Betreiber steht vor dem Nichts

Unbekannte werfen Scheiben eines 7000-Quadratmeter-Gewächshauses in Gessel ein

Die Tat hat laut Polizeischätzung einen Sachschaden von rund 50 000 Euro angerichtet – die entgangenen Gewinne für Gemüse, das nun nicht mehr angebaut werden kann, nicht eingerechnet. Inhaber Nebil Kurt steht vor dem Aus: Die Lebensgrundlage des Leester Zucchinibauern ist damit zerstört.
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Die Tat hat laut Polizeischätzung einen Sachschaden von rund 50 000 Euro angerichtet – die entgangenen Gewinne für Gemüse, das nun nicht mehr angebaut werden kann, nicht eingerechnet. Inhaber Nebil Kurt steht vor dem Aus: Die Lebensgrundlage des Leester Zucchinibauern ist damit zerstört.

Einen Schaden von rund 50000 Euro haben Unbekannte laut Polizei beim Zerstören von hunderten Glasscheiben eines 7000 Quadratmeter großen Gewächshauses in Gessel angerichtet. Der Eigentümer steht vor den Trümmern seiner beruflichen Existenz - und hat einen Verdacht.

Gessel – Immer wieder schüttelt Nebil Kurt den Kopf und blickt auf das Chaos vor sich. „Ich weiß nicht, was ich machen soll. Eine Katastrophe.“ Der Leester Gemüsebauer steht buchstäblich vor den Trümmern seiner Existenz. Unbekannte haben rund um den Jahreswechsel ganze Arbeit geleistet und nahezu alle Scheiben des rund 7 000 Quadratmeter großen Gewächshauses zerstört.

Tausende Glasscherben liegen über das gesamte Areal nahe des Handelswegs verstreut. Im Inneren haben die Täter Kisten durcheinandergeworfen, Leuchten und einen Traktor beschädigt. Den Schaden schätzt die Polizei in ihrer Pressemitteilung zum Fall auf 50 000 Euro. „Nein, das ist mehr“, sagt Nebil Kurt. „Viel mehr.“

Seit 36 Jahren betreibt seine Familie Landwirtschaft, seit sieben Jahren ist er selbst als Zucchinibauer tätig. Im Februar beginnt für gewöhnlich die Saison mit dem Vorziehen der Pflanzen in den Beeten im Gewächshaus. Das Junggemüse, das überdacht aufwächst und im Frühjahr verkauft werden kann, bringt den größten Gewinn. Kurt deutet auf die Bereiche, in denen sein Gemüse hätte wachsen sollen: von Mini-Gurken bis Mangold. Nichts davon wird in diesem Jahr an dieser Stelle wachsen. Die Täter haben ganze Arbeit geleistet: Kaum eine Seitenscheibe blieb unbeschädigt, selbst einige Elemente des gläsernen Daches wurden zerstört.

Nutzten die Täter den Lärm zum Jahreswechsel?

Auch viele Elektroleitungen haben die Unbekannten gekappt. Nebil Kurt ist überzeugt davon, dass die Täter den Lärm zum Jahreswechsel ausgenutzt haben. „Das war laut, das hätte man sonst gehört.“

Das Ausmaß der Zerstörung ist so groß, dass auch ein Streich wenig wahrscheinlich erscheint. „Nein, das war kein Spaß“, sagt der Leester – und spricht seine Vermutung offen aus: „Das sind Konkurrenten.“

Deren Ziel sei es gewesen, ihn als Gemüselieferanten auszuschalten, ist er sich sicher. Einige Umstände der Tat scheinen seine These auf den ersten Blick zu bestätigen. So sei auch der Kühlraum abgeschaltet worden, weil darin Ware aufbewahrt worden sei. „Die sind schon gezielt vorgegangen“, sagt Kurt.

Am 3. Januar habe er das Chaos entdeckt. Längst hat die Spurensicherung der Polizei die Ermittlungen aufgenommen – auf der Suche nach DNA-Spuren. Wer zwischen dem 28. Dezember und dem 3. Januar – insbesondere in der Silvesternacht – Beobachtungen gemacht hat oder Hinweise auf die Täter geben kann, wird gebeten, sich bei der Polizei unter 04242/9690 zu melden.

Ganze Arbeit: Die Täter gingen um das gesamte Gewächshaus herum und schlugen die Scheiben ein.

Wie es mit dem Zucchinibauern weitergeht, weiß er nicht. Seine Hoffnung auf Geld von der Versicherung hat sich zerschlagen. „Die zahlt nur bei Hagel und Stürmen“ – und nicht bei Vandalismus, seufzt Nebil Kurt. Und blickt wieder kopfschüttelnd auf das, was von seinem Geschäftsleben übrig geblieben ist.

Von Frank Jaursch

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