Theater-Abenteuer

Cats on fire: Polarisierende Momente und traumartige Gedankenwelten

Theaterszene.
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Cats on Fire von und mit dem Bremer Tourneetheater erwies sich als richtig gut gemachte, aber nicht immer leicht verdauliche Theaterkost.

Syke – Einen besonderen Kunstgenuss „von Frauen, mit Frauen, für alle“ versprachen die Organisatorinnen vom Bremer Tourneetheater, Syker Vorwerk und Stadt Syke den Besuchern im Garten des Vorwerks. Titel: Cats on fire. Die Premiere am Mittwochabend wurde dieser Ankündigung durchaus gerecht, obwohl nicht alle gekommen waren.

An fünf verschiedenen Stationen vermittelten Schauspielerinnen ihre Gedanken zu Geschlechtergerechtigkeit, Rollenbildern von Frau und Mann, arbeiteten sich an verschiedenen Klischees ab und beschäftigten sich mit dem Kunstbetrieb in Pandemie-Zeiten. In der Begrüßung durch Sissi Zängerle konnte sich jeder wiederfinden. Stakkatoartig begrüßte Zängerle mit musikalischer Untermalung Frauen, Männer und andere Menschen jedweden Glaubens, persönlicher Vorlieben und sexueller Ausrichtung. Sie stimmte schon einmal auf den roten Faden des Projekts, die Weiblichkeit, ein.

Guideness (gegenderte Guides, neue Wortschöpfung von Sissi Zängerle) geleiteten anschließend die Besucherinnen und einige Besucher in drei Gruppen zu den einzelnen „Bühnen“, die im Garten aufgebaut waren. Langsam schreitend stimmten sie auf das zu Erwartende ein und gaben dem Publikum auch schon kleinere Regieanweisungen. Stehend, sitzend und teilweise auch liegend konnte den Darbietungen gefolgt werden.

Schauspielerinnen überzeugten

Die Schauspielerinnen Nomena Struß, Silke Bollhorst, Barbara Begerow, Tinka Klindtwort und Marion Minetti wirkten in den jeweiligen Rollen überzeugend. Ganz gleich, ob als traumhafte Märchenerzählerin mit Weinbergschnecken oder Sams-mäßig vom kleinen Mädchen bis zur verheirateten und berufstätigen Mutter mit eigenem kleinen Mädchen. Ob als Theaterschauspielerin in Rot, die bei der öffentlichen Probe von Männern erfährt, dass alle folgenden Aufführungen abgesagt sind und weiterhin ihren „Frauenkuchen“ backt, oder als weiß gekleidete Mutter, die ihr Kind „klein“ macht und ihm prophezeit: „Du wirst in der Gosse enden.“ Was damit endet, dass die Tochter als Schauspielerin ihr Geld tatsächlich „auf der Straße“ verdient.

Nicht zu vergessen auch das Mädchen, das ihrem im Hintergrund als Installation vorhandenem Zeitung lesenden Vater gefallen möchte und das mit einem im Kreis liegenden Seil Verbindung zum Publikum schafft. Die Spielfreude der Schauspielerinnen war spürbar. Sie trotzten erfolgreich dem zeitweise hörbaren Straßenlärm. Sie hielten mit ihren Stimmen erfolgreich dagegen. Mal witzig, mal sarkastisch, mal nachdenklich, schufen sie unter Zuhilfenahme verschiedener technischer Medien ein stimmiges Bild.

Gutes Wetter erfreut das Publikum

Das Publikum nahm die Angebote dankbar an, ließ sich auf polarisierende Momente und traumartige Gedankenwelten ein. Der Funke sprang oftmals über, obwohl dem Berichterstatter nicht immer der Zugang gelang. Hilfreich für den, nach einhelliger Ansicht von Kathrin Wilken (Stadt & Kultur) und Kathrin Stern (Gleichstellungsbeauftragte) erfolgreichen Abend sicherlich auch das gute Wetter. Entgegen der Befürchtungen der Veranstalter konnte auf Regenkleidung verzichtet werden.

So ganz nebenbei erlebten die Besucher dann auch noch den traumhaften Garten des Vorwerks mit seinem alten Baumbestand und den modernen Kunstinstallationen. Eine „Bühne“ fand sich sogar in der Nachbarschaft, im Garten von Nicole Giese-Kroner, der künstlerischen Leiterin des Vorwerks.

Wer sich auf das spannende Abenteuer einlassen möchte, hat heute Abend noch Gelegenheit. Um 19 Uhr startet die letzte Vorführung des Projekts Cats on fire im Vorwerk, bevor die Inszenierung dann zum Norddeutschen Vogelmuseum nach Osterholz-Scharmbeck weiterwandert. Einige Karten sind noch an der Abendkasse erhältlich.

Zum Teil im (und auf) Liegen verfolgte das Publikum die Vorstellung.

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