Ab Himmelfahrt

Okeler Fußballcamp glänzt diesmal nur mit dem Flair eines internen Trainingslagers

Wird es so diesmal nicht geben: 120 bis 140 Kinder und Jugendliche gleichzeitig auf dem Okeler Platz. Archivfoto: Heinfried Husmann
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Wird es so diesmal nicht geben: 120 bis 140 Kinder und Jugendliche gleichzeitig auf dem Okeler Platz.

Okel - Es gibt auch dieses Jahr ab dem Himmelfahrtstag ein Fußballcamp in Okel. Das ist die gute Nachricht. Die schlechte ist: Es wird wesentlich kleiner, bescheidener und unspektakulärer als in den vergangenen Jahren. Mit weniger Kindern, kürzeren Trainingszeiten, ohne Zuschauer, ohne Abschlussturniere am Ende jedes Tages und ohne das gesamte Umfeld, das dem Okeler Sportplatz normalerweise drei Tage lang Volksfest-Flair verleihen würde.

„Das Ganze hat somit eher etwas von internem Trainingslager als von der gewohnten Event-Atmosphäre aus den vielen Jahren zuvor“, sagt Holm Holthusen, der Jugendfußball-Leiter beim gastgebenden TSV Okel.

Partner des TSV ist die Ferien-Fußballschule FFS der Brüder Matthias und Oliver Thormälen aus Rastede. Matthias Thormählen leitet das Camp in Okel. In den vergangenen Jahren ist er dazu mit bis zu 16 Trainern angerückt. Dieses Jahr sind es außer ihm selbst nur zwei: sein Bruder Oliver und Patrick Fornacon. Und das genügt auch. Denn sie müssen sich nicht durchgehend von morgens bis abends um bis zu 140 Kinder und Jugendliche gleichzeitig kümmern. Dieses Jahr gibt es nur drei Gruppen mit jeweils etwa 30 Teilnehmern.

„Die erste Gruppe ist Donnerstag, Freitag und Samstag von 8.45 bis 13.45 Uhr auf dem Platz, die zweite Donnerstag, Freitag und Samstag von 14.45 bis 19.45 Uhr“, erklärt Matthias Thormählen. „Die Stunde Pause dazwischen haben wir eingerichtet, damit sich die beiden Gruppen nicht begegnen.“

Die dritte Gruppe ist dann – und das ist eine Premiere in Okel – erst nach dem Samstag dran: Sonntag, Montag und Dienstag von 13.45 bis 19.45 Uhr. Möglich ist das nur, weil der FFS die Anschlusstermine fehlen. Thormählen: „Normalerweise wären wir nach Okel in Bayern und Baden-Württemberg. Aber da sind die Bestimmungen etwas anders als in Niedersachsen, und da macht so ein Camp noch keinen Sinn.“

Trainiert wird auf dem Platz „unter Einhaltung aller Abstands- und Hygieneregeln“, betont Matthias Thormälen. „In Okel stehen uns anderthalb Plätze zur Verfügung. Da kann man sich schön ausbreiten.“

Matthias Thormählen

Heißt in der Praxis: Die 30er-Gruppen werden auf dem Platz noch mal in Kleingruppen aufgeteilt. Die trainieren getrennt voneinander – jede in ihrem eigenen Bereich. „Schon bei der Ankunft bekommt jedes Kind ein Abstandshütchen“, erklärt Thormählen. „Da steht die Tasche dran, und da setzt es sich auch in den Pausen hin.“ Beim Dribbeln hat jedes Kind sein eigenes Quadrat auf dem Rasen, und bei den Torschuss-Übungen stehen ebenfalls wieder Abstands-Hütchen. Jedes Kind bekommt auch seinen eigenen Ball, den es abends mit nach Hause nimmt und zum nächsten Trainingstag wieder mitbringt. Zuschauer – normalerweise jederzeit willkommen – sind dieses Jahr nicht erlaubt. Deshalb gibt es auch keinen Verkauf von Essen und Getränken auf dem Gelände. Für die Kinder heißt das: Jedes muss seine Verpflegung selbst mitbringen, und es darf auch keinem anderen etwas davon abgeben.

Die Bestimmungen lassen derzeit noch kein Training von spielnahen Situationen zu. Das heißt: nicht mit Zweikampf und Körperkontakt. Und das Salz in der Suppe fehlt komplett. Normalerweise endet jeder Tag mit einem großen Turnier: 10 bis 14 Teams (je nachdem) auf Kleinfeld mit Auf- und Abstieg. Und am Ende des Tages gibt es dann ein Endspiel. Darauf müssen die Kinder dieses Jahr komplett verzichten.

Macht ein Camp so überhaupt noch Spaß? „Ja!“, sagt Matthias Thormählen wie aus der Pistole geschossen. „Kinder brauchen andere Kinder, alle sind froh, dass sie jetzt überhaupt wieder raus auf den Platz können, und uns Trainern macht das sowieso immer Spaß.“

Auch aus wirtschaftlichen Gründen ist Thormählen heilfroh. Um die 50 solcher Fußballcamps veranstaltet die FFS normalerweise im Jahr. Okel ist dabei das mit weitem Abstand größte. Dieses Jahr sind es – Okel mitgezählt – bisher erst sechs. „Wir hoffen, dass wir bis zum Jahresende noch auf 30 kommen“, sagt er.

An dem Konzept für diese abgespeckte Version haben Matthias und Oliver Thormählen wochenlang gebastelt. „Es ist mit dem Innenministerium abgestimmt und in der Ministerkonferenz sehr gelobt worden“, sagt Matthias Thormählen. Seine Feuertaufe hat es bereits bestanden: vorige Woche in Harpstedt. Allerdings mit deutlich weniger Teilnehmern.

Auch in Okel wird das klappen, ist Matthias Thormählen überzeugt. „Wir sind uns unserer Verantwortung absolut bewusst und werden sehr genau hinschauen, dass alle die Regeln einhalten. Und nächstes Jahr gibt es dann in Okel wieder ein richtiges Fußballcamp – wie vor Corona.“

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