Nabu Syke schließt Hache-Renaturierung ab / Neue Werbeaktion startet

Trotz Corona in der Spur

Der Barrier Bruch von oben. Man sieht, wo die Hache einen renaturierten Flusslauf erhalten hat.
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Im Barrier Bruch hat die Hache wieder ein naturnahes Flussbett erhalten.

Syke – Exkursionen zu Plätzen, wo noch seltene Pflanzen wachsen. Oder zu Orten, die nach Jahrzehnten wieder ein naturnahes Aussehen zurückerlangt haben. Bildervorträge zu aktuellen Themen aus Umwelt- und Naturschutz: Der Nabu Syke und Umland ist ein Verein, der weiß, wie er sich und seine Arbeit für die Öffentlichkeit interessant präsentieren kann.

So ziemlich nichts davon hat er seit 2020 zeigen können. „Corona hat uns aus der Bahn geworfen“, sagt der Vorsitzende Heinfried Köster.

Die praktische Arbeit ist weiterhin auf Spur, betont er, um da keine Missverständnisse aufkommen zu lassen. Nur nimmt sie außerhalb der eigenen Reihen im Moment kaum jemand mehr wahr.

Dabei ist die laufende Projektarbeit trotz Corona weitergegangen: In Syke und Bassum pflegt der Nabu 40 Hektar Grünland, größtenteils Kompensationsflächen aus Bauvorhaben. In der ehemaligen Sandgrube in Okel hat er im Auftrag des Landkreises die Biotop-Pflege übernommen. Im Barrier Schlatt arbeitet er seit vielen Jahren der Verlandung entgegen – die Arbeitseinsätze dort stehen meist unter dem Stichwort Birkenziehen – und zuletzt hat er den Dorfteich in Leerßen saniert. Köster: „Das ist ein ehemaliger Feuerlöschteich, der heute als Biotop für Insekten und Fledermäuse wichtig ist. Der war total verschlammt.“

Heinfried Köster (62) ist von Jugend auf Naturschützer und Nabu-Mitglied seit er 18 ist. 2003 wurde er Vorsitzender des Nabu Syke.

Sein Vorzeigeprojekt ist jedoch die Fließgewässer-Renaturierung im Barrier Bruch: Zwischen Barrien und Weyhe hat der Nabu fünf Hektar Fläche links und rechts der Hache aufgekauft. Der kleine Fluss hatte dort jahrzehntelang den Charakter eines Entwässerungsgrabens. Der Nabu hat den schnurgeraden Flusslauf aufgebrochen, an mehreren Stellen ein neues Bett gegraben und der Hache damit einen naturnahen Lauf zurückgegeben. Mit Mäandern, Buchten und Flutmulden, die bei Hochwasser überschwemmt werden. Lebensraum für Pflanzen, Insekten und Amphibien. Und damit auch für Vögel, die von ihnen leben. Wie etwa die Störche, die sich inzwischen dort zuhause fühlen. „Trotz Corona konnten wir die Arbeit an diesem Projekt abschließen“, sagt Köster.

Der Nabu profitiert dabei von seiner relativ großen Basis. Aktuell zählt der Verein 1346 Mitglieder. Eine Zahl, um die ihn mancher Sportverein beneidet. Zu guten Teilen die Folge einer breit angelegten Werbeaktion vor sechs Jahren. „Damals hatte der Landesverband Niedersachsen eine Firma mit Haustürwerbung beauftragt“, erzählt Köster. „Die waren sehr erfolgreich. Allein uns hat das 300 bis 400 neue Mitglieder gebracht.“

Die Firma wurde für ihre Mitgliederwerbung nicht bezahlt. Stattdessen ging über einen vorher festgelegten Zeitraum ein Teil der Beitragszahlungen der neuen Mitglieder an das Unternehmen. „Wir haben erst nach vier Jahren die vollen Beiträge bekommen“, sagt Köster. „Aber das war kein Problem. In der Zwischenzeit sind vielleicht fünf Prozent der neuen Mitglieder wieder abgesprungen.“ Aktuell startet gerade eine neue Mietgliederwerbung nach ähnlichem Muster. „In Stuhr und Weyhe läuft sie schon“, sagt Köster. „Syke und Bassum sind danach dran, und dann geht es schrittweise weiter durch den ganzen Landkreis bis nach Diepholz.“

Von den Mitgliederbeiträgen profitiert der Syker Nabu inzwischen nur noch mittelbar. „Wir haben unsere Struktur verändert“, erklärt Köster. Zwischen dem Landesverband und den Ortsvereinen gibt es jetzt regionale Geschäftsstellen. „Die sind mit hauptamtlichen Mitarbeitern besetzt und sollen uns ehrenamtliche unterstützen.“ Etwa, indem sie ihnen die gesamten administrativen Arbeiten abnehmen.

Die Vereinsbeiträge der Mitglieder gehen zuerst an die regionalen Geschäftsstellen, und zwar so lange, bis die finanziert sind. Was übrig bleibt, geht dann an die Ortsvereine zurück.

Köster findet das gut. „Wir haben die ersten Auszahlungen bereits erhalten. Und wir sind zufrieden damit.“

Von Michael Walter

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