Theaterverein Heiligenfelde überzeugt mit „Nix as Kuddelmuddel“

Angenehm chaotisch

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Madame Kassandra (Renate Mildner) in den Armen des Fensterputzers (Tom Renken) – nur eine von vielen Begegnungen in „Nix as Kuddelmuddel“.

Heiligenfelde - Von Heiner Büntemeyer. Die ausverkaufte Premiere des Gesang- und Theatervereins Heiligenfelde mit „Nix as Kuddelmuddel“ bestätigte erneut, dass Theater schöner ist als Fernsehen. „Dar sünd wi dichter an, un live is jümmer beter as een Konserve“, meinte eine Besucherin. Natürlich freuten sich die vielen Besucher auf Bauchmuskelkater und Lachtränen, denn die meisten von ihnen haben schon einige Theateraufführungen in Heiligenfelde gesehen und wurden noch nie enttäuscht. Auch am Sonntag nicht, denn das Ensemble war ausgezeichnet in Form.

Aber das konnte Regisseur Detlev Petersen vor Beginn der Vorstellung nur hoffen. Er habe Herzklopfen, bestätigte er, und es sei für alle ungewohnt, dass es nur eine Pause in dem Stück gibt. Spannend sei daran, dass es sich um ein Theaterstück im Theaterstück handelt und dass es den Darstellern gelingen müsse, dieses so darzustellen, dass die Zuschauer die beiden Ebenen im ersten Akt auch erkennen.

Heiner Bothe begrüßte die Besucher und stimmte sie in lockerer Form auf das Stück ein.

Der Inhalt der Geschichte ist eher banal: Die Putzfrau der Wahrsagerin „Madame Kassandra“ will ihrer Freundin eine Seance bei ihrer Chefin verschaffen, denn die Freundin vermutet dunkle Geheimnisse um ihren Mann.

Aber bei den Proben gibt es unerwartete Schwierigkeiten mit eifersüchtigen Darstellerinnen, einem Akteur, der seine Hemmungen mit „Kosakenkaffee“ bekämpft, und einem Techniker ohne jedes künstlerisches Verständnis. Die Generalprobe geht gründlich schief. Aber nach Meinung aller Kunstschaffenden soll einer misslungenen Generalprobe eine umso vollendetere Premiere folgen.

Das hatten auch die Besucher am Sonntag erwartet, aber es kam zu ihrem größten Vergnügen noch viel schlimmer. Da versagt die Technik, da wird sogar die Souffeleuse unter dem Tisch sichtbar – und immer wieder stellt sich den Besuchern die Frage, ob das, was sie da gerade sehen, dramaturgisch gewollt oder misslungen ist. Es war herrlich komisch, immer wieder gab es Lachsalven im Saal.

Von den spielfreudigen Darstellern wurde jedenfalls höchste Präzision gefordert, bei den Dialogen voller Wortwitz musste die Pointe „sitzen“.

Der große Beifall bewies, dass den Darstellern dies gelungen war, und die Besucher der noch folgenden sechs Aufführungen im Dorfgemeinschaftshaus können sich schon jetzt auf eine turbulente und angenehm chaotische Theateraufführung freuen.

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