Heiligenfelder Kirchenmäuse führen Kindermusical „Franziskus“ auf

Der mit den Tieren spricht

Lesen, statt zu singen – helfen, statt zu feiern: Irritiert und verständnislos tuscheln die Bürger von Assisi über den Wandel, den Franziskus (Jona Lebert, vorn) durchgemacht hat. - Foto: Ehlers

Syke - Von Frank Jaursch. Mit der Aufführung des Kindermusicals „Franziskus“ ist den Heiligenfelder Kirchenmäusen am Sonntagnachmittag in der Michaelskirche eine bemerkenswerte Vorstellung gelungen. Die mehr als 100 Zuschauer belohnten die jungen Künstler mit langem Applaus für ihr schauspielerisches Talent und ihre gesanglichen Leistungen.

Monatelang hatten die Mädchen unter Leitung von Ina Dettmann geübt, Texte gelernt, miteinander geprobt. Das Musical, das einzelne Szenen aus dem Leben des Franz von Assisi thematisiert, bringt die Person des Heiligen Franziskus auf anschauliche, kindgerechte Weise näher. Und hat noch einige eingängie Melodien parat.

In stimmungsvollen mittelalterlichen Kostümen spielten und sangen die Mädchen (die Gruppe hat bislang keine Jungen) sich in die Geschichte hinein. Wie die Auftakt-Szene auf dem Marktplatz: Francesco, so tuschelten die Bewohner von Assisi, ist schon ein seltsamer Kauz geworden. Statt zu singen und mit seinen wohlhabenden Freunden zu feiern, kümmert sich der Sohn des Tuchhändlers von Assisi plötzlich um die Armen und Bedürftigen – und beginnt jetzt auch noch, mit den Tieren zu sprechen!

Während sich die einstigen Kumpane und sein Vater von Francesco (Jona Lebert), der sich nun Franziskus nennt, abwenden, verfolgen Luigi (Lenya Wiegmann) und Clara (Melinda Lebert) mit zunehmendem Interesse den Lebens-Wandel des jungen Mannes. Und spätestens, als er die Bewohner der Stadt Gubbio von der Geißel eines gefährlichen Wolfes befreit, indem er das Herz der Bestie durch seine Liebe erweicht, wird allen klar: Dort steht ein außergewöhnlicher Mann vor ihnen.

Auch wenn nicht jeder Text ganz hundertprozentig saß, auch wenn so mancher Vogelschnabel nicht ganz am richtigen Platz klemmte: Den Zuschauern in der gut besuchten Kirche machte die Vorstellung richtig Spaß. Dafür sorgte neben den jungen Darstellern Siegfried Rohlfing mit seiner Klavierbegleitung ebenso wie Bettina Precht vom Kostümverleih Süstedt, die den jungen Schauspielerinnen so manche Kluft förmlich auf den Leib geschneidert hatte.

Leiterin Ina Dettmann ließ ihren jungen Künstlern weitgehend freien Lauf. Sie gab Unterstützung und Hilfe, wo es notwendig war, und nickte aufmunternd, wenn bei manchem Akteur die Unsicherheit sichtbar wurde. „Ihr habt das toll gemacht“, lote sie ihr Ensemble am Ende unter dem zustimmenden Applaus des Publikums.

Deutlich wurde am Sonntagnachmittag auch, dass sich manch schauspielerisches Talent unter den Kirchenmäusen tummelt. Lenya und Melinda machten ihre Sache ganz großartig, aber auch Emma Göbel (als Wolf von Gubbio), Mailin Wiegmann (als Vater Bernadone) und Jona als Franz von Assisi sorgten mit ihren Leistungen dafür, dass im Publikum so manch mütterliche Träne des Stolzes verdrückt wurde.

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