Tischlergesellen zeigen handgefertigte Möbel im Rathaus Syke

Einzelstücke mit Geheimfächern

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Obermeister Oliver Reh, Bürgermeisterin Suse Laue und Lehrlingswart Reinhard Hansemann (v.l.) stellen Ausstellung der Gesellenstücke der Tischlerinnung im Rathaus Syke vor.

Syke - Von Vivian Krause. „Was wir hier sehen, sind Designerstücke.“ So schwärmt Sykes Bürgermeisterin Suse Laue über die Ausstellung der Tischlergesellen im Rathaus der Stadt, die nun für die Öffentlichkeit zugänglich ist.

Die Tischlerinnung präsentiert die Stücke ihrer Gesellen jährlich an wechselnden Orten. Dieses Jahr wurde das Syker Rathaus zur Ausstellungshalle umfunktioniert. „Das Handwerk und die Verwaltung müssen mehr zusammenarbeiten“, begründet Lehrlingswart Reinhard Hansemann die Wahl. „Das Handwerk sollte mehr in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt werden. Gerade im handwerklichen Bereich wird immer Nachwuchs gebraucht“, so Laue.

Die von ausschließlich männlichen Prüflingen ausgestellten Möbelstücke müssen zwei Schubkästen und eine abschließbare Tür haben – dies sieht die Prüfungsverordnung vor. Erfüllt haben die 15 Gesellenstücke die Mindestanforderung allemal. Neben einer Eingangstür finden sich unterschiedliche Ausführungen von Beistelltischen und Anrichten. Die Exponate zeichnen sich durch besonderes Material und Individualität aus. So verwendeten die Handwerker gerne weiche, schicke Hölzer, wie Ahorn, Kirsche oder Eiche.

Hansemann: „Kein Stück ist wie das andere.“ So sind Geheimfächer, Kupfer oder Mineralkunststoffgemische in die Stücke eingearbeitet. „Solche Einzelstücke sind nicht die alltägliche Arbeit eines Tischlers“, sagte der Obermeister der Tischlerinnung, Oliver Reh. 100 Stunden Arbeit der Gesellen und die Materialkosten würden einen Käufer eines solchen Einzelstücks mindestens 5000 Euro kosten.

„Dieses Jahr war die Klasse sogar bei einer Möbelausstellung in Köln. Hier konnten sie Inspirationen sammeln“, so Hansemann. Danach folgte das Anfertigen einer Arbeitsprobe per Hand, für welche die Prüflinge sieben Stunden Zeit haben. Dann fehlte nur noch ein Schritt: Die Theorieprüfung. „Wir haben einen durchschnittlichen Jahrgang, aber sind sehr zufrieden“, sagt Hansemann. Die Einzelstücke behalten die Gesellen als Zeichen ihrer bestandenen Prüfung. Die Freisprechung für die Handwerker ist für Sonnabend, 1. August, im Wessels-Hotel in Syke geplant.

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