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Ukrainekrieg: 1 500 Syker Schüler bilden Menschenkette

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Von: Annum Malik

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Aktion Menschenkette für den Frieden in der Ukraine in der Syker Innenstadt, veranstaltet durch drei Syker Schulen.
Aktion Menschenkette für den Frieden in der Ukraine in der Syker Innenstadt, veranstaltet durch drei Syker Schulen. © Annum Malik

1500 Syker Schülerinnen und Schüler wollten ein Zeichen setzen. Sie haben eine Menschenkette für den Frieden zwischen der Ukraine und Russland gebildet.

Syke – Starkes Zeichen für den Frieden: Rund 1 500 Schüler haben am Montagmittag in der Hauptstraße eine Menschenkette gebildet. Schüler des Gymnasiums Syke, der Berufsbildenden Schulen (BBS) und der Luise-Chevalier-Schule versammelten sich für die Dauer von einer Stunde. Sie stellten sich mit FFP2-Masken an den Straßenrand. Auf eine Berührung verzichteten die Teilnehmer angesichts der Corona-Situation. Ein Polizeiaufgebot war ebenfalls vor Ort und sperrte für die Dauer des politischen Statements der Schüler die Syker Innenstadt für ein- und ausfahrende Autos.

Gymnasium produziert in kürzester Zeit 1300 Buttons in den ukrainischen Nationalfarben

Initiatorinnen der Menschenkette waren Emma Brötzmann vom Gymnasium und Saskia Petri von den BBS. „Leute fühlen sich hilflos“, sagt Petri im Gespräch mit der Kreiszeitung. Die Schülerinnen wollten im Hinblick auf den Ukraine-Krieg nicht länger untätig sein, sondern ein Zeichen für Frieden setzen. Sobald aus einem Pool von Ideen die einer Menschenkette ausgewählt war, schrieben Petri und Brötzmann alle weiterführenden Schulen in Syke an, um eine größere Unterstützung für ihre Aktion zu finden. Alle bis auf die Realschule meldeten sich zurück und waren bereit, an der Aktion teilzunehmen. Brötzmann äußert eine Vermutung: „Ich denke, dass bei der Kommunikation mit der Realschule etwas schiefgelaufen ist und die E-Mail die Schüler nicht erreicht hat.“

Initiatorinnen (v.l.) Saskia Petri (BBS Syke) und Emma Brötzmann (Gymnasium).
Initiatorinnen (v.l.) Saskia Petri (BBS Syke) und Emma Brötzmann (Gymnasium). © Malik, Annum

Die Schüler wollten auch Flagge zeigend gesehen werden, so Brötzmann weiter. Das erreichten sie öffentlichkeitswirksam am Montag. Das Gymnasium hatte eigens dafür 1 300 Buttons in den Farben der Ukraineflagge für die Aktion der Menschenkette erstellt.

Eine Buttonmaschine für etwa 200 Euro war durch die Unterstützung des Fördervereins schnell gekauft – weitere 50 Euro kamen als Materialkosten hinzu –, die Buttons am Samstag, noch rechtzeitig vor dem Aufmarsch in der Innenstadt, fertiggestellt. Das alles konnte in rekordverdächtiger Zeit von etwa zwei Wochen – von der Idee bis zur Umsetzung – realisiert werden. Durch die blau-gelben Buttons auf der Kleidung oder angepinnt an der Maske konnten Besucher der Innenstadt die Schüler ohne viele erklärende Worte als Solidaritätsbekunder mit der Ukraine erkennen. „Wir wollen nicht gegen Russland hetzen“, stellt Initiatorin Saskia Petri klar. Aber man wolle sehr wohl ein klares Zeichen für eine Sache setzen, den Frieden zwischen der Ukraine und Russland.

Lehrer bemühen sich stark, Schüler über Geschehnisse in der Ukraine aufzuklären

Emma Timke traf man wie einige weitere Schüler in gelber Warnweste an. Die Schülerin besucht die 10. Klasse des Gymnasiums und ist als Ordnerin für ihren Jahrgang zuständig. Insgesamt seien es neun Schüler, die für die Einhaltung der Maskenpflicht und Kontrolle eines Jahrgangs verantwortlich seien, erzählt Timke. Die Warnwesten hätten die schulischen Ordnungshüter von zu Hause mitgebracht, einige stellte das Gymnasium bereit. Timke berichtet, dass sich alle Schüler nach ihrer Klassenstufe in einem fest zugeteilten Bereich, wie zum Beispiel auf Höhe der Volksbank, aufzuhalten hätten.

Emma Timke (r.) und Julia Hirscher zeigen die Buttons.
Emma Timke (r.) und Julia Hirscher zeigen die Buttons. © Malik, Annum

Brötzmann und Petri betonen die breite Unterstützung durch ihre jeweiligen Schulleitungen. Die Resonanz war nach ihrer Wahrnehmung unter den Lehrern und Schülern gleichermaßen sehr positiv. Die Menschenkette ist die zweite Aktion nach einer vorangegangenen Schweigeminute für die Opfer des Ukraine-Krieges, abgehalten am 18. März.

Lehrer seien am Gymnasium Syke derzeit bemüht, sich auch fernab des Politikunterrichts die Zeit zu nehmen, um insbesondere jüngere Schüler über die Geschehnisse in der Ukraine aufzuklären, erzählt die Initiatorin Brötzmann.

Zum Ende der Menschenkette gab sie sich zufrieden: „Wir hatten viele Helfer, die Schüler waren diszipliniert, und im Großen und Ganzen hat das heute sehr gut geklappt.“ Weitere Aktionen schließen Petri und Brötzmann in Sachen erneuter Zusammenarbeit mit den Schülervertretungen nicht aus.

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