Unbekannter Mann spricht Grundschüler an: Barrier Rektorin informiert Polizei

Zwischenfall beim Fahrrad-Führerschein

Barrien - Von Frank Jaursch. Regelmäßig geistern sie durch die sozialen Netzwerke, sorgen für Verunsicherung und Angst: Geschichten von dem unbekannten Mann im unbekannten Auto, der Kinder auf dem Schulweg anspricht. Wahrheitsgehalt: fast immer gleich Null. Ein Fall allerdings hat Barriens Grundschulleiterin Brigitte Köhler jetzt dazu gebracht, die Polizei zu alarmieren. Denn diesmal, da ist sie sich sicher, ist an den Schilderungen tatsächlich etwas dran. Denn Schüler einer ganzen Klasse berichten übereinstimmend davon.

Rückblende: An einem Freitag im September sind die Mädchen und Jungen der vierten Klassen gerade dabei, ihren Fahrrad-Führerschein zu erwerben. Dazu fahren sie einen Rundkurs, der sie auch am Barrier Bahnhof vorbeiführt. In kleinen Gruppen bewältigen sie die Steigung am „Hufeisen“.

Als sie auf der Ostseite die Straße hinunterfahren und wieder auf die alte B6 einbiegen, hören sie eine Stimme aus dem Gebüsch. Ein Mann, dunkel gekleidet, spricht die Kinder mit heiserer Stimme an, versucht in mindestens einem Fall, sich beim Rad eines vorbeifahrenden Mädchens am Fahrradkorb festzuhalten.

Mehrere Kinder aus unterschiedlichen Gruppen erzählen nach ihrer Rückkehr an der Schule unabhängig voneinander von diesem Vorfall. „Die Schüler sind ausgewichen. Sie haben richtig reagiert“, erklärt Köhler. Die Schulleiterin entscheidet, die Polizei zu informieren. Die Beamten finden an der fraglichen Stelle aber keine Spur von dem Mann.

Zwei Tage später gibt eine Schülerin stellvertretend für ihre Mitschüler das Geschehene bei der Polizei noch einmal ausführlich zu Protokoll. Die Vorfälle ereigneten sich ausgerechnet an einer Stelle, die von keinem der erwachsenen Begleiter des Fahrradparcours eingesehen werden konnte. Dennoch zweifeln weder die Polizei noch die Schulleitung an den Schilderungen. „Einige Kinder waren danach schon ein wenig verstört“, erinnert sich Brigitte Köhler.

Polizeisprecher Thomas Gissing bestätigt im Gespräch mit der Kreiszeitung den Vorfall. Die Beamten hätten die Gegend in der Folge verschärft im Auge behalten und zu dem Fall ermittelt, den Unbekannten aber bislang nicht identifizieren können.

Gissing appelliert an die Bürger – insbesondere an die Eltern – bei Vorfällen dieser Art im Zweifel einmal häufiger die Polizei zu verständigen. Auf der anderen Seite warnt er vor Panikmache: Die so häufigen Beispiele, bei denen man durch Hörensagen „über drei Ecken“ von angeblichen Vorfällen erfährt, entbehrten oft jeder Grundlage. „Man sollte nichts auf Gerüchte geben“, betont Gissing.

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