Damit der Laden läuft: Stadtverwaltung setzt auf das Prinzip „doppelt hält besser“

Teambildende Maßnahmen

Derzeit nur noch zur Hälfte „bewohnt“: das Syker Rathaus. Die Mitarbeiter der Stadtverwaltung haben sich – wo immer es geht – in Teams aufgeteilt. Jeweils ein Teil dieser Teams arbeitet im Home Office. Archivbild: Jantje Ehlers

Von Michael Walter

Syke – Im Profisport und in der Wirtschaft sind sie oft das Maß aller Dinge, wenn irgendwie der Wurm drin ist: teambildende Maßnahmen. Wenn der Bundesligaclub lange nicht mehr gewonnen hat oder die Mitarbeiter im Betrieb eher gegen- als miteinander arbeiten. Die Syker Stadtverwaltung setzt ebenfalls darauf, wenn auch unter völlig anderen Vorzeichen. Damit auch in Corona-Zeiten der Laden weiterläuft.

Aktuell ist das Rathaus nur noch zur Hälfte besetzt. „Wir haben unsere Mitarbeiter nach Funktionen eingeteilt“, erklärt Bürgermeisterin Suse Laue. „Die eine Hälfte jedes Teams arbeitet ganz normal im Büro, die andere Hälfte im Home-Office von zu Hause aus. Und nach 14 Tagen wird gewechselt.“

Klar: Nicht alles lässt sich über einen Kamm scheren. Es gibt Abteilungen, die können leicht im Home Office arbeiten, und andere, bei denen das nicht so einfach machbar ist. „In vielen Fällen arbeiten wir mit elektronischen Akten“, sagt die Bürgermeisterin. „Da ist so was kein Problem. Es gibt aber auch Akten, die nur auf Papier existieren. Die kann man dann vielleicht auch mal mitnehmen. Die Kasse kann man aber nicht vom Home-Office machen.“ Das betrifft vor allem Hilfeleistungen im Sozialbereich. Etwa Schecks für Überbrückungsgeld oder als Soforthilfen.

An der städtischen Kläranlage sind die Mitarbeiter ebenfalls in zwei Teams aufgeteilt. Aber das Team, das zuhause bleibt, kann nicht arbeiten. Es ist freigestellt. Reine Vorsichtsmaßnahme, erklärt die Bürgermeisterin. „Dadurch wollen wir sicherstellen, dass für jeden Bereich immer ein einsatzfähiges Team in Reserve ist, sollte das aktive Team unter Quarantäne müssen“, sagt Suse Laue. „Denn die Kläranlage muss unter allen Umständen laufen. Wenn da mal ein paar Tage niemand arbeiten kann, haben wir ein richtiges Problem in der Stadt.“

Freigestellt sind übrigens auch die meisten Mitarbeiter im Kita-Bereich. Das betrifft vor allem die Erzieherinnen, wohingegen die Einrichtungsleitungen zumindest zeitweise vor Ort sein müssen. Die Notbetreuung – derzeit befinden sich neun Kinder darin – lässt sich mit minimalem Personaleinsatz leisten. Die anderen Erzieherinnen der städtischen Kitas sind in Rufbereitschaft – falls jemand krank wird.

Für alle städtischen Mitarbeiter gilt: Wer freigestellt ist, wird weiter voll bezahlt. Ein nicht zu verachtendes Stück soziale Sicherheit in derartigen Krisenzeiten. „Und einer der großen Vorteile im Öffentlichen Dienst“, sagt Suse Laue.

Apropos bezahlen: So lange die Kitas geschlossen sind, müssen Eltern auch nichts dafür bezahlen. Suse Laue: „Gebühren und Essensgeld werden erlassen. Wir waren eine der ersten Kommunen, die das so entschieden hat. Für uns selbstverständlich.“

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