Zweimal Einstellung und ein Freispruch

Tödlicher Unfall: Prozess beendet

Syke - Von Dieter Niederheide. Früher als erwartet ist am Syker Amtsgericht der Strafprozess um den bei einem Baustellenunfall am 28. November 2015 tödlich verunglückten Bauarbeiter beendet worden: mit zwei Verfahrenseinstellungen und einem Freispruch.

Der angeklagte Firmenchef und Geschäftsführer eines Unternehmens aus Barrien und sein Verteidiger Renee Lancker erklärten sich mit der Einstellung unter Auflagen nach Paragraph 153 a einverstanden. Der Verteidiger erklärte, sein Mandant sei bereit, 4.000 Euro an das Kind des Unfallopfers zu zahlen.

Das Strafverfahren gegen den mitangeklagten Kranführer wurde ohne Auflagen eingestellt. Die Staatskasse trägt auch seine Kosten.

Die Männer waren wegen fahrlässiger Tötung angeklagt. Wie berichtet, wurde ein Mitarbeiter des Unternehmens an jenem Novembertag bei einem Hausbau an der Straße Steimker Höhe von einer Fertig-Wand erschlagen, die an einem Kran hing. Zwei Schrauben waren ausgerissen – die Wand hatte den Mitarbeiter unter sich begraben.

In der Hauptverhandlung wurde vorgetragen, dass sich das Opfer entgegen der Sicherheitsvorschriften unter der hängenden Hauswand bewegt hatte. Der Sachverständige, Sicherheitsingenieur Franz Pellenwessel, erklärte zum Vorfall, dass die in der Halterung verwendeten Schrauben für die Lastenaufnahme des etwa 1,6 Tonnen schweren Fertigbauteils nicht zugelassen waren. Die besondere Tragik: Der Verunglückte soll die Halterung selbst angebracht haben.

Rechtsanwältin Constanze von der Meden, die den Kranführer vertrat, richtete an den Sachverständigen die entscheidende Frage: Durfte sich ihr Mandant blind auf seinen Kollegen verlassen? Der Sachverständige antwortete mit einem klaren „Ja“.

Aus dem Schneider war auch der freiberufliche Sicherheitsbeauftragte des Unternehmens: Das Gericht konnte nicht feststellen, ob sich sein Arbeitsauftrag auch auf diese Baustelle erstreckt hatte und urteilte auf Freispruch. Seine Anwältin Natascha Gnädig wies darauf hin, dass die Anklage wegen fahrlässiger Tötung ihren Mandanten sehr belaste.

Rubriklistenbild: © dpa-tmn

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