Für das Theaterstück „Peter Pan“ geben nicht nur die Schauspieler ihr Bestes

Illusionen im Handumdrehen

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Wir basteln uns einen 3-D-Effekt: Mit Hilfe von Bühnengaze, der richtigen Beleuchtung und dem Talent von Bettina Precht können auf der Bühne mehrere Tiefen-Ebenen entstehen.

Syke - Von Frank Jaursch. „Mensch, hast du ‘nen großen Kopf.“ Bettina Precht hat ein bisschen Mühe, den prächtigen Piratenhut auf dem schwarzbelockten Kopf von Niklas Brill alias Captain Hook zu fixieren. „Warte“, fällt ihr dann ein, „ich hab hier irgendwo noch ‘nen Tacker liegen.“ Captain Hook lächelt etwas gequält. Aber ein Mann, der einen Haken an Stelle einer rechten Hand hat, wird Schmerzen gewohnt sein – jedesmal, wenn er sich kratzt.

Mitte Dezember führt das Theater-Ensemble Syke (TES) siebenmal im Syker Theater das Weihnachtsstück „Peter Pan“ auf. Am 14. Dezember ist Premiere. Doch bis es ein Theaterstück vom Kopf des Regisseurs auf die Bühne geschafft hat, gibt es unzählige Etappen zu absolvieren. Zudem arbeiten viele fleißige Helferlein dies- und jenseits der Bühne daran, das Stück zu einem Erlebnis für Groß und Klein werden zu lassen. In einer kurzen Serie blicken wir hinter die Kulissen – im Wortsinn.

An diesem Abend ist Kostüm- und Schminkprobe bei Bettina Precht. Die Süstedterin ist seit drei Jahren mit im Boot. Natürlich ist sie mit ihrem Kostümverleih ohnehin eine hervorragende Anlaufstelle für Regisseur Detlev Petersen und sein Team. Das Besondere: Wenn es ein Kostüm nicht gibt, schmeißt Precht die Nähmaschine an. „Hab ich nicht – mach ich euch“, sagt sie dann.

Solche Helfer sind ein Glücksfall für Detlev Petersen. „Viele Experten machen vieles möglich“, erklärt er. Mehr als einmal muss er mit seinen Ideen gebremst werden. Doch so mancher Einfall findet am Ende mit Können und Kreativität seine Umsetzung auf der Bühne.

Beispiel 3-D-Effekt: Im „Rocky“-Musical hatte Petersen gesehen, wie man mit dunklen Gaze-Vorhängen und der richtigen Beleuchtung mehrere Ebenen auf der Bühne erzeugen kann. Die Bühnengaze wird unsichtbar, die darauf genähten Objekte bleiben. Klar, dass Bettina Precht auch hier bei der Umsetzung ihre Finger im Spiel hat.

Hook steht mittlerweile in voller Montur bereit: Braune Stulpen, schwarze Hose, weißes Spitzenhemd, schwarzer Samtmantel. Am Kinn ein Dreitagebart (Original von Niklas Brill), über der Oberlippe ein elegant geschwungener Schnauzbart. Die schwarzen Locken tun ihr Übriges.

Maskenbildnerin Ilka Timke-Ehlers legt noch mal Hand an. Passt. Im Handumdrehen ist aus dem angehenden Versicherungskaufmann der berüchtigte Pirat geworden, der dem Titelhelden Peter Pan das Leben so schwer macht.

Ein ganz anderes Problem stellt sich bei einer weiteren Rolle: Wie wird aus einer hübschen Frau ein beleibter Seeräuber? Silke Bollhorst spielt Hooks Bootsmann Smee – und bekommt dafür nicht nur einen falschen Bart und ergraute Augenbrauen verpasst, sondern auch eine Bauchprothese. Geduldig lässt sie die Verwandlung über sich ergehen. Wenigstens braucht sie für ihren Piratenhut keinen Tacker.

Die Vorstellungen vom 14.bis zum 18. Dezember sind ausverkaufte Schulvorstellungen. Für die Karten am 19. und 20. Dezember (jeweils ab 15 Uhr) gibt es noch Karten für 10 Euro (Kinder 8 Euro), erhältlich unter anderem in den Geschäftsstellen der Kreiszeitung. Abonnenten erhalten auf Erwachsenen-Tickets einen Euro Nachlass.

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