Der Titi auf dem Cacasee

Bamautzkys-Konzert: Gedankenkapriolen und origineller Witz, in Musik verpackt

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Aus „King of the Road“ wird „Die Rinde vom Brot“: Die Bamautzkys in der Wassermühle. 

Barrien - Von Heiner Büntemeyer. Bewaffnet mit Musikinstrumenten, vor allem aber mit einem liebenswürdig-bissigen Humor traten am Freitag die drei Bamautzkys erstmals in der Barrier Wassermühle auf. Und wenn es nach den Wünschen der Zuhörer geht, können sie gerne wiederkommen.

Die Besucher hatten geschnipst, wenn es gewünscht war und auch Refrains mitgesungen. Vor allem aber hatten sie aufmerksam zugehört, denn die Liedtexte waren allerbester handgemachter Alltags-Blödsinn und trotzdem voller hintergründiger Gefühle.

Meistens ging es um Beziehungskisten, wie bei „Ingo und Renate“, die in einer bissigen Abrechnung ihre Liaison beenden, oder wie in dem Song „Entschuldige bitte“, in dem ebenfalls das Ende einer Beziehung nachvollzogen wird. Da heißt es: „Ich gebe meistens nach und habe trotzdem nie das Gefühl, der Klügere zu sein.“ Kein Wunder, dass auch der Gedanke „Ich könnte dich jetzt töten, ohne zu erröten“, auftaucht.

Aber die Bamautzkys spenden auch Trost, denn „Einer ist immer noch dicker“, singen sie, und alle, die „Im Wunderland der Liebe“ bisher immer nur Asylanten waren, finden am Ende des Liedes einen Trost: „Trotzdem schön, dass es mich gibt.“

Typisch Bamautzky auch das Trennungsszenario: „Ich kann dich nicht leiden – sehn. Du bist so hässlich – zu mir. Bitte geht jetzt – noch nicht nach Hause.“

Das Spiel mit Worten und die oft überraschenden Gedanken-Kapriolen, die dahinter stecken, waren erste Sahne. „Der süßeste Kuss führt irgendwann zu Diabetes, die schönste rosarote Brille sieht irgendwann aus wie ein Kassengestell.“ – Darauf muss man erst mal kommen.

Nicht mit Selbstironie gespart

Es waren nicht unbedingt die Melodien, die die Musik der Bamautzkys so hörenswert machten. Die Melodien waren eher das Medium, um Texte wie „Je länger du wartest, desto kürzer die Zeit, die dir noch bleibt“ wirkungsvoll zu transportieren. Während Thomas Bamautzky mit Gitarre, Ukulele und Mundharmonika den Hauptanteil der musikalischen Arbeit leistete, griff Matthias Bamautzky hin und wieder zum Bass. Peter Bamautzky trommelte den Takt auf einer Art Cajon und überraschte mit Sequenzen auf einem ungewöhnlichen Theremini.

Diese „Brüder im Geiste“ sangen zweistimmig und übernahmen die Moderation, bei der sie auch nicht mit Selbstironie sparten: „Wenn Frauen auf uns zukommen, geht es nicht um unseren Körper, sondern um unser Geld“, berichteten sie und mit einem feurigen spanischen Flamenco wurden sie anschließend noch deutlicher: „Nur eine reiche Leiche ist eine gute Leiche.“ Und dann wurde auch noch hemmungslos geblödelt: „Oh, oh Amanda, komm auf die Veranda, oder ist dein Mann da?“ Und eine Liebeserklärung klingt bei den „Bamautzkys“ so: „Du bist der Popo auf dem Catepetl, du bist der Zucker auf dem Hut, du bist der Titi auf dem Cacasee und der Kili auf dem Mandscharo.“

Natürlich wurden sie nicht ohne Zugaben entlassen, und noch zweimal ließen sie ihren originellen Witz blitzen. Aus dem Country-Song „King of the Road“ von Roger Miller machten sie „Die Rinde vom Brot“ und der Refrain im Evergreen „Fever“ lautet bei den Bamautzkys „Du riechst nach Zwiebeln!“

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