Tochter des neuen Cordes-Eigentümers stellt Ristedter Ortsrat ihre Pläne vor

Hofcafé statt Flüchtlingsheim

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Das Gasthaus Cordes.

Ristedt - Von Frank Jaursch. Ungewöhnlich hohes Interesse an einer Ortsratssitzung: Mehr als 60 Ristedter waren am Donnerstagabend ins TSV-Vereinsheim gekommen. Der Hauptgrund dafür verbarg sich im Tagesordnungspunkt 7: „Sachstandsbericht Bautätigkeit in Ristedt“. Im Wesentlichen ging es dabei um die Zukunft der Gaststätte Cordes.

Auch wenn sich der neue Eigentümer entschuldigen ließ, gab es Neuigkeiten: Für die Unterbringung von Flüchtlingen kommt das Gebäude nicht in Frage; stattdessen soll der Betrieb fortgeführt werden – als Hofcafé, an vier Nachmittagen in der Woche.

Timo Fleckenstein nahm als Vertreter der Stadt zunächst zum Thema „Unterbringung von Flüchtlingen“ Stellung. Man habe sich das Gebäude angesehen, erklärte der Bauamtsleiter, und sei zu dem Schluss gekommen, dass es nicht für diesen Zweck geeignet sei: „Es ist keine Möglichkeit gegeben, derzeit dort adäquat Flüchtlinge unterzubringen.“

Was die konkreten Pläne des Eigentümers sind, blieb zunächst im Dunklen – und sorgte für Enttäuschung bei Ortsbürgermeister Claus Bruhm (SPD). Aus zwei Gründen: Zum einen hatte der Käufer sein Kommen in einem langen Telefonat zugesagt. Und zum anderen hätte dabei Bruhm seine Pläne erläutert – diese Aussagen würden sich aber inhaltlich nicht mit dem decken, was im Gespräch mit der Stadt erklärt worden sei.

Der Alt-Ortsbürgermeister Ludwig Stöver (BSF) regte ein lockeres Gespräch“ des Investors mit der Bürgermeisterin, dem Bauamt und dem Ortsrat an. So könne man „vieles geradebiegen, ohne dass im Vorfeld etwas kaputtgemacht wird“.

Die Vorbehalte der Ristedter gegenüber dem neuen Eigentümer Ulrich Skrotzki waren schließlich deutlich spürbar. Detlev Hoffmann (SPD) monierte, Skrotzki habe nie den Kontakt zur Nachbarschaft gesucht und nie versucht, den Spekulationen im Ort zu begegnen. „Er hätte den Mut haben können, sich hier vorzustellen.“ Renate Brüning (CDU) entgegnete, wenn man vom neuen Eigentümer etwas wissen wolle, „fragt man am besten direkt“.

Etwas Licht ins Dunkel brachte schließlich Kim Skrotzki, die Tochter des neuen Eigentümers. Sie verkündete, künftig bei Cordes ein Hofcafé betreiben zu wollen – vorerst donnerstags bis sonntags zwischen 15 und 19 Uhr.

Sie appellierte an die Ristedter, ihr und ihrem Angebot eine Chance zu geben. „Die Kunden müssen den Weg zu uns finden“, so Skrotzki.

Die Sorge der Bürger richtet sich aber nicht nur um das Gasthaus selbst, sondern auch um das große angrenzende Grundstück mit altem Baumbestand. Ob man die bis zu 150 Jahre alten Bäume irgendwie schützen könne? Timo Fleckenstein regte den Dialog mit dem Eigentümer an. Durch eine Änderung des Bebauungsplans könnten die Bäume darüber hinaus geschützt werden. Den Bau von Häusern zu verhindern, dürfte allerdings schwierig werden: „Das Gelände steht im B-Plan“, erklärte Bruhm, „das kann bebaut werden.“

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