Probemitgliedschaft im Zweckverband Mittelweser

Touristischer Pferdewechsel in Syke

Syke - Von Michael Walter. Was ist für Syke besser: Wildeshausen oder Mittelweser? Mit dieser Frage beschäftigt sich seit einiger Zeit die Syker Stadtverwaltung – und seit Montag Abend auch die Politik.

Im Ausschuss für Naherholung und Kultur ging es um die Frage, ob Syke seine Mitgliedschaft im Zweckverband Naturpark Wildeshauser Geest kündigen und stattdessen Mitglied im Zweckverband Mittelweser Touristik werden soll.

Eigentlich eine Formalie, wenn da nicht in Wachendorf ein mittlerer Stolperstein liegen würde: Das Rosarium. Das hat im Frühjahr eine Zusage über knapp 250.000 Euro Fördergelder vom Niedersächsischen Umweltministerium erhalten. Dieses Geld soll im Wesentlichen für den Bau des geplanten Umweltbildungszentrums verwendet werden.

Kündigung könnte Folgen haben

Thomas Ritter, der Geschäftsführer der Betriebs-GmbH, informierte jetzt im Ausschuss: Das Vorhaben steht im Zusammenhang mit einem Projekt des Zweckverbands Wildeshauser Geest. Und er befürchtet nun: Wenn Syke dort innerhalb des Förderzeitraums von drei Jahren die Mitgliedschaft kündigt, könnte das Land diese Fördermittel zurückfordern.

Warum die Stadt überhaupt die Pferde wechseln will, erläuterte Erster Stadtrat Thomas Kuchem. Sein Hauptargument: „Wir profitieren vom Zweckverband Wildeshauser Geest nicht in dem Maß wie wir gern möchten.“ Ein Grund dafür ist Sykes Lage am äußersten Rand der Wildeshauser Geest.

Unzufrieden mit ZV Wildeshauser Geest

Ein anderer ist der inhaltliche Schwerpunkt. Der liegt eher im Erschließen von naturnahen Räumen durch Führungen, Rad- und Wanderwege. 2006 habe die Stadt das letzte Mal nennenswerte Fördermittel über den Verband Wildeshauser Geest erhalten. „Das war für den Hohen Berg“, so Kuchem. „Seitdem ist nicht mehr viel passiert.“

Hingegen betreibt die Mittelweser Touristik GmbH praktisch ausschließlich Marketing für die ihr angeschlossenen Kommunen. Das stellte deren Geschäftsführer Martin Fahrland den Ausschussmitgliedern in einer Präsentation vor. Für Kuchem ist Werbung genau das, wobei Syke im Verband Wildeshauser Geest zu kurz komme. Die Mittelweser Touristik bietet der Stadt nun eine Probemitgliedschaft an: Zwei Jahre könnte die Stadt alle Angebote der GmbH zum halben Beitragssatz nutzen.

Mitgliedschaft wäre deutlich teurer

„Probieren wir’s doch einfach aus. Und dann diskutieren wir hinterher, was wir erlebt haben“, schlug Jannis Petermann (CDU) vor. Worauf Gabriele Beständig (FWG) einhakte: „Wenn da nur nicht die Beiträge wären.“ Für die Mitgliedschaft im Naturpark Wildeshauser Geest zahlt die Stadt derzeit 9000 Euro im Jahr. Davon übernimmt aber der Landkreis 4000 Euro als Zuschuss. Die Mitgliedschaft bei der Mittelweser Touristik wäre deutlich teurer: Dort wären pro Jahr gut 16.000 Euro fällig.

Die Grünen sprachen sich gegen einen Pferdewechsel aus – nicht zuletzt wegen der Rosarium-Problematik. CDU, SPD und FWG vertraten die Ansicht, von einem Austritt aus der Wildeshauser Geest müsse noch gar nicht die Rede sein. Man könne sich auch über eine abgespeckte oder sogar eine doppelte Mitgliedschaft unterhalten. Die Diskussion über einen Austritt beginne doch erst, wenn das nicht ginge.

Der Ausschuss stimmte mit einer Mehrheit von 7:2 für eine zweijährige Probemitgliedschaft bei der Mittelweser Touristik. Das letzte Wort in dieser Frage hat der Rat der Stadt.

Rubriklistenbild: © Mittelweser Tourismus

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