Fisch-Sterben im Rückhaltebecken am Amtshof aufgeklärt

Tod durch Abwasser

Am Mittwoch trieben erneut zahlreiche tote Fische im Amtsteich. Angelsportvereins-Chef Gerd Gerdes vermutet, dass diese Fische am Montag bereits tot waren und durch die Verwirbelungen der THW-Pumpen unter die Oberfläche gesogen wurden.
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Am Mittwoch trieben erneut zahlreiche tote Fische im Amtsteich. Angelsportvereins-Chef Gerd Gerdes vermutet, dass diese Fische am Montag bereits tot waren und durch die Verwirbelungen der THW-Pumpen unter die Oberfläche gesogen wurden.

Syke – Ein Rückstau aus einem Schmutzwasserkanal hat zum Fisch-Sterben im Rückhaltebecken beim Amtshof (wir berichteten) geführt. Das gab am Mittwoch die Stadtverwaltung bekannt.

„Dieser Rückstau ist bei mindestens einem Grundstück in der Umgebung auch an einem Übergabeschacht aufgetreten, an dem eine Verbindung zum Regenwasserkanal mit dranhängt“, sagt Bauamtsleiter Hein Sievers. „Das ist formal nicht in Ordnung, ist früher aber manchmal so gemacht worden.“ Diese Verbindung hat dann laut Sievers dazu geführt, dass durch den Rückstau Abwasser über den städtischen Regenwasserkanal in das Rückhaltebecken gelangt ist – unbemerkt und über einen längeren Zeitraum.

Dort sind auch Dienstag und Mittwoch wieder tote Fische an der Wasseroberfläche gesehen worden. Gerd Gerdes, der Vorsitzende des Angelsportvereins, dem die Gewässeraufsicht obliegt, geht davon aus, dass diese Fische am Montag bereits tot waren. „Das Technische Hilfswerk hatte dort mit großen Pumpen versucht, Sauerstoff ins Wasser einzutragen. Die Verwirbelungen, die dabei entstanden, haben viele tote Fische unter die Oberfläche gesogen. Und jetzt kommen die nach und nach wieder rauf. Wir konnten nur einen Bruchteil einsammeln.“

Was ihn beruhigt: Anders als zunächst befürchtet, hat es keine Gift- oder Chemikalieneinträge ins Wasser gegeben, die auch in andere Gewässer weitergelangen könnten. Andere Fischbestände sind also nicht bedroht.

Am Rückhaltebecken werden wohl noch mehr tote Fische auftauchen. Das glaubt Gewässerwart Andree Fischer vom Angelsportverein. „Ich war selber ganz erstaunt, dass dort überhaupt so viele Fische drin sind. Wir haben Hechte, Barsche, Karpfen und viele Weißfische gefunden.“

Das Rückhaltebecken am Amtshof war 1979 das erste, das die Stadt gebaut hat. Der Sauerstoffgehalt des Wassers ist durch den Eintrag von organischem Material stark zurückgegangen. Die Stadt hat jetzt eine Pumpe installiert, um den Sauerstoffgehalt des Wassers zu stabilisieren. Eine weitere soll bald folgen.

Von Michael Walter

Mit mächtigen Pumpen hat das THW am Tag der Entdeckung zunächst für die Belüftung des Amtsteiches gesorgt. Mehrere kleinere Pumpen der Stadt (Bild rechts) sollen jetzt für eine nachhaltige Stabilisierung sorgen.

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