Ausschuss informiert sich

E-Autos: „Technisch überhaupt kein Problem“

Syke - Von Michael Walter. Was können Kommunen tun, um das Thema Elektromobilität lokal voranzubringen? - Von Michael Walter. Mit dieser Frage beschäftigte sich am Donnerstagabend der Bauausschuss und hatte sich dazu einen kompetenten Gast eingeladen.

Raimund Nowak hat dieses Thema als Geschäftsführer der Metropolregion Hannover-Braunschweig-Göttingen-Wolfsburg zu einer seiner Kernaufgaben gemacht und zahlreiche Projekte dazu konzipiert. Dank seiner Initiative betreiben die 80 Mitgliedskommunen der Region zusammen derzeit etwa 200 Elektro-Autos – und damit die größte Flotte Europas.

Knapp 45 Millionen Autos gibt es derzeit in Deutschland. „Davon sind gerade mal 85 000 elektrisch“, sagt Nowak. Wobei elektrisch dabei heißt: „rein“ elektrisch. Also keine Hybridfahrzeuge, bei denen der Elektromotor quasi nur ein Zusatzaggregat ist, sondern nur solche, die ausschließlich über die Steckdose wieder aufgeladen werden.

Nur wenige E-Autos werden gebaut

Warum nur so wenig? Antwort Nowak: „Weil mehr nicht gebaut werden.“ Opel könne dieses Jahr bundesweit gerade 500 Exemplare vom neuen Ampera liefern. Smart schafft 2000 vom Electric Drive. „Mehr sind in der Produktion für Deutschland gar nicht vorgesehen.“ Der größte Teil geht ins Ausland. Zum Beispiel nach Norwegen.

In Norwegen fahren aktuell etwa 1,2 Millionen Autos. Rund 100  000 davon sind elektrisch, Tendenz stark steigend. „Mittlerweile ist jedes zweite Fahrzeug, das dort verkauft wird, ein Elektro-Auto“, sagt Nowak. Und er sagt auch, wie das geht: Über den Preis. Nicht, dass Elektro-Autos in Norwegen billiger wären. 

Der Staat macht dort die konventionell betriebenen künstlich teurer. Somit entfällt der deutliche Preisunterschied, der die Deutschen hauptsächlich vom Kauf abhält. Technische Fragen wie Reichweitenproblematik und Aufladestationen sind für den ehemaligen Landesvorsitzenden der Niedersächsischen Grünen nur von untergeordneter Bedeutung.

Stromverbrauch steigt nur gering

„Die meisten Autos fahren nur selten mehr als 150 Kilometer pro Tag, 30 Prozent aller Autos fahren niemals mehr als 60 Kilometer pro Tag.“ Würden alle Autos in Deutschland rein elektrisch betrieben, würde das den gesamten Stromverbrauch lediglich um zehn Prozent erhöhen. „Das ist also überhaupt kein Problem.“

Was also kann eine Kommune wie Syke nun tun? Nowak hat gleich mehrere Empfehlungen. Zunächst mal den eigenen Fuhrpark elektrisieren, um ein gutes Vorbild zu geben. Dumm nur, wenn es so einen Fuhrpark gar nicht gibt. Erster Stadtrat Thomas Kuchem: „Wir haben gerade ein elektrisches Auto geleast und warten täglich auf die Auslieferung. Ansonsten haben wir nicht so viele Dienstfahrzeuge.“ Für die Spezialfahrzeuge auf dem Bauhof oder im Klärwerk sei das zwar interessant – da gibt es bloß noch nichts.

Über Parkplatzbewirtschaftung könne auch was gehen, so Nowak. Etwa durch hohe Gebühren für konventionell betriebene Autos und freies Parken für elektrische. Und man könne versuchen, Unternehmen am Ort, vor allem Supermärkte, ins Boot zu holen, um viele Ladesäulen dort zu installieren, wo die Menschen ohnehin hinkommen.

Der Ausschuss will das Thema in einer seiner nächsten Sitzungen weiterverfolgen.

Ein Kommentar zum Thema E-Autos finden Sie bei uns.

Rubriklistenbild: © dpa

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