Umzug für 15 Heimbewohner

DRK-Senioreneinrichtung in Syke schließt Wohnbereich

Barrien - Von Frank Jaursch. Spekulationen und Gerüchte haben die Runde gemacht in den vergangenen Wochen: Das Seniorenheim des DRK in Syke schließt eine Abteilung?! Was ist da los an der B 6? Heimleiter Thorsten Kerth erläutert auf Nachfrage der Kreiszeitung die Hintergründe, die dazu geführt haben, dass ein Teil des Seniorenheims derzeit verwaist ist.

Fakt ist: Tatsächlich ist der Wohnbereich Hache, der kleinste der fünf Bereiche, leergeräumt. Gut ein Dutzend Bewohner sind in den vergangenen Wochen in die anderen vier Bereiche umgezogen – natürlich nach Absprache mit den Betroffenen und ihren Angehörigen.

„Wir haben fünf Wohnbereiche, und im jedem gab es Lücken“, erklärt Kerth. „Das abzuarbeiten, ist nicht sehr effektiv.“

Auf Effektivität kommt es aber an, wenn es um die Pflege geht. Dafür sorgt nicht zuletzt die Fachkraftquote: Mindestens 50 Prozent der Mitarbeiter müssen examinierte Pflegekräfte sein. Und die sind relativ dünn gesät. 23 Vollzeit-Kräfte hat Kerth in seiner Einrichtung. Und die wollen effektiv eingesetzt sein – erst recht, seit die Heimaufsicht des Landkreises verstärkt auf die Einhaltung dieser Quote pocht. „Bei uns haben die auch geguckt“, erläutert Kerth. „Und das ist ja auch völlig in Ordnung.“ Die Kritik der Aufsichtsbehörde nahmen sich die Barrier zu Herzen – und entwickelten die Idee, die Gäste aus dem Hache-Bereich in die Lücken der anderen Wohnbereiche umziehen zu lassen.

Keller wird renoviert

Die Hache-Abteilung ist die älteste des Seniorenheims und liegt im Keller. Den Leerstand nutzt die Einrichtung jetzt, um ihn zu renovieren. Die Gespräche mit den Bewohnern seien sehr zügig und angenehm verlaufen, seit Mitte Mai haben die Gäste neue Zimmer.

Für die Reaktion habe es sogleich ein Lob der Heimaufsicht gegeben, berichtet Kerth. „Endlich reagiert ein Heim mal adäquat auf die Kritik“, gibt er die Aussage wieder. Wie die Zukunft der Abteilung aussieht, ist noch nicht ganz klar. Das DRK-Heim ist ständig händeringend auf der Suche nach Kräften. Unter anderem hat die Heimleitung schon Kontakte zu Fachkräften aus dem Ausland aufgenommen – in der Hoffnung, davon irgendwann unmittelbar zu profitieren.

Der Kampf gegen den Pflegenotstand ist längst auch in Barrien spürbar. Thorsten Kerth lässt keinen Zweifel: „Wenn hier fünf Krankenschwestern auf der Matte stehen, machen wir den Bereich sofort wieder auf.“

Rubriklistenbild: © Heinf ried Husmann

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