„Und Action!“

Jugendliche produzieren einen Film über ein einsames Mädchen

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Sie produzieren bis Freitag auf dem Gelände des Syker Vorwerks einen Film (v.l.): Regisseur und Schauspieler Ole Baumann, Hauptdarstellerin Femke Wagner, Darstellerin Marie Kling, Tonmann Thore Meyer-Arend, Marten Pawel an der Klappe und Kameramann Maximilian Jordemann.

Syke - Von Ulf Buschmann. „Ist das gekauft?“ Hermann Böhm schaut sich die gerade gedrehte Szene auf dem externen Monitor an. Der Filmemacher übernimmt kurzzeitig die Regie. Eigentlich ist es die Aufgabe von Ole Baumann. Doch er ist in dieser Szene auch Darsteller.

Zusammen mit Marie Kling tritt Ole Baumann ins Bild. „Willst Du Mitglied in unserer Clique sein?“, fragt Marie Kling in Richtung von Hauptdarstellerin Femke Wagner.

Was ein bisschen anmutet wie die Arbeit in den großen deutschen Filmmetropolen Hamburg, München und Berlin, geschieht in dieser Woche in der norddeutschen Tiefebene – genauer: rund ums Syker Vorwerk. Dort produziert eine Gruppe von sechs Jugendlichen einen Film. Der Workshop unter Böhms Leitung gehört zum diesjährigen Ferienprogramm der Stadt. Die Teilnehmer lernen in den sechs Tagen, wie ein Drehbuch entsteht, den Dreh mit einem Storyboard zu planen und natürlich den Umgang mit der Technik.

Story selbst entwickeln

Auch das Entwickeln der Story selbst gehört dazu. „Wir sollten Probleme nennen und haben dann nach Lösungen gesucht“, sagt Hauptdarstellerin Femke Wagner. Teamer Böhm ergänzt: „Wir haben ein dramaturgisches Modell aus dem Kurzfilmbereich eingesetzt.“

Herausgekommen ist eine Geschichte über ein einsames Mädchen, das unbedingt zu einer Clique dazugehören möchte. Dafür muss sie eine Mutprobe ablegen: Sie springt von einem Baum. Allerdings ist der Fall unsanft. Das Mädchen fällt auf den Kopf, wird ohnmächtig und wacht „in einer Art Parallelwelt“ auf. So beschreibt es Ole Baumann. 

Am Ende wacht das Mädchen auf und muss feststellen: Sie ist gemobbt worden und gehört nicht zur Clique. „Mehr wollen wir mal noch nicht spoilern“, unterbricht Trainer Böhm seinen jungen Regisseur schmunzelnd. Der schaut ihn fragend an. Böhm ergänzt: So werde es heute in der Filmbranche genannt, nicht mehr vom Inhalt preiszugeben.

Einstellungen lösen die Szene auf

Die Mittagspause ist zuende, der Dreh geht weiter. Etwas weiter hinten im Garten stehen die Kamera, der externe Bildschirm, und die Tonausrüstung bereit. Die Gruppe plant die nächste Einstellung, nicht die Szene. „Eine Szene wird immer in mehrere Einstellungen aufgelöst“, klärt der Filmemacher den Laien auf, bevor er sich den Jugendlichen widmet.

Es geht immer noch um die Szene, in der Ole Baumann und Marie Kling Hauptdarstellerin Femke Wagner fragen, ob sie Mitglied der Clique sein möchte. Dafür nimmt das Team mehrere Einstellungen auf.

Bevor jedoch die Kamera surrt, betrachten alle Leute das Geplante am externen Bildschirm. Teilzeit-Regisseur Böhm hat Bedenken. „Schaut mal, hier ist noch sehr viel Platz“, sagt er mit weit ausholenden Armbewegungen. Entweder die Kamera oder Hauptdarstellerin Femke Wagner müssten anders positioniert werden.

Als alles stimmt, ertönt das typische Signal. „Ruhe am Set! Kamera ab!“, ruft Böhm. Kameramann Maximilian Jordemann antwortet: „Kamera läuft!“ Jetzt ist Marten Pawel mit der Klappe dran: „Eins, eins, die Zweite!“ Böhm leitet den nächsten Einstellungsdreh ein: „Und Action!“

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