45. Hache-Schau

Syker Geflügelzuchtverein präsentiert 476 Hühner, Enten und Tauben

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Die Züchter Gerold Leschke, Kim Woyke und Wilhelm Reineke mit ihren Tieren.

Syke - Von Detlev Voges. Der Mieter von 146 macht Radau. Sein Nachbar in 145 schaut neugierig, verhält sich aber ruhig. Anders als der Kleine in 111. Der versucht, sich der Lautstärke von 146 anzunähern. Ist ja auch alles nachvollziehbar, gehört doch das Imponiergehabe zum Wesen der stolzen Hähne. Bei der 45. Hache-Schau des Syker Geflügelzuchtvereins (GZV) gab es geradezu ein Schaulaufen der stolzen Niederrheiner, Amrocks, Zwerghühner und Co. in der Schützenhalle am Waldstadion.

Am Wochenende präsentierten 50 Züchter ihre Zuchterfolge: 476 Hühner, Enten und Tauben. Verschiedene Rassen, von den kleinen Zwerghühnern bis zu den großen Amrocks, von den arabischen Trommeltauben bis zu Orpingtonenten. Ein doppelter Anlass zur Freude für den GZV, feierte doch die Jugendgruppe ihr 50-jähriges Bestehen. Schon im Eingangsbereich der Schützenhalle war klar, wer dort das Sagen hatte. Ein großer Hahn der Niederrheiner Rasse von Züchter Kim Woyke stolzierte frei herum und ließ zwischendurch vernehmbar sein Kikeriki erklingen.

Er befand sich damit in guter Gesellschaft. Aus vielen Verschlägen kikerikiten die Hühner orchestral um die Wette, mal schrill, mal sonor. Musik in den Ohren der Züchter, die nicht ohne Stolz ihre teils farbenprächtigen Tiere vorstellten.

Die Ausstellungssaison sei für jeden Züchter die wichtigste Zeit, sagt Vereinsvorsitzender Klaus Daus und weist auf die monatelange Pflege und Hege hin. Die Präsentation sei dann der Höhepunkt.

Warum Geflügelzucht? „Es macht Spaß, sich mit diesen Tieren zu beschäftigten“, erklärt Daus, dessen Hühner sich im Garten frei bewegen dürfen. Wenn er eine Pause einlegt, spricht er mit ihnen. Er ist sicher, dass sie ihn verstehen. „Wenn ich die lassen würde, würden die mit mir auch Fernsehen anschauen“, meint er und lächelt verschmitzt über den Brillenrand hinweg.

Was passiert mit den Hühnern, wenn Klaus Daus mal in Urlaub fährt? Dann füttere ein Bekannter sie, sagt er und spricht von Züchterkameradschaft. Der Vereinsvorsitzende liebt seine Antwerpener Bartzwerge. Er weiß aber auch, dass nicht alle Tiere ausgestellt werden. Manches Huhn landet in der Küche und im Topf. „Wir wissen aber, wo unsere Tiere und die Eier herkommen“, erklärt er und erinnert an die jüngsten Skandale in der Lebensmittelwirtschaft.

88 Mitglieder zählt der Syker Geflügelzuchtverein mit Tendenz nach oben. „Wir erleben seit Jahren einen Aufschwung, besonders auch von jungen Züchtern“, freut sich Daus. Einer von ihnen ist der 27-jährige Kim Woyke. Der heutige Ausstellungsleiter fing mit Brieftauben an. Seit fünf Jahren züchtet er Hühner. „Ich bin mit Geflügel groß geworden“, beschreibt er seine Beziehung zu den Tieren. Ihm bereitet es Freude, über Winter Stämme zusammenzustellen. Für einen neuen Hahn ist er im vergangenen Jahr sogar 250 Kilometer gefahren.

Reinhard Hansemann gehört mit zu den Züchtern, die vor 50 Jahren in Wessels Hotel die Jugendgruppe mitgegründet hatten. Über den runden Geburtstag und die Jugend im Verein freut sich der Heiligenfelder besonders. „Es ist doch schön, wenn die Jugend die Tiere neu entdeckt, statt immer nur vor dem Computer zu hocken“, sagt er.

45. Hache-Schau des Syker Geflügelzuchtvereins

Hache-Schau Syker Geflügelzuchtverein
 © Jantje Ehlers
Hache-Schau Syker Geflügelzuchtverein
 © Jantje Ehlers
Hache-Schau Syker Geflügelzuchtverein
 © Jantje Ehlers
Hache-Schau Syker Geflügelzuchtverein
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Hache-Schau Syker Geflügelzuchtverein
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Hache-Schau Syker Geflügelzuchtverein
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Hache-Schau Syker Geflügelzuchtverein
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Hache-Schau Syker Geflügelzuchtverein
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Hache-Schau Syker Geflügelzuchtverein
 © Jantje Ehlers

Stefan Behrens, im Verein Zuchtwart und ein erfahrener Züchter, gab auf der Schau seine Erfahrungen gern an Besucher weiter. Am Samstag verkaufte er ein großes Bielefelder Kennhuhn an ein Besucherpaar aus Hoya, verbunden mit Hinweisen über Haltung, Impfung und Imponiergehabe. Kikeriki gebe es nur dreimal am Tag. Perlhühner schrien dagegen die ganze Nacht, so Behrens.

Die Hühner dominieren im Hauptraum der Halle, große und kleine, einfarbige und mehrfarbige. Eine Präsentation der Vielfalt in Form und Farbigkeit. In zwei Nebenräumen gurren Tauben und schnattern Enten. Ein kleiner Junge geht mit seiner Oma an den Volieren vorbei. Er lächelt. Seine Augen leuchten. Ihm gefällt offenkundig, was er sieht. Vielleicht ein neuer künftiger Züchter für den Verein.

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