Weißrussische Dozenten zu Gast bei Voigt

Das unbekannte Bioland

+
Mit Interesse verfolgten die Gäste aus Weißrussland die Ausführungen von Heinz-Jürgen Michel (2.v.l.).

Gessel - Von Frank Jaursch. Weitgereisten Besuch hat Heinz-Jürgen Michel Donnerstag auf dem Biohof Voigt begrüßen können. Rund 1700 Kilometer von ihrer Heimat entfernt, nahmen acht Dozenten der weißrussischen staatlichen landwirtschaftlichen Akademie das Gartenbaukonzept made in Syke in Augenschein.

Eine Woche lang sind die Frauen und Männer aus Minsk und Horki zu Gast bei der Deula (Deutschen Lehranstalt für Agrartechnik) in Nienburg. Regelmäßig sind Studenten aus Osteuropa als Praktikanten zu Gast an der Nienburger Einrichtung; derzeit machen sich auch ihre Dozenten ein Bild von den deutschen Verhältnissen.

Etwa einmal pro Jahr sind die Lehrkräfte zu Gast in Niedersachsen. Das Interesse an einem Austausch mit Deutschland ist groß in Osteuropa – und darüber hinaus. „Übernächste Woche kommen Lehrer aus der Mongolei“, sagte Lilit Arutyunyan, Mitarbeiterin der Deula.

Gemeinsam mit Vladimir Sidorenko diente sie als Übersetzer für die Gäste aus Minsk und Horki. „Biologischer Anbau ist dabei in Weißrussland noch neu“, berichtete Lilit Arutyunyan. Das osteuropäische Land sammelt erste Erfahrungen in diesem Bereich, auch Biogasanlagen entstehen erst allmählich.

Wöchentlich bis zu 1100 Kisten versandt

Heinz-Jürgen Michel, Mitinhaber der Frischekiste, erläuterte gemeinsam mit dem Gartenbauleiter Theo Bloem das Konzept hinter dem Betrieb. In der Hochzeit verlassen wöchentlich bis zu 1100 Kisten mit Bio-Obst und -Gemüse die Packhalle An der Wassermühle. Was morgens geerntet wird, wird nachmittags gepackt und landet am folgenden Tag direkt beim Kunden.

Schnell wurden dabei sowohl die Fachkenntnisse der Besucher als auch ihr Interesse am Frischekiste-Konzept deutlich. Nach einigen einleitenden Sätzen in der Packhalle und einem Besuch der Gewächshäuser brachte Bloem den Besuchern das Bioland-Konzept ebenso näher wie die Probleme und Herausforderungen, mit denen sich der Betrieb konfrontiert sieht – und mit welchen kreativen Lösungen die Syker arbeiten.

Neu war den Besuchern etwa, wie der Gesseler Betrieb den Ackerschachtelhalm nutzt: In Weißrussland ist die Pflanze als Unkraut verschrien, der Biohof Voigt nutzt einen Sud daraus für eine effektive Schädlingsbekämpfung.

„Davon hätten wir ganz viel mitbringen können“, lachten die Besucher beim Anblick des Schachtelhalms. Stattdessen gab es ein anderes Dankeschön: einen Flaschenöffner in Belarus-Optik.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Innensenator: Attentäter war Sicherheitsbehörden bekannt

Innensenator: Attentäter war Sicherheitsbehörden bekannt

Londoner Demonstration gegen Polizeigewalt eskaliert

Londoner Demonstration gegen Polizeigewalt eskaliert

Ein Toter und sechs Verletzte nach Messerattacke in Hamburg

Ein Toter und sechs Verletzte nach Messerattacke in Hamburg

1:0-Erfolg gegen West Ham

1:0-Erfolg gegen West Ham

Meistgelesene Artikel

Dauertennis: Live-Stream vom Weltrekordversuch 

Dauertennis: Live-Stream vom Weltrekordversuch 

700 Tiere und beeindruckende Moorwelten - zu Besuch in Ströhen

700 Tiere und beeindruckende Moorwelten - zu Besuch in Ströhen

Wetterfeste Weyher auf dem Marktplatz

Wetterfeste Weyher auf dem Marktplatz

Horrorvorstellung: 2000 Schüler und Lehrer auf der Großbaustelle

Horrorvorstellung: 2000 Schüler und Lehrer auf der Großbaustelle

Kommentare