohnraum. Dass es den auch in Syke kaum gebe, dürfe nicht sein. „Da müssen wir gegensteuern“, erklärte die Bürgermeisterin und verwies auf das geplante städtische Projekt am Hallenbad. Was den Bedarf an Wohnraum angehe, darüber dürfe man nicht nur diskutieren, sondern müsse auch zukunftsweisende Entscheidungen treffen, sagte Laue unter Applaus.

Entscheidungen zu treffen, das gelte auch, so die Bürgermeisterin, im Zusammenhang mit Klimaschutz- und Mobilitätskonzepten.

Respekt zollte die Bürgermeisterin allen Ehrenamtlichen in der Stadt Syke, nannte die Feuerwehr mit ihren über 2000 Einsätzen im vergangenen Jahr, Sportvereine, Selbsthilfegruppen und Vereine wie „Rund ums Syker Rathaus“, deren Mitglieder den Spieker am Jugendhaus wieder aufgebaut hätten.

Von dieser Philosophie war es nicht weit bis zum Bürger des Jahres 2020: Kurt Wilhelm (70). Ein Mann, dem das Gemeinwohl wie ein Gen eigen zu sein scheint. Das wurde in der Laudatio von Edith Heckmann deutlich. Der Landmaschinenmechaniker und spätere Meister bei Mercedes habe die TSG Osterholz-Gödestorf-Schnepke über 30 Jahre lang als Vorsitzender geleitet, sei sich auch als Hausmeister und Platzwart nicht zu schade gewesen. Heute fahre er noch Bürgerbus. Der Mann sei Tag und Nacht ehrenamtlich unterwegs, so Heckmann. Das sei aber typisch für „unseren Kurt“, heißt es aus dem Umfeld von Kurt Wilhelm.

Ein bisschen perplex sei er schon über die Ehrung, meinte Wilhelm. Er freue sich aber trotzdem, wisse bloß nicht so genau, was er damit machen solle. Denn es gebe ja viele Ehrenamtliche in Syke, und allein sei man nicht viel wert, erklärte der 70-jährige in seiner bescheidenen Art, verbunden mit Dank an alle „Kollegen Ehrenamt“.

Wer so lebt, muss eine Grundlage haben. Hat Wilhelm auch. Er habe immer danach gelebt: „In der Ruhe liegt die Kraft“ und „Wie man in den Wald reinruft, so schallt es zurück“.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Kampfabstimmung um CDU-Vorsitz: CDU vor Richtungsentscheid

Kampfabstimmung um CDU-Vorsitz: CDU vor Richtungsentscheid

Furcht vor Huawei: Trump macht Indien Druck beim Thema 5G

Furcht vor Huawei: Trump macht Indien Druck beim Thema 5G

Karneval in Stolzenau: Prunksitzung 2020

Karneval in Stolzenau: Prunksitzung 2020

Anonyme Drohung an Göttinger Hainberg-Gymnasium: Polizei im Großeinsatz

Anonyme Drohung an Göttinger Hainberg-Gymnasium: Polizei im Großeinsatz

Meistgelesene Artikel

DSDS-Kandidatin flasht Dieter Bohlen - doch das reicht nicht

DSDS-Kandidatin flasht Dieter Bohlen - doch das reicht nicht

Feuerwehren beseitigen Sturmschäden

Feuerwehren beseitigen Sturmschäden

Kirchengemeinde Neubruchhausen: Neuer Look und neuer Pastor

Kirchengemeinde Neubruchhausen: Neuer Look und neuer Pastor

Fünf Syker Gymnasiasten nehmen an Übersetzungswettbewerb teil

Fünf Syker Gymnasiasten nehmen an Übersetzungswettbewerb teil

Kommentare