Tobias Rüger (27) berät Syker SoVD-Mitglieder zu allen Themen im Sozialrecht

Rechtsfragen – und mehr

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Sozialberater Tobias Rüger im Beratungsgespräch mit einem Syker Ehepaar. Der Jurist steht SoVD-Mitgliedern beratend zur Seite; dabei geht es auch schon mal über die rechtliche Ebene hinaus.

Syke - Von Frank Jaursch. Freitagvormittag im SoVD-Gebäude an der Nordstraße. Geduldig wartet das Syker Ehepaar im Vorraum auf ihr Beratungsgespräch. Die beiden Senioren möchten wissen, wie es bei ihrem juristischen Kampf mit dem Landessozialamt weitergehen soll. An der Wand hängt ein Plakat, das ihre ganzen Hoffnungen auf einen Satz reduziert: „Der SoVD hilft Ihnen, Ihr gutes Recht zu bekommen.“

Tobias Rüger bittet die beiden in sein Büro. Der 27-jährige Jurist ist seit gut zwei Jahren als Sozialberater für den SoVD in Syke tätig. „Wir beraten zu allen Themen im Sozialrecht“, erklärt er. Von Hartz IV bis zum Pflegegeld, von Betreuungsleistungen bis zu Konflikten mit der Berufsgenossenschaft erstrecken sich die Themen. Der Beratungsbedarf ist groß – und wird immer größer. Der SoVD hat massiven Zulauf, auch in Syke.

Bei dem Ehepaar – sie ist 78, er ist 81 – geht es zum Beispiel um das „Merkzeichen aG“. Das zeigt eine außergewöhnliche Gehbehinderung an. Das Versorgungsamt hat bislang abgelehnt, dieses Zeichen im Schwerbehindertenausweis der Frau einzutragen. Und das, obwohl sie nur mit Hilfe ihres Mannes und mit großen Schwierigkeiten selbst kurze Wege (wie den vom Warteraum ins Büro) zurücklegen kann.

Das Merkzeichen würde dem Paar eine Reihe von Vorteilen und Erleichterungen bringen. Aber „wer noch nicht im Rollstuhl sitzt, wird fast immer abgelehnt“, weiß Rüger. Der Widerspruch läuft, eine Stellungnahme des Hausarztes wird eingereicht.

Tobias Rüger bringt die Senioren auf den neuesten Stand. Er beruhigt. Er hört sich die Erklärungen der SoVD-Mitglieder an. Als Vollzeitkraft kommt er täglich auf etwa zehn Gespräche – manche nur ein paar Minuten lang, andere sehr zeitaufwändig.

„Wir sind für unsere Mitglieder da“, erklärt er. Dabei gehe es nicht nur um Rechtsfragen. Oft sitzen ihm enttäuschte, niedergeschlagene, depressive Gesprächspartner gegenüber. „Es ist auch ein Stück weit Lebensberatung.“

Dieses Element seiner Arbeit hat der Sozialjurist in den ersten Jahren kennengelernt. „Ich musste erst ein Feingefühl dafür entwickeln“, sagt der 27-Jährige. Skepsis wegen seiner Jugend sei ihm nur am Anfang ab und zu entgegengeschlagen. „Aber da hat man wohl auch gemerkt, dass ich neu bin.“

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