Tierheilpraktikerin Angela-Monique Müller sieht sich als Ergänzung zum Veterinär

„Ich heile langfristig“

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Zum Zungenschnalzen: Angela-Monique Müller mit Hund Sherry bei der Lasertherapie.

Syke - Von Vivian Krause. Im alten China wurden Ärzte nicht fürs Behandeln, sondern fürs Heilen bezahlt. Das Problem: Der Patient geht erst zum Arzt, wenn er krank ist. Dabei wäre es so viel effektiver, die Krankheit zu bekämpfen, bevor sie entsteht. Gerade die Tiere – die sich nicht selbst äußern können – sollten frühzeitig therapiert werden, findet Tierheilpraktikerin Angela-Monique Müller. Ihr Appell: Den Vierbeinern vorbeugend helfen.

Neues Logo, neue Gestaltung der Praxis – und das am alten Arbeitsplatz: Angela-Monique Müller arbeitet als Tierheilpraktikerin im Heimtierdiscount an der Schloßweide in Syke. Ihre Spezialgebiete: Osteopathie, Akupunktur und Naturheilkunde. Ihr Schwerpunkt: die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM). „Das ist keine Glaubensfrage, sondern eine Anregung der Selbstheilungskräfte“, entgegnet Müller Zweiflern.

Pferde, Hunde, Meerschweinchen und Kaninchen – das sind ihre Kunden. Vor allem Tiere mit Epilepsie, Allergien, Tumoren, Magen-Darm-Problemen oder solchen des Bewegungsapparats kommen zur Tierheilpraktikerin.

Müller hatte zunächst Wirtschaftsingenieurwesen studiert, war technische Zeichnerin. Dann haben ihre eigenen Meerschweinchen sie auf den Weg der Tierheilpraktik gebracht. Denn: Die Behandlung der Fellnasen wurde vor rund acht Jahren schlichtweg zu teuer. „Das war in erster Linie für den Eigenbedarf“, sagt die 36-Jährige.

Seit fünf Jahren ist sie im Futtermittelgeschäft als selbstständige Tierheilpraktikerin tätig. Mit Erfolg. Insbesondere im Sommer ist ihr Terminkalender voll.

Müller und Geschäftsführer Volker Sonnemann kennen sich seit mehr als 20 Jahren. Beim Heu-Einkauf kam die Idee zur Zusammenarbeit. So hat Müller ihre eigene kleine Ecke für ihre Arbeit als Tierheilpraktikerin eingerichtet. „Da hat man eine Anlaufstelle“, hebt sie den Vorteil hervor.

Die Tierliebhaberin hat sich bereits einen Kundenstamm aufgebaut. Bei akuten Schmerzen verweist die auf den Tierarzt. Erst bei chronischen Schmerzen kommt sie ins Spiel.: „Ich heile langfristig.“

Der Tierheilpraktiker ist kein geschützter Begriff. Auch der Osteopath ist nicht anerkannt. „Ich könnte bloß ein Buch gelesen haben und mich so bezeichnen.“ Doch Müller spricht nicht von schwarzen Schafen, sondern davon, dass jeder einen unterschiedlichen Wissensstand hat. „Man kann nicht alles wissen.“ Daher hat Müller in ihrem Umfeld Therapeuten und auch Tierärzte, auf die sie gerne zurückgreift.

Der Erfolg der Tierheilpraktik hängt auch mit der Kooperation der Halter zusammen. So kann beispielsweise eine Allergie nur durch eine Futterumstellung bekämpft werden. Und das geht nur mit Hilfe der Halter. „Sonst therapiere ich gegen die Symptome, werde aber das Tier niemals austherapieren können.“

„Die Besitzer sind sehr ungeduldig“, hält Müller ergänzend fest. Als Faustregel sagt die 36-Jährige: Die Jahreszahl, seitdem die Krankheit besteht, mal zwei. „Wenn ich das Problem seit vier Jahren habe, brauche ich ungefähr acht Monate, um es zu therapieren.“ Sollte dann aber kein Erfolg zu sehen sein, verlieren manche Halter den Mut.

Auch auf die Ehrlichkeit der Kunden setzt die Tierheilpraktikerin. Denn auf deren Aussagen baut sie die Therapie auf. Anfangs gibt es ein Gespräch. Dann wird das Tier „aus TCM-Sicht angeschaut“. Bei dieser Eingangsuntersuchung stellt Müller Defizite fest und schlägt eine individuell ausgearbeitete Behandlung vor. Sie kann Inhalte von Osteopathie, Homöopathie oder Pflanzenheilkunde enthalten.

„Als Tierheilpraktiker ist man oft letzte Anlaufstelle“, stellt Müller bedauernd fest. 80 Prozent der Fälle würde das ausmachen. Sie plädiert daher für eine vorbeugende Behandlung. „TCM kann bis zu zwei Jahre vorher manifeste Erkrankungen erkennen.“

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